Liste: Deswegen kann sich Wien den Betrieb der U5 nicht leisten

APA-Images / APA / HANS KLAUS TECHT / wikipedia - Bernhard Holub (M)

Die U5 wird fristgerecht fertig, aber erst vier Jahre später eingeschaltet, um „18 bis 20“ Millionen Euro pro Jahr zu sparen. Das verkündete die Stadt Wien gestern. Tatsächlich greift die Wiener SPÖ schon seit Jahren zu strengen Sparmaßnahmen mit überschaubaren Auswirkungen. Eine Auswahl jener Posten, die das Budget so sehr belasten, dass eine funktionierende U-Bahn derzeit schlicht nicht drinnen ist:

Werbeprospekt „Mein Wien“

Mein Wien Ausgabe

Alle zwei Wochen erhalten alle Wiener Haushalte ein „Mein Wien“, ein publizistisches Kunstprojekt, das bis heute vor allem Fischen bekannt ist, die damit den Heimweg vom Markt trocken überstehen. Ob jemals ein Mensch freiwillig hineingeschaut hat, ist nicht überliefert. Abbestellen lässt sich die Gratis-Massensendung nicht. Wobei, gratis ist relativ: „Mein Wien“ kostete zuletzt 16 Millionen Euro pro Jahr, oder 16,45 Euro pro Haushalt. Fast eine ganze U5, aber mit mehr Selbstbeweihräucherung.

Ausflugslokal Cobenzl

Cobenzl
C.Stadler/Bwag, CC-BY-SA 4.0

2017 ließ Ulli Sima den bisherigen Cobenzl-Pächter rausschmeißen. Als neue Pächter siedelten sich zwei Gastro-Unternehmer an. Der Plan: Eine Luxus-Eventlocation für 1.000 Menschen. In einem 30-jährigen Pachtvertrag verpflichtete sich das Rathaus, den Unternehmern im Falle einer vorzeitigen Kündigung ihr Investment abzulösen. High reward, zero risk. 2022 stellten die beiden Unternehmer fest, dass irgendwie doch niemand eine Luxus-Eventlocation im Wienerwald braucht, und kündigten. Die Stadt zahlte den Investoren 18 Millionen Euro (genau eine U5!) oder 18,50 Euro pro Haushalt. Planwirtschaft ohne Plan und ohne Wirtschaft.