Chronik

Ökonom Franz Schellhorn schwer an selektiver Wahrnehmung erkrankt

WIEN – Ökonom Franz Schellhorn ist an selektiver Wahrnehmung erkrankt und befindet sich seit einigen Tagen in Behandlung. Dies gaben Ärzte des Wiener AKH heute bekannt.

Schellhorn dürfte es dabei besonders schwer getroffen haben. Dies sei den Ärzten klar gewesen als sie seinen Presse-Artikel vom 04.05.2013 lasen, in dem Schellhorn über Wirtschaftspolitik schreibt.

„Schellhorn zeigt die typischen Symptome, die wir auch bei anderen Patienten erkennen. Er hat ein bestimmtes Weltbild, dass er durch das Ausblenden bestimmter Fakten sowie die Übergewichtung oder Verzerrung gewisser anderer Fakten als bestätigt sieht.“

So sieht Schellhorn in seinem Kommentar ein „Anschwellen“ der Staatsausgaben und versucht, diese Behauptung mit dem Beispiel Österreich zu belegen, wo die Ausgaben seit Beginn der Krise um 14% angestiegen seinen. „Dabei vergisst er jedoch, dass die Ausgaben inflationsbereinigt leicht gesunken sind“, so die behandelnden Ärzte.

Doch von dieser methodologischen Fehlannahme ließ sich der Patient nicht beirren schlussfolgerte im nächsten Absatz, dass die Eurozone fünf Jahre keynesianische Wirtschaftsintervention durchlebt habe. „Auch hier sehen wir wieder das typische Verhaltensmuster. Die verzerrten Fakten führen unweigerlich zu verzerrten Schlussfolgerungen. Dabei weiß doch jeder, der Zeitung liest, dass in der gesamten Eurozone während der letzten drei Jahre ein Sparprogramm nach dem anderen verabschiedet wurde.“ Lediglich in den Jahren 2008/2009 gab es typische keynesianische Interventionspolitik, welche zu einer wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone in den Jahren 2009 und 2010 geführt habe.

Doch die Schwere der Erkrankung offenbarte sich erst im letzten Drittel des Artikels. Dort führt Schellhorn die Wirtschaftsflaute der letzten Jahre darauf zurück, dass „die Menschen sehen, dass sich die Staaten verschulden, um Reformen zu vermeiden und sich Wachstum zu erkaufen.” Diese Logik geht auf die sogenannte Ricardoequivalenz zurück, wonach Bürger auf eine Erhöhung der Staatsausgaben mit einer Reduktion ihrer eigenen Ausgaben reagieren; eine Theorie, für die es keinerlei empirische Belege gibt.

„Schellhorn lebt in einer Welt, in der rationale, vollinformierte Individuen die Fiskalpolitik ihrer Regierung analysieren und daraus Schlüsse ziehen, die ihr eigenes Konsumverhalten betreffen. Dabei hat der Durchschnittskonsument keine Ahnung von Volkswirtschaft.“ Des weiteren erkenne er nicht, dass Regierungen durch keynesianische Intervention in ihre Volkswirtschaft investieren, in der Hoffnung, später höhere Steuererträge erzielen zu können. Dies sei vergleichbar mit einem Unternehmer, der in seine Firma investiert, so die Ärzte weiter.

Schellhorn befinde sich nun schon seit einiger Zeit in stationärer Behandlung und zeigte bisher keine Heilungsfortschritte. Die Redaktion der Tagespresse wünscht ihm an dieser Stelle gute Besserung.

Alle Aussagen lassen sich auf http://stats.oecd.org verifizieren

(Foto: Wikipedia / Jacob Windham)

11 Kommentare

11 Comments

  1. Curd Eagle

    24.01.2016 um 20:01

    … Dabei hat der Durchschnittskonsument keine Ahnung von Volkswirtschaft …

    Aber der durchschnittliche Volkswirt hat Ahnung? Wo ist das Smiley mit dem Hand vorm Gesicht, ich würde gerne ein paar hundert davon einfügen. Zur Erinnerung: Jegliche Katastrophe der Welt geht von sogenannten Eliten aus, was weiter heißt: Es gibt dort oben keine Eliten, bestenfalls Abschaum, was folgende Videos deutlich zeigen.

    Solche, die in einem Zeitfenster starten, kann der Dazulernende zwar von Anfang an bestaunen, wichtig sind aber nur die nächsten Minuten, die sich mit der Startaussage befassen. Viel Spaß beim Dazulernen!

