Hilfe für Wien Energie: Michael Ludwig darf in Money Maker Gelddusche


Ludwig im Windkanal
ORF/Andreas Friess, Bwag/CC-BY-SA-4.0 (M)

Weil die Wien Energie auf den Finanzmärkten dreimal mehr Strom verkauft hat, als sie produziert, müssen nun schleunigst sechs Milliarden Euro her. Bürgermeister Michael Ludwig macht die Angelegenheit zur Chefsache und steigt jetzt bei Money Maker in die Gelddusche. 

WIEN – „Was ist das Verrückteste, das Sie je für Geld gemacht haben? Duschen? Herzlich Willkommen bei Money Maker. In der verrücktesten Dusche der Welt sehen wir gleich den Michael aus Wien, bist du bereit, Michael?“, schreit Moderator Alexander Rüdiger mit der aggressiven Freundlichkeit eines Magic-Life-Animateurs in der vierten Midlife Crisis.

Michael Ludwig betritt im grünen Overall das Studio und winkt staatsmännisch in die Kamera. Er ist bereit für den wichtigsten Moment seiner politischen Karriere seit seinem Telefonat vorige Woche mit Falco.

Alles normal

„Michael, was machst du mit dem Gewinn?“ Ludwig läuft das Wasser im Mund zusammen. „Ich will das größte Schnitzel der Welt essen, Moment, nein, reiß di zam, Michl. Wir brauchen das Geld für die Wien Energie, weil wir ham so viel Hedging mit Futures gemacht, so nennt man das in der Hochfinanz, dass jetzt ein kleiner Finanzierungsbedarf von sechs Milliarden zur Deckung eines Margin Calls besteht, um einen Default abzuwenden, alles ganz normal.“

Rüdiger schaut skeptisch: „Also, ihr habt die Kohle verzockt?“ Ludwig schüttelt den Kopf. „Natürlich nicht, die SPÖ ist ja gegen Steuergeld für Spekulanten, es sind diese verrückten Märkte, haha, einfach voll crazy, livin‘ la vida loca!“ Rüdiger nickt. „Klingt logisch, na dann, gemmas an!“

30 Sekunden, sechs Milliarden

Ludwig darf endlich in den Windkanal. Das Geld fliegt ihm um die Ohren, die Uhr beginnt zu ticken. Er hat jetzt 30 Sekunden, um sechs Milliarden Euro zu verdienen und die Energieversorgung der Wiener Bevölkerung zu sichern. Wie in Trance steckt er sich Geldscheine ein.

Schlussposition entscheidend

Ludwigs Finanzstadtrat Peter Hanke steht hinter dem Regisseur und verfolgt den Auftritt seines Chefs kaugummikauend. „Die korrekte Schlussposition ist alles, konzentrier dich, Michi“, flüstert Hanke. 

Anstatt mit dem Finanzminister zu verhandeln und sich den Medien zu stellen, trainierte Ludwig stundenlang mit mehreren Beratern in einem Windkanal die ideale Schlussposition. Und es hat sich gelohnt, die Zeit ist abgelaufen, Ludwigs finale Pose grenzt an Perfektion, die 50er-Scheine türmen sich auf seinen verschränkten Armen.

„Wow, eine bombastische Schlussposition! Wahnsinn, lieber Michael! Und was macht die Wien Energie mit dem vielen Geld?“ Ludwig schaut zum Regisseur, der Moderator greift sich ans Ohr. „Okay, dann überspringen wir die Frage. Das war’s auch schon, vielen Dank an den Michael aus Wien! Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal mit dem Traum vom größten Schnitzel der Welt.“ 

Neuer Tag, neues Glück

Ludwig verlässt das TV-Studio, zieht sich seinen Kapuzenpulli tief ins Gesicht und setzt sich eine Sonnenbrille auf. Mit der linken Hand steckt er sich das Geld ein, mit der rechten Hand stellt er lässig eine Anzeige für drei Lamborghini Aventador auf Willhaben ein, die er gar nicht besitzt. „Diesmal haben wir sicher mehr Glück“, bestärkt ihn Hanke.

Ludwig dreht sich mehrmals um und verschwindet mit dem Money-Maker-Gewinn im Admiral-Wettbüro. Er setzt alles auf den Sieg eines südkoreanischen Faustball-Drittligisten und lehnt sich lächelnd zurück – heute ist sein Glückstag!

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I muss schon sogn, des tuat a bissal weh, wie knapp des an der Wahrheit ist …

Dem kann ich nur zustimmen 😬

Das ist die absolute Wahrheit. Grossmannsucht gepaart mit Inkompetenz kann man nicht besser formulieren 😖

Dabei müsste die SPÖ eigentlich wissen, dass wenn ma in Österreich short („Kurz“) geht, ma auf dem schnellsten Weg ist sein Geld und seine Karriere zu verblümeln

Warum nicht bei der COFAG anrufen? Geld soviel man als Unternehmer braucht, schnell, diskret und nicht nachvollziehbar.

Scheiße, ja.
Alles echt.

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