Nach Sieg im Economist-Ranking: Stadt Wien lässt Kickl wieder aus Käfig


Kickl mit Hannibal-Lecter-Maske
Bwag/CC-BY-SA-4.0 (M)

Wien ist erneut lebenswerteste Stadt der Welt! Doch der Sieg ist auf Sand gebaut, das Rathaus griff tief in die Trickkiste. Während die Economist-Tester in Wien weilten, verwahrte die Stadt FPÖ-Chef Herbert Kickl sicher in einem Käfig im Hochsicherheitstrakt der Justizanstalt Josefstadt.

WIEN – Fünfzig Wachen, ein Hochsicherheitsgefängnis, ein Käfig, eine lederne FFP2-Maske, um ihn am Beißen zu hindern. Der Polizeihubschrauber kreist über dem Gebäude. Die Stadt Wien überlässt nichts dem Zufall, wenn es um das Economist-Ranking der lebenswertesten Städte geht.

Nur noch 30 Minuten bis zum Eintreffen der Economist-Tester – und keine Spur von Herbert Kickl. Er läuft immer noch frei herum. „Wo ist er?“, bellt Bürgermeister Michael Ludwig in das Polizei-Funkgerät. Für Ludwig steht alles am Spiel. Zu groß ist das Risiko, Kickl könnte den ausländischen Gästen ins Wadl beißen und sie gemeinsam mit unzurechnungsfähigen Corona-Demonstranten mit Russland-Fahnen attackieren.

Schließlich ist es so weit: Kickl biegt mit Laufschuhen und Sportbrille auf den Heldenplatz ein. „Zugriff, Zugriff!“ Zehn WEGA-Beamte sprinten auf Kickl zu und fixieren ihn mit zwei kleinen Fingern am Boden. Ludwig verfolgt die Szene auf einem Bildschirm im Situation Room unter dem Rathaus, wo er sonst heikle Einsätze gegen die Fridays-For-Future-Kids überwacht. Jubelnd ballt er die Faust und beißt genüsslich in sein zweites Frühstücksschnitzerl.

„Really marvellous“

Wenige Minuten später. „Wow, diese Stadt ist ja really marvellous, so peaceful, kaum rechtsextrem, I am amused„, erklärt Earl William of Londonshire vom Economist, steigt aus der Kutsche und richtet sich verzückt sein Monokel zurecht. Bürgermeister Ludwig führt den prominenten Gast persönlich durch die Stadt. Immer wenn der Prüfer wegschaut, kickt Ludwig ein Hundstrümmerl vom Gehsteig auf den Radweg.

One moment! Was ist das?“ Der Blick des Jurors richtet sich auf die Brücke Richtung Floridsdorf, wo wie immer schwarze Rauchwolken aufsteigen. In der Ferne hallen Schüsse und Sirenen. „Haha, nix, garnix, gehma weiter, let’s go, Mister Londonscheißa“, lacht Michael Ludwig nervös und bugsiert den Juroren in Richtung Café Landtmann. „Da schau, friss no an Apfelstrudel und foar z’ruck zum Flughafen, Gspritzter.“

Brenzlige Lage

Zeitgleich im Keller der Justizanstalt Josefstadt. Kickls gespenstisches Gelächter hallt durch den Trakt. Mehrere geistig abnorme Rechtsbrecher halten sich die Ohren zu. „Der psychopathische Pumuckl muss weg, er muss weg“, flüstert ein Doppelmörder immer wieder und kauert in Embryonalstellung am Boden. Die zwei Meter großen Justizwachebeamten schlucken nervös, die Stimmung droht zu kippen.

Schließlich ist es geschafft. Earl William of Londonshire und sein Team steigen mit riesigen Sachertorten in den Händen in ihr Fiaker-Flughafentaxi, Ludwig winkt ihnen zufrieden hinterher. „Pipifein. Alles hat Weltklasse geklappt“, lächelt Ludwig. Wien ist wieder lebenswerteste Stadt der Welt, Kickl konnte keinen der Economist-Ausländer anfallen und wird zur Freude aller Gefangenen wieder aus dem Hochsicherheitstrakt entlassen – bis es in einem Jahr wieder soweit ist. 

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Wien wieder lebenswerteste Stadt der Welt?
Wie sieht es denn dann in den anderen Städten erst aus 😱

Ok, lustig ist was anderes. Ist normalerweise nicht meine Art, sachdienliche Beiträge zu liefern.

Entschuldige, ich wollte nur den Vergleich hervorheben

Und vor allem: hat sich von Anfang an jemals jemand Gedanken über die katastrophalen Auswirkungen der sogenannten Spiele gemacht? Abgesehen vnn den unvorstellbaren gesellschaftilchen und unmenschlichen, kontinent-übergreifenden Auswirkungen?
Ich wage die Behauptung: Nein
Es ist schon immer nur ums Geld gegangen.
Wer das leugnet, lebt wohl auf einem anderen Planeten.
Und das ist nicht nur in Fußball so
Mir kommt das Speiben

Siehe Dubai oder kommende FB-WM. Wen kümmert’s. Für ein paar wenige reicht’s. Um nicht zu sagen: olle ondan soin aafoch scheißn geh.

oda auf Deitsch gsogt, oafoch varreckn Is a wuascht, de Wiatschoft is wichtiga. I moa. BIP . I woaß jo aa ned, wos des hoaßt. Oba de hom ma gsogt, i soi dafia sei. Drum bin i aa dageng. Geng oiß. Scho aus Prinzip (I bin a vakappta FPÖler) Desweng wead i a neiche Partei gründn. Nua fia Sprochwissnschoftla: Dh. zwoa: oane fia de, de „1-2-3“ aussprechn wia „oas-zwoa- drei (westlich- pro-europaisch, so longs ned um’s Impfm geht). Und de ondan, de glaum, se kinan de restliche Wöt mit „ans“, „zwa“ drä“ unter sich knüppeln zu können. Oba de Juroren… Mehr »

Schiach halt

Wäre es nicht besser gewesen, Kickl weiterhin festzuhalten und stattdessen (Menschenrechte!) die anderen Häftlinge zu verlegen oder freizulassen? Jetzt beißt Kickl wieder wild um sich!

Nächstes Jahr wird eine gigantische Betonplatte mit “ grünen “ Häusern und künstlichen Badeteichen ala Seestadt den lästigen Nationalpark Donauauen/ Lobau ersetzt haben. Betonierer Ludwig I. findet künstliche Natur nämlich viel schöner als echte. Ob das dem Earl auffallen wird.
Es wird spannend….

Weniger Natur, weniger Gössen…

Wie heisst es so schön in Wien: je kleiner der Dreck, desto mehr stinkt er. Und klein ist er ja, der Kickl.

😂
Und braun ist er auch 💩

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