    Wirtschaftsprofessoren in Aufruhr:

    https://www.youtube.com/watch?v=yK4qbS-_wq0&feature=youtu.be&t=1967

    https://www.youtube.com/watch?v=R_VIS3xPPYE&feature=youtu.be&list=PL49037FEF66DD78D6&t=2671

    https://youtu.be/HT0_qk0Dt94?t=4229

    https://www.youtube.com/watch?v=SfuVWwiGfhU&feature=youtu.be&t=1672

    https://www.youtube.com/watch?v=dQ1s7lc-DRk&feature=youtu.be&t=638

    https://www.youtube.com/watch?v=ojfEPB9GyPI

    https://www.youtube.com/watch?v=HT0_qk0Dt94

    Die Sauereien der Reichen in GR und EU:

    https://www.youtube.com/watch?v=8c1BsZhmD4g

    https://www.youtube.com/watch?v=QIlqJbLdB78&feature=youtu.be&t=105

    https://www.youtube.com/watch?v=0ZfUKwJbxrE&feature=youtu.be&t=118

    http://www.disclose.tv/action/viewvideo/111569/Goldman_Sachs__Eine_Bank_lenkt_die_Welt/

    https://www.youtube.com/watch?v=0m6u4YjStBU

    Ergebnis für Österreich: Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb

    https://www.youtube.com/watch?v=t8hBEJnjan4

    Das ist zu tun, wenn Eliten versuchen das Volk zu vernichten?

    https://www.youtube.com/watch?v=002HhlZqKkw&feature=youtu.be&t=95

    Freundlich
    Ich

  2. P. D.

    07.07.2015 um 08:30

    Auch wenn ich witztechnisch schon Besseres von dir gelesen habe: Die Aussagen von Schellhorn sind wirklich selten dumm. Danke für die gute Analyse!

  3. VanTesticle

    06.07.2015 um 18:44

    Lieber Franz,

    Auch wenn du es selbst nicht glauben magst: dein Charisma ist nicht von so ausufernder Größe, dass du es auf mehrere Accounts aufteilen müsstest. Das Posten mit einem Nickname reicht. Oder hat sich dein Gesundheitszustand gar noch weiter verschlechtert?

    Gute Besserung!

  4. Schade

    02.06.2015 um 20:31

    Hätte nicht gedacht, dass selbst die Tagespresse ideologisch durchsetzt ist und jetzt subtil Meinungsmache ähnlich der Kronen Zeitung betreibt.

    … und nein ich bin kein Fan von Josef Schellhorn.

    • Klaus

      06.07.2015 um 12:11

      Stimmt, Satire darf keinesfalls bissig sein sondern muss nett und neutral bleiben! *triple-facepalm*

      • Josef Desperado

        06.07.2015 um 13:12

        es geht nicht darum, dass Satire neutral sein soll, aber wenn sie relativ wenig von (Volks)Wirtschaftspolitik versteht, dann sollte sie sich nicht genau dieses Thema aussuchen – sonst macht sie sich (wie hier) nur lächerlich.

        • Mondluchs

          06.07.2015 um 22:58

          Wenn ich mich recht entsinne hat der Betreiber der Tagespresse ein finanzwissenschaftliches Studium abgeschlossen, also so gar keine Ahnung wird nicht vorliegen.

          • Muriel

            18.10.2015 um 20:37

            Außerdem kritisiert er — völlig zu Recht — einen Wirtschaftsexperten, der wirklich nur in einer Satirezeitung schreiben sollte.

  5. Dietmar

    17.04.2015 um 15:59

    Die behandelnden Ärzte wären gut beraten, sich um Themen zu kümmern, von denen sie etwas verstehen und die Redaktion der „Tagespresse“ wäre gut beraten, beim Witzeerzählen zu bleiben. Komplizierte wirtschaftliche Zusammenhänge scheinen sie etwas zu überfordern.

    (http://de.tradingeconomics.com/austria/government-spending-to-gdp)

  6. Franz Peter JELLY

    05.04.2014 um 19:24

    wenn Hr. Schellhorn Krank ist dann sind alle Politiker, Verwalter und Beamte viel kränker !

  7. jonny

    16.12.2013 um 22:35

    Nach Kontrolle der Inflationsrate kann ich sagen, dass die Ausgaben sehr wohl stärker stiegen als die Inflation.

    Auch ansonsten kann ich Ihrer Argumentation nichts abgewinnen. Ihr zitiertes Paper ist interessant, aber Schellhorn erwähnt die Ric. Äqu. auch nicht, auch wenn die Argumentation in die Richtung geht.
    Was er sagt ist, dass Staatsausgaben und Niedrigzinsen den Konsum nicht unnatürlich hoch halten können.

    Ihr Artikel offenbart einiges über Ihre ideologische Einstellung, schade.
    Wenn solche Debatten hier stattfinden, vermiest das die Tagespresse.

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