Längere Fahrzeiten durch Wintereinbruch: Wiener Linien rüsten U6 mit Schlafwagen aus


U6 Schlafwagen

Minusgrade und Schneefälle führen jeden Winter zu längeren Fahrzeiten und Verspätungen der Wiener U-Bahnen. Dieses Jahr reagieren die Wiener Linien bereits vor den ersten Schneefällen und statten die Linie U6 mit Schlafwaggons aus.

Eine Fahrt im Schlafwagen von Floridsdorf bis Siebenhirten soll zwischen 60 und 90 Euro kosten. Das Management ist überzeugt, dass die Wiener das Angebot annehmen: „Viele Fahrgäste zahlen gerne für bessere Leistung. Im Schlafwagen der U6 bieten wir erstklassigen Komfortservice: das Bordpersonal serviert die Ottakringer Dosen und Gratiszeitungen direkt ans Bett.“

Die U6 wurde ausgewählt, weil sie die längste und auch am meisten frequentierte U-Bahnlinie Wiens ist. Außerdem verbindet die U6 mit Meidling, dem Westbahnhof und Floridsdorf wichtige Standorte der städtischen Schattenwirtschaft – täglich pendeln hunderte Dealer mit der U6 zwischen ihren Arbeitsplätzen.

„Das Angebot des Schlafwagens richtet sich aber auch an Touristen oder Familien, die an Bord der U6 einmal so richtig entspannen wollen“, erklärt der Pressesprecher der Wiener Linien. „Deshalb bieten wir Tickets in Verbindung mit anderen Veranstaltungen an, die auf der Strecke liegen.“ Gemeint ist z.B. das Kombiticket Kulturgenuss, bei dem zusätzlich zum Schlafwagenticket auch noch die Lugner City besichtigt wird.

Bei einer ersten Testfahrt durch die Tagespresse überzeugten uns die Betten durch Komfort. Besonders nett: Der Schwarzkappler betrat den Schlafwagen mit Mütze und Pyjama, als so genannter „Sandmann“ verkleidet, und mit den Worten „Fahrkarten bitte und Gute Nacht allerseits.“

Pünktlich um 22 Uhr ziehen wir uns dann die Decke über den Kopf, der Zug rollt aus Floridsdorf hinaus und wir schließen unsere Augen. Nur 8 Stunden später erwachen wir schließlich ausgeruht in der Station Josefstädter Straße.

Zusätzlich zum Schlafwagen werden ab 2015 in allen U-Bahnlinien Bordrestaurants integriert. Das Catering übernimmt die Firma Do&Co, die Kebabs, Leberkässemmeln und Pizzaschnitten verkaufen wird.

Inzwischen verworfen wurde aber die Idee, in der U6 auch eine „Erste Klasse“ einzuführen. Die Nachfrage im High End Segment sei eher gering, wie ein Marktforscher im Auftrag der Wiener Linien verrät: „Unsere Umfrage ergab, dass nur 0,001% aller Millionäre die U6 in ihrer Urlaubsplanung vorgesehen haben. In der U6 eine Erste Klasse einzuführen, das wäre wohl in etwa so, wie wenn ich im Kalifat eine Intimissimi-Filiale eröffne.“

(Jürgen Marschal. Foto: Manfred Helmer/Wiener Linien)

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Liebe „Dietagespresse“! Dieser Artikel erschien heute, ist also kein Aprilscherz. Umso trauriger. Der könnte genausogut auf „Dietagespresse“ gestanden haben, ist er aber nicht. Folgendes (Zitat): “ Linienflug Wien – Bratislava: „Absurder geht’s nicht“ Der ab April bei Niki angebotene Flug sorgt bei den Grünen für Fassungslosigkeit. Mit 1. April nimmt die Air-Berlin-Tochter Niki Wien – Bratislava in ihren Flugplan auf. Der Flug zwischen den nur 47 Kilometer entfernten Airports ist der weltweit kürzeste Linienflug zwischen zwei Ländern. „Absurder geht’s nicht“, lautet der Kommentar des Grünen Verkehrssprechers Georg Willi. Willi (Bild) ärgert sich über die politische Fehlsteuerung im Flugverkehr. „Keine Mineralölsteuer… Mehr »

Um nochmals aufs Thema zurückzukommen, Die U-Sex, die graoooouslichste U-bahn in Wien (in Sachen Geruch, optik, haptik, overall-feeling etc.)
Aber warum hat die U6 so einen schlechten Ruf? Und kann man was dagegen tun? Image Turn-up? …

Kann mir mal wer den Begriff „Schwuleranz“ erklären?

Das kommt wahrscheinlich aus Kaiserin Maria Theresias Zeiten. Damals wurde das sogenannte Schwuleranzpatent erlassen, welches neue Ehrentitel einführte, weil die damalige Monarchie die Beamtenschaft erheblich aufstockte und daher mehr Titel brauchte, um die neuen Hierarchien korrekt abzubilden. Somit entstanden neue Titel wie Hominiszenz, Rektor, Anabilis oder Lesboriette.

„das wäre wohl in etwa so, wie wenn ich im Kalifat eine Intimissimi-Filiale eröffne.“ Das ist so nicht ganz richtig. Es wurde bereits probeweise eine Intimissimi-Filiale im neuen Kalifat eröffnet und die läuft nicht so schnlecht. Dass eine solche Strategie unmoralisch wäre glaubt man beim Unternehmen nicht. Eine Firmensprecherin betont: „Wir nehmen die Kritik an der unorthodoxen Auslegung der Menschenrechte durch die ultraorthodoxen Machthaber schon ernst und sind uns darüber im Klaren, dass die Regierung des Kalifen im Namen Mohammeds – gepriesen sei sein Name – gelegentlich Entscheidungen trifft, die mit der Menschenwürde nach westlicher Vorstellung nicht immer völlig in… Mehr »

Ein Busenhalter zum in die Luft sprengen. Super! Da fliegen dann die Fetzen. Bummsti.

Daher das Vokabel „Sexbombe“ … na, im Ernst, auch das ist wenig originell: Wieder einmal wird nur auf bewährte Muster zurückgegriffen. In Agentenfilmen des Kalten Krieges hatte jeder bessere Geheimagent seine Portion Zyankali (o.ä.) im Stiftzahn eingebaut. Bei Missfallen einfach zubeißen und schlucken …

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