Noch nicht alles erreicht: Messi will als nächstes ORF-Experte werden


Messi im ORF Studio neben Prohaska, Payer und Mählich
ORF/Roman Zach-Kiesling (M)

Mit dem gestrigen WM-Titel hat Lionel Messi fast alles erreicht, was man als Fußballer erreichen kann. Nur noch ein Titel fehlt dem Argentinier: „ORF-Experte“. Einmal im Studio neben Rainer Pariasek, Roman Mählich und Herbert Prohaska sitzen, davon träumt jeder Kicker. Jetzt könnte sein größter Traum endlich in Erfüllung gehen. 

WIEN – Zitternd legt Messi auf. Es ist ganz still in der Kabine, seine Teamkollegen starren ihn an. Dann lächelt er. „Ich bin zum Casting als ORF-Experte eingeladen, ich danke dir Gott.“ Jubel bricht aus, alle feiern ekstatisch. Torwart Martinez schreibt mit einem Edding „ORF 1“ auf den WM-Pokal und hält ihn sich zwischen die Beine. Angel di Maria bricht weinend zusammen: „Du hast erreicht, was nicht einmal Maradona gelang!“

10:46 Uhr, Flughafen Wien-Schwechat. Messis Maschine aus Doha ist gelandet. Der Superstar putzt sich am Flughafen-Klo die Zähne, seine Mama wünscht ihm per SMS aus Buenos Aires viel Glück, man merkt ihm die Anspannung an.

Auch Weltstars wie Lionel Messi müssen sich für eine Stelle beim ORF bemühen. „Ich bin gleich nach dem Finale in die Kabine und habe ganz aufgeregt beim ORF angerufen, um mich zu bewerben“, erinnert sich Messi und spuckt die Zahnpasta aus. „Zuerst wollten sie mich nicht, aber eine Tante von mir arbeitet seit Ewigkeiten in der Buchhaltung am Küniglberg und wie bei allen 3000 Mitarbeitern hat mir der Pius Strobl die Rutsche gelegt, ohne den kriegst dort oben keinen Job.“

Nervosität

Als ORF-Fußballexperte winkt ihm nun das große Geld. Für jedes Länderspiel bekommt er 5.000 Euro, für Spiele von Austria Wien sogar noch 50% Schmerzensgeld drauf. Messi geht im ORF-Backstage nervös im Kreis und kaut auf seinen Fingernägeln – gleich startet die Probesendung. Wenn er sie gut übersteht, hat er den Job. Er kontrolliert seine Frisur. „Es ist hart, gegen Pariasek zu bestehen, sein Haarstyling ist Perfektion pur.“

Auch vor Roman Mählich zittert der Argentinier: „Der hat bei Sturm Graz gespielt, sogar David Beckham fürchtet sich vor ihm. Wegen Sturm hab ich damals als kleiner Junge überhaupt erst mit dem Fußballspielen begonnen. Und mit Hannes Kartnig verbindet mich ja eine enge Freundschaft, er ist mein Steuerberater.“

Test-Sendung

Messi schlurft ins Studio. Mählich und Payer mustern den „Neuen“ argwöhnisch. Kann er mit ihren Analysen mithalten? „Was man bei dem Messi merkt, er hat keinerlei Erfahrung in der österreichischen Bundesliga. Das ist wohl seine größte Schwäche. Aber wir sind ein Team und werden ihn als Klotz am Bein trotzdem irgendwie mitschleifen“, erklärt Payer.

Peinlicher Fehler

Mählich und Payer nicken Pariasek zu, es schaut gut aus für den Argentinier. Prohaska rollt schon feierlich den „Superfund“-Bruststicker aus, das offizielle Markenzeichen der ORF-Experten.

Doch dann macht Messi den entscheidenden Fehler, als er von der Verteidigung „der Franzosen“ spricht. Die korrekte Verwendung des Genitivs – ein No-Go. Mählich starrt peinlich berührt auf den Boden. Payer ballt die Fäuste. Prohaska reißt sich sein Mikrofon herunter, verlässt aus Protest das Studio und schreit: „Ich werd mit den Gaucho sicher nicht mehr auch nur einem Sendung modirieren, die was mit Fußball zun Tum hat!“ Pariasek schüttelt traurig den Kopf. Haben sie alle Messis Fähigkeiten überschätzt?

Die ORF-Karriere des vermeintlichen Fußballgenies endet, bevor sie überhaupt begonnen hat. „Man kann wohl nicht alles erreichen“, sagt er enttäuscht, während er vor dem ORF-Zentrum auf das Taxi zum Flughafen wartet. Messi wirft einen letzten Blick auf das ikonische, allsehende ORF-Auge. Er beginnt zu weinen – und mit ihm ganz Argentinien.

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24 Kommentare
  • Kopf hoch, Gaucho! Wenn das Geld knapp wird beim ORF wird eh nur mehr die 3. Regionalklasse übertragen, und da brauchen sie absolute Fachkräfte, die Fremdsprachen sprechen…

  • Armer Messi, er könnte es ja noch als Sportdirektor bei Rapid versuchen. Dort haben sie ein geniales System der Jobrotation, da wäre er dann im nächsten Jahr Trainer, ein bisschen später Geschäftsführer und irgendwann vielleicht sogar El Presidente.

      • Spritzwein? Wos isn des? oulso bae ins in di Staeamoak kriagst a Mischung und sunst oane am Schädl – aba sischa keinn Spritzwein. Gibt’s bei ins ned. Und in Wean iss aa ned ondas oda im Buanglaund oda im Waeviertl. Do kennt jo glei a jeda daheakumma und a „Weißwein-Schorle“ hom woin. So weit kumt’s nu. A Mindestmoß and Sproch-Hygiene muaß gwoat wean, won my uns ned gonz aufgem woin. (siehe Artikel zu Kindesweglegung wegen „lecker“ vor ein paar Tagen)

  • Sei nicht traurig, Messi: eine Wallfahrt nach St. Pröllten zur Heiligen Johanna und du kriegst den Job trotzdem. Ob du nicht Deutsch kannst oder keine Ahnung vom Fußball hast: wennst Mitglied der Familie bist, ist alles egal.

      • Das ist schon seit Jahren meine Forderung: Kein Fußball-Stadion ohne Kreißverkehr! Die Rechtsregel reicht schon seit Jahrzehnten (1986) nicht mehr. (Für jüngere Semester: Damals hat jemand von rechts außen überholt, der sich Jahre später mit etwa 140 km/h und 2 promille selbst aus dem [Kreis-]Verkehr gezogen hat)

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