Chronik

Keine Regeln, keine Limits: Erste Waldorf-Fahrschule in Wien eröffnet

In Wien-Währing hat diese Woche die erste Waldorf-Fahrschule des Landes eröffnet. Den Fahrschülern werden weder Verkehrsregeln noch Vorschriften unterrichtet. Stattdessen wird nach dem Waldorf-Prinzip gelehrt: Jeder Mensch kann so fahren, wie er sich fühlt. Ein Lokalaugenschein.

Am Übungsplatz der Walddorf-Fahrschule Wien-Währing lernen die Schüler künstlerisch-kreatives Fahren. „Wir wollen, dass unsere Fahrschüler am Steuer ihre Persönlichkeit entfalten“, erklärt der Waldorf-Fahrlehrer Eugenius. „Wenn jemand nicht mit dem Strom schwimmen will, dann darf er natürlich auch gegen die Einbahn fahren.“

Jeder kommt durch

13 Uhr, Fahrprüfung. Die Stimmung ist entspannt. „Toll, ganz toll, wie du mit 160 an der Schule im Ersten Bezirk vorbei gefahren bist, und dann direkt vom 5. Gang runter in den 1. Gang geschalten hast! Du bist ein Freigeist, gratuliere!“, lacht Fahrlehrer Eugenius. Nachdem die Feuerwehr die Schülerin aus dem geschrotteten Wagen geschnitten hat, überreicht Eugenius ihr den Führerschein.

Verkehrsordnung ändern

Erste Anhänger der Waldorf-Fahrschule fordern nun auch eine Gesetzesanpassung. Sie fühlen sich diskriminiert, wie Eugenius erklärt. „Warum diese fixen Geschwindigkeitsgebote wie 50 km/h oder 80 km/h? Wir wollen andere Schilder mit Aufschriften wie 0 bis 200 km/h. Ich will selbst entscheiden, mit welchem Tempo ich meinen Astralleib durch das Irdische Dasein bewege!“

Ein Tag in der Fahrschule geht zu Ende. Zur Feier des Tages steckt Eugenius sich noch ein Räucherstäbchen in den Zigarettenanzünder, dann fährt er zufrieden am Gehsteig nach Hause.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Paul

    27.06.2017 um 16:59

    Was ist denn an der Beschreibung des Ist-Zustandes so besonders lustig??

  2. Jak39

    24.06.2017 um 22:15

    Bei uns nix Neues: da genügt die „steirische Matura“, zwei Klassen Volksschule, ein Tanzkurs und der rosa Schein ist gratis, inkl. 2 Krügl Gösser,außerdem sind sie entgegenkommend………als Geisterfahrer.

  3. Jak39

    24.06.2017 um 22:06

    Bei uns nix Neues: da genügt die „steirische Matura“, zwei Klassen Volksschule, ein Tanzkurs und der rosa Schein ist gratis, inkl. 2 Krügl Gösser.

  4. Teppiche

    21.06.2017 um 13:52

    Wenn bei Waldoftschülern der Führerschein in Frage gestellt wir dann doch bitte auch bei allen anderen.

  5. Belinda

    14.06.2017 um 10:39

    Das ist schön, nun kann man also individuell kreatives Fahren auch in Wien lernen. Bisher war das nur in Holland, Neapel, Bangkok und in der Türkei möglich. Wien ist eine Weltstadt. Originell anders und für alle(s) offen. Brav. Nur weiter so.

  6. Dancemyname

    13.06.2017 um 18:36

    Wir fordern dass Verkehrspolizisten in Zukunft die Verkehrsschilder tanzen
    #dancemyname

  7. Gefreiter E.

    13.06.2017 um 15:16

    Was an dem Artikel soll Satire sein? Absolventen der Waldorf-Fahrschule sieht man doch massenhaft tagtäglich im Straßenverkehr.

  8. Ein begeisterter

    13.06.2017 um 12:07

    Eine nette Anekdote zur Bildungspolitik…
    Vielleicht verdeutlicht so ein plakatives Bild für unsere Entscheidungsträger die Realität.
    Es ist nicht jeder gleich und jeder hat unterschiedliche Begabungen, somit kann auch nicht jeder die gleichen Standards erreichen.
    Gesamtschule, individuelle Ausbildungen und dann eine standardisierte, zentralisierte Reife und Diplomprüfung.
    Natürlich kann jeder bestehen, nur geht das Niveau unaufhaltsam in den Keller!
    Gratulation, dank Pisa und den darauffolgenden Auswüchsen haben wir unser qualitativ hochwertiges Bildungssystem nachhaltig beschädigt.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben