Quarantäne-Aus: Auch Corona-Tote müssen wieder ins Büro


Skelett im Büro
depositphotos.com (M)

Genug gefaulenzt heißt es jetzt für zehntausende Corona-Tote in ganz Österreich. Sie müssen nach absolvierter Krankheit, Quarantäne, Tod und Beisetzung nun wieder zurück an ihren Arbeitsplatz. Die Tagespresse traf Menschen in ihrer zweiten Blüte vor Ort.

LINZ – Zum ersten Mal seit seinem Tod im April 2021 ist IT-Spezialist Dominic Slanjankic wieder zurück in seinem Büro. Sein Chef Robert Eilederer klopft ihm auf die knöcherne Schulter und sprüht eine halbe Flasche Bruno Banani Parfum über den mumifizierten Körper. „Streng gerochen hat er leider immer schon, der Nici.“

Arbeitskollegin Julia Seibold lächelt, während sie vom Schreibtisch aufschaut. „Seit der Dominic wieder da ist, ist er tausendmal produktiver als zuvor, früher hat er immer nur aufs Handy geschaut und herumgespielt, jetzt ist er total fokussiert. Er macht das, was wir alle hier machen: Auf die Excel Tabelle starren und hoffen, dass der Tag bald vorbei ist und die Woche und das Arbeitsleben generell.“

Sarg Office nicht erlaubt

Eigentlich wollte Slanjankic weiter vom Friedhof aus im ‚Sarg Office‘ arbeiten und den Komfort der eigenen vier Buchenholzwände am Linzer Stadtfriedhof genießen, sich nur per Zoom zuschalten. Doch auf Druck der ÖVP müssen nun nicht nur Corona-Infizierte, sondern auch Corona-Tote wieder ins Büro. 

„Der Partei geht es da um die Symbolik“, erklärt Politikexperte Peter Filzmaier. „Die ÖVP will den Menschen zeigen, dass es über Gott noch eine Instanz gibt, die über dein Leben und deinen Tod bestimmen kann, nämlich der alkoholkranke, cholerische Abteilungsleiter deiner Firma.“

Aufbruchstimmung am Friedhof

Auf den Friedhöfen im ganzen Land herrscht aktuell reges Treiben. Tausende Corona-Tote werden ausgegraben und zurück in ihres Büro geschaufelt. Einen Sonderfall stellen laut Totengräber Albert Punz die verbrannten Leichen in den Urnen dar. „Die pack ma in ein Toppits und in den Büros können die sich dann den Kollegen aliquot auf ihre Aschenbecher aufteilen.“  

Politik zufrieden

Schauplatzwechsel, das Arbeitsministerium in Wien. Minister Martin Kocher verbirgt seine freudige Erektion unter dem Schreibtisch, während er sabbernd auf die aktuelle Arbeitslosenstatistik starrt. „Minus 3%, der Zentralfriedhof meldet Vollbeschäftigung!“

Der Arbeitsminister erklärt, der Tod müsse nicht automatisch das Ende des Arbeitslebens bedeuten. „Vor allem, wenn man seinen Job liebt und auf die Work-Death-Balance achtet, steht einer erfolgreichen Karriere auch nach dem Ableben nichts mehr im Weg.“ Kocher selbst ist übrigens das beste Beispiel dafür. Er ist seit 2017 innerlich tot.

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27 Kommentare
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Der letzte Satz ist DER Hammer! 👌

„Kocher selbst ist übrigens das beste Beispiel dafür. Er ist seit 2017 innerlich tot.“
Er war ein Mensch, jetzt ist Er ein Plastik-Ball

Nicht nur der letzte Satz … Der ganze Artikel ist die beste Verpopscherung der herrschenden plutokratischen Ochlokratie (= Herrschaft des Pöbels) aka Realverfassung (copyright Walter Hämmerle), die mir bisher untergekommen ist.

So schnell wie der Kocher türkis wurde und innerlich verweste, gelang es zuvor keinem ÖVP – Quereinsteiger.

Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt,
Wir steigern das Bruttonationalprodukt
Und auch der Opa steigt aus dem Grab
Und schuftet sich freudig für das Wohl der Reichen ab.

Nicht nur Alkoholkranke cholerische Abteilungsleiter bestimmen unser Leben, sondern auch vermutlich ebensolche Minister: Wem, der noch halbwegs bei Verstand ist, würde eine unbedingte Maskenpflicht im Gasthaus einfallen?? Gibt’s nicht eigentlich einen Konsumationszwang? Muss man sich also etwas bestellen, darf es aber nicht konsumieren…

Genau, die Maskenpflicht für ansteckende Kranke ist das Problem. Das die Corona-positiven ohne Maske alle anderen Gasthaus-Besucher anstecken könnten wäre ja kein Problem 😄

Am Zentralfriedhof ist Stimmung!
Puh, seid’s ihr gut böse.

„Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten ..“ von Wolfgang Ambros bekommt nach diesem Artikel eine ganz neue Bedeutung für mich….😅

Wo bleibt die Satire? Nachdem ein Gesundheitsminister erkrankte Kinder im Kindergarten mit Maske abgeben will, wo sie dann nichts trinken und essen dürfen, klingt das als ernst gemeint.

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