Historischer Erfolg: Foda entdeckt fernes Reich jenseits der Mittellinie


Franco Foda schaut durch Fernglas
Granada/Wikipedia, CC, Depositphotos (M)

Einen historischen Erfolg feierte gestern das ÖFB-Nationalteam: erstmals in der Geschichte drangen die Spieler in bisher unbekanntes Terrain jenseits der Mittellinie ein. Das Gebiet, in alten Aufzeichnungen der Urväter als „gegnerische Hälfte“ bezeichnet, existiert also offenbar wirklich.

BUKAREST – „Was ist das da am Horizont? Stimmen meine Aufzeichnungen etwa doch nicht? Gibt es da draußen noch ein zweites Tor?“ Teamchef Franco Foda stellt seinen Ferngucker scharf, während er über die Mittellinie hinweg blickt. Seine Assistenten wühlen nervös in vergilbten Landkarten. Ist dieses unbekannte Areal ganz weit östlich doch kein Kaffeefleck, sondern gar ein fremder Strafraum?

Foda schaut seine Mannschaft ernst an: „Schnürt euch die Schuhe, verabschiedet euch von euren Familien und euren treu ergebenen Sportjournalisten, was auch immer da draußen passiert, ihr werdet für eure Nation sterben.“

Meilenstein

Schon in der dritten Minute ist es tatsächlich so weit. „Es ist nur ein kleiner Schritt für mich, und ein noch viel kleinerer für die Menschheit, aber ein großer Schritt für die Österreichheit“, flüstert Marko Arnautovic per Funk zum Basiscamp auf der Trainerbank.

Foda atmet nervös, beißt sich auf die Unterlippe, schweigt. Dann betritt zum ersten Mal ein ÖFB-Spieler das unbekannte Terrain jenseits des Mittelkreises. Die Spieler atmen ein, hüpfen am Boden auf und ab, gewöhnen sich schnell an das Leben in der neuen Welt. Der Trainer hat Tränen in den Augen. „Wäre es vermessen zu behaupten, ich bin der Kolumbus von Wien?“

Stolz steckt David Alaba am gegnerischen Elferpunkt eine Stiegl-Fahne in die Erde. „Das hier ist ab sofort österreichisches Gebiet.“ Doch dann erblickt er in der Ecke des Spielfelds eine gelbe Fahne: „Oje, der Vatikan war anscheinend schon vor uns hier.“

Gewagte Theorie

Nach der Expedition wird Foda philosophisch. „Wenn man ganz weit draußen im gegnerischen Strafraum verteidigt und dann fest zum anderen Tormann zurückpasst, dann könnte man rein theoretisch ein sogenanntes ‚Tor‘ schießen. Angriff ist so etwas wie eine umgekehrte Verteidigung, verstehen Sie? Wahrscheinlich ist der fremde Strafraum ein Paralleluniversum, eine Spiegelung unserer Dimension.“ 

Die Existenz der zweiten Spielfeldhälfte galt in Österreich lange als umstritten. Der Legende nach gelang es zuletzt einer Gruppe von Abenteurern bei der WM 1954, in die unter Fußballexperten als „Todeszone“ bekannte Gegend einzudringen. Manche kehrten nach waghalsigen Expeditionen nie mehr zurück, der Legende nach endeten sie als Experten bei Sky oder starben einen qualvollen Karrieretod als Kommentatoren bei oe24.tv.

Auch Foda gesteht, dass er anfangs Zweifel hatte: „Eigentlich wollte ich nur den kürzesten Weg zur Kabine finden, dass wir dabei den fremden Strafraum entdeckt haben, war ein Glücksfall der Geschichte.“ 

Er plant nun bereits den nächsten Coup: „Wir werden mit dem CERN-Institut zusammenarbeiten und den Marko einen Ball immer wieder mit Lichtgeschwindigkeit durch einen kilometerlangen Tunnel schießen lassen. Ich will herausfinden, ob man nur einmal zufällig ein Tor schießen kann, oder ob dies auch mehrmals und kontrolliert möglich ist.“

Italien in Angst

Für Italien könnte es am Samstag im Achtelfinale eng werden. Derzeit befindet sich ein zehnköpfiges Forscherteam in Jesolo, um Hans Krankl am Sandstrand unter einer meterdicken Schicht Bräunungsöl zu finden. Der erfahrene Goleador mit dem Spitznamen „Indiana Hons“ soll im Achtelfinale eine weitere Expedition in den gegnerischen Strafraum anführen.

Um die Truppe während des waghalsigen Abenteuers zu verpflegen, arbeitet Marko Arnautovic derzeit an einem eigenen Arnautovic-Negroni, einer original italienischen Pasta mit Ketchup und Spaghetti Carbonara mit Schlagobers. In Italien kam es bereits zu ersten gewalttätigen Massenprotesten.

Arnautovic lässt sich davon nicht beeindrucken. Er übt vor dem Spiegel die Begrüßung des fremden Volkes auf der anderen Seite der Mittellinie: „Vaffanculo! Stronzo! Ich bin bereit, Oida.“

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Wiedereinmal einfach Weltklasse recherchiert! :D

Ihrer Meinung! „…ob man nur einmal zufällig ein Tor schießen kann, oder ob dies auch mehrmals und kontrolliert möglich ist.“ das muß einem erstmal einfallen.
Das ist ein neues Satire Genre- Quantensatire.

Eines müssen sie in den unbekannten Weiten der Fußballfeldgalaxis noch finden: eine Quelle mit Zielwasser😆😆🥰🤣

Obwohl des „Weanarischen“nicht mächtig, ist es mir doch nach mehrmaligem Lesen gelungen, „Indiana Hons“ zu verstehen. Danke für den innerösterreichischen Sprachkurs und Kulturaustausch!!

Ein Zuckerl von Kommentar! Müßte auch Foda gefallen?!

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