Raddiebstähle in Wien erreichen neue Dimension: Riesenrad aus Prater gestohlen


Riesenrad

Gerade im Sommer treiben Raddiebe vermehrt ihr Unwesen. In der Nacht auf Dienstag wurde neben dutzenden Fahrrädern nun sogar das Riesenrad aus dem Prater gestohlen.

WIEN — Johann Perner, Betreiber des Riesenrads im Wiener Prater, staunte nicht schlecht, als er wie jeden Morgen an seinem Arbeitsplatz ankam und die Lücke vorfand, wo sonst das Riesenrad steht. Sofort sah er sich die Bilder der Überwachungskameras an. Darauf zu sehen sind drei vermummte Männer mit Bolzenschneider: „Alles ging ruckzuck: sie kamen, nahmen das Rad und waren auch schon wieder weg.“

Da das Rad ohnehin schon mehr als 100 Jahre alt war, überlegte Perner anfangs, ob er den Fall überhaupt noch bei der Polizei melden soll. Denn selbst die Behörden lassen über einen Sprecher ausrichten: „In Wien wurden im letzten Jahr mehr als 26.000 Raddiebstähle angezeigt. Wir nehmen jede dieser Anzeigen ernst, können jedoch keine Prioritäten setzen. Egal, wie groß das Rad ist.“

Vorrang in den Ermittlungen haben vor allem teure Rennräder, Mountainbikes aus dem High-End-Segment, oder Räder, denen von ihren Besitzern menschliche Namen gegeben wurden. Ein älteres Rad, wie es das Riesenrad war, steht ganz unten auf der Ermittlungsliste.

Ein Polizist, der mit dem Riesenrad-Fall betraut wurde, sieht ohnehin kaum Hoffnung und gesteht: „Die Aufklärungsquote der Polizei bei Raddiebstählen beträgt minus 4%.“ Das Minus rührt daher, dass während der Ermittlungen oft auch noch den Polizisten die Räder gestohlen werden.

Perner nahm die Ermittlungen deshalb selbst in die Hand und stieß tatsächlich auf der Auktionsplattform www.willhaben.at auf eine verdächtige Annonce. Doch für die Polizei besteht noch kein hinreichender Verdacht, da es sich genau so gut um das Riesenrad von jemand anderem handeln könnte. Pech für Perner: er hatte weder eine Nummer in das Rad graviert, noch einen Peilsender eingebaut. Ohne Beweis sind der Polizei die Hände gebunden.

UPDATE (10:06 Uhr):

Bei der Tat dürfte es sich um einen Lausbubenstreich handeln. Das Riesenrad wurde in einem Straßengraben neben der Autobahn Richtung Wolkersdorf gefunden. „Wahrscheinlich haben sich nur ein paar Betrunkene einen Spaß gemacht“, zeigt sich Perner erleichtert und sichert das Rad mit einem gerade gekauften Balkenschloss.

Denn eines hat er gelernt: Er wird in Zukunft mehr auf Sicherheit achten: „Natürlich war ich auch selbst Schuld. Das Rad stand da seit 1897 herum und nie ist was passiert. Ab heute aber werde ich es nicht immer an der selben Stelle herum stehen lassen, sondern mit nach oben in die Wohnung nehmen.“

(Jürgen Marschal. Foto: Jebulon/Wikipedia, Montage)

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Das Rad ist wieder aufgetaucht!
Aber das mit der Rückgabe ist so eine Sache. Nachdem die Rahmennummer nicht notiert wurde kann man nicht nachweisen, dass es sich um das Wiener Riesenrad handelt – jetzt bleibt es fürs erste in Polizeigewahrsam, tragisch.

Macht nix! Einfach abwarten. Kommt Zeit, kommt Rad!

Das muss das verdammte Ding sein, mit dem mein Sohn den ganzen Rückhof blockiert.

Riesenradfahren ist nicht schwer.
Da geb ich gleich mein Rhönrad her.

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