Inland

ÖVP will Organhandel liberalisieren

WIEN – Die ÖVP strebt im Laufe der kommenden Legislaturperiode eine Liberalisierung des Marktes für Spenderorgane an. Dies gab Bundesparteiobmann Michael Spindelegger heute auf einer Pressekonferenz bekannt.

So sollen Menschen, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind, über eine Internetauktionsplattform passende Organe ersteigern können. Der oder die Meistbietende erhält anschließend das Organ unverzüglich transplantiert.

„Es ist an der Zeit, die Verteilung von Spenderorganen nicht mehr durch intransparente und bürokratische Ranglisten zu regeln, sondern durch einen klaren und einfachen Marktmechanismus zu lösen“, so Spindelegger. „Beamte haben lange genug über Leben und Tod entschieden. Es ist an der Zeit, die Menschen entscheiden zu lassen. Es ist ja nur logisch, dass derjenige, der das Organ am dringendsten benötigt, auch am meisten dafür zu zahlen bereit ist. Das ist einfachste Wirtschaftstheorie, das versteht jeder erstsemestrige WU-Student.“

Kritik, dass durch diese Regelung wohlhabende Patienten bevorzugt werden, lässt Spindelegger nicht gelten und kündigt an, weniger zahlungskräftigen Patienten günstige Kredite über einen speziellen Gesundheitsfond zur Verfügung zu stellen.

Spindelegger weiter: „Im übrigen bringt eine solche Auktionsplattform auch viele Chancen für sozial benachteiligte Menschen. So wird es möglich sein, Nieren oder Teile der eigenen Lunge anzubieten.“ Durch erhöhtes Angebot verspricht sich Spindelegger niedrigere Marktpreise. „Außerdem bieten sich hier interessante Möglichkeiten für die Exportindustrie. Hier kann die Volkspartei neue Impulse setzen.“

(Foto: ÖVP / Jakob Glaser)

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