Die ganze Welt lacht über den dilettantischen Kronjuwelen-Raub im Pariser Louvre via Hebebühne. Wie das wirklich geht, zeigt die Familie Habsburg-Lothringen vor. Sie entwendete im Jahr 1918 Kronjuwelen der Republik Österreich. Der Plan ging auf: Heute weiß die Republik nicht einmal mehr mit Sicherheit, ob der wertvolle Schmuck überhaupt noch ihr gehört.
WIEN/PARIS – „Mit der gemeynen Hebebühne? Welch plebejisches Gerät, welch amateurhafte Toren! Wie es gar typisch sey für die Art der Franzosenhunde“, kann seine kaiserlich-königliche Hoheit von und zu und durch Habsburg nur über die Louvre-Diebe lachen.
Karl Habsburg legt entspannt die vom chronischen Inzest geschwollenen Füße hoch. Denn der Juwelenraub seines Unterwelt-Clans Habsburg-Lothringen ist ein mustergültiges Beispiel für den Diebstahl von fremdem Eigentum.
Stolz öffnet er sein Sakko aus Untertanenwolle und zeigt uns einige Kronjuwelen, die seine Familie der Republik Österreich gestohlen hat. „Juwelen raubet man mit der fahrenden Wagerei, der Kutsche, mit gar gefinkelten Advokaten, mit Scheyngutachten von mittellosen Historici, die schon seit Wochen keinen Bissen Brot mehr zwischen den faulen Zähnen hatten. Das weiß doch jedes Inzestkind.“
Großer Erfahrungsschatz
Für seine Hoheit ist es nicht der erste Coup. Schon 1998 wanderten Hilfsgelder der Hilfsorganisation World Vision in seinen Wahlkampf als EU-Parlamentarier. „Täuschung ist das Fundament jeder Dynastie“, doziert seine Durchlaucht. „Die gar einfachen Unterthanen hören ‚Habsburg‘ und schalten ihr Hirn aus, in der tumben Hoffnung, etwas von meinem längst erloschenen Glanz streifet auf ihre traurige Existenz ab.“ Einer Hoffnung, gegen die selbst Landeshauptleute nicht immun sind.
„Mich dünkt, mich dürstet“, sagt Habsburg und spaziert in einen Billa. Dort nimmt er sich eine Kiste Kaiser Bier und verlässt die Filiale, ohne zu zahlen. Eine Verkäuferin läuft ihm nach: „He, was is mit dir?“ Habsburg dreht sich um: „Was mit mir sey, gar freche Dirne? Ich bin der Kaiser, dies gärende Getränk mein rechtmäßig Eygentum. Das sey mit mir. Und Sie sind eine kleine Ameise, nicht viel mehr wert als die sieben Gulden, die thiesz Butter kostet. Husch, husch!“
Breite Anerkennung
In Paris herrscht Ernüchterung. „Jetzt bleibt uns nur noch, vom Meister zu lernen“, erklärt einer der Louvre-Diebe, während er auf seinem kleinen Fernseher in der Zelle das ZiB-2-Interview von Armin Wolf mit Karl Habsburg schaut und sich die Best Practices notiert. „Er ist in Freiheit, trinkt Champagner bei Charity-Events, tritt im Fernsehen als Kaiser auf. Und niemand kann ihm etwas nachweisen, très brilliant.“
Auch Hollywood ist auf den Gentlemangauner, der regelmäßig eine dicke Lippe riskiert, aufmerksam geworden. Regisseur Steven Soderbergh hat sich bereits die Filmrechte an der österreichischen Monarchie gesichert. Der Blockbuster „Ocean’s 1278-1918“ kommt nächstes Jahr in die Kinos, Kaiser Karl Habsburg spielt sich selbst in der Rolle des gefürchteten „Habsburglars“.
Ungläubig lauscht auch René Benko in seiner bescheidenen U-Haft-Zelle dem ZIB-2-Interview. „Dieses Geflecht aus zwielichtigen Orden, ausländischen Safes, undurchsichtigen Adels-Formalien und internationalen Familienmitgliedern, noch dazu über ein Jahrhundert hinweg geplant und vorbereitet, das ist schlicht genial“, bekennt Benko. „Vielleicht bin ich Anfänger ja sogar zurecht hinter Gittern.“


