„Gottes Inquisitions-Service“: Kirche gründet eigene GIS, um Beiträge einzutreiben


Tempelritter mit GIS Logo

Möge Gott ihrer Seelen gnädig sein: säumigen Beitragszahlern geht es schon bald an den Kragen. Die Kirche gab heute die Gründung des „Gottes Inquisitions-Service“, kurz GIS, bekannt. Die Behörde von Gottes Gnaden soll rückständige Beiträge der Mitglieder eintreiben.

WIEN/GRAZ – Kreuzritter Johannes Kares (42) steigt umständlich von seinem Pferd, das er an einen Hydranten anbindet. Mehr als drei Stunden braucht er in seiner schweren Rüstung, bis er in einem Gründerzeithaus in Hietzing im dritten Stock ankommt und bei seiner heutigen Klientin mit dem Schwert gegen die Tür pocht. Blitzschnell schiebt Kares seinen Fuß in einen Türspalt.

„Momenterl, gnädige Frau, seh ich da im Wohnzimmer an der Wand ein Kreuz?“ Die 67-jährige Pensionistin Elfriede läuft rot an. „Das, äh, nein, also das ist ein sehr kleines… Bücherregal.“ Ein sadistisches Lächeln flackert über Kares‘ Gesicht. „Sie nutzen heimlich die Dienste der Kirche, oder? Nix zahlen, aber dann, wenn’s hart auf hart kommt, in den Himmel kommen wollen, stimmt’s?“ Frau Elfriede beginnt zu zittern und bekreuzigt sich mehrmals. „Ich hol mein Geldbörserl.“

Schauplatzwechsel, Graz. Der pragmatisierte Inquisitor Kares stochert mit seiner Schwertklinge durch einen Türspion. „Herr Hitzberger, ich weiß, dass Sie da sind. Ich hab da Ihre Krankenakte. Der Lendenwirbel ist verschoben? Sie haben es mit dem Kreuz? Da klingelt bei mir schon was. 700 Euro bitte. Und der Herr Toni Faber hätte dann bitte gerne noch Ihr Gmundner-Geschirr für sein Penthouse.“

„Gottes Wort“

„Wir vollstrecken hier nur Gottes Wort“, rechtfertigt sich Kardinal Christoph „Dagobert“ Schönborn und zitiert eine bisher unbekannte Bibelstelle, die er angeblich in den kleingedruckten AGB der Bibel gefunden hat. „Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: so gehet hin zu ihnen, betretet ihre Heime, und haben sie keine Silberschekel, so nehmet ihren Flatscreen mit.“ Ergriffen nimmt der Kardinal seine Brille ab. „Die Stelle haben wir voll zufällig entdeckt, die war tausende Jahre hinter einem, ähm, Altar versteckt.“

In einer neuen, lustigen TV-Werbekampagne betreibt die Kirche bereits Imagewerbung, um Säumigen eine letzte Chance zu geben. „Hallo, ich bin’s, dein Kruzifix! Bist du noch ein Saulus, der schwarz betet, oder schon ein Paulus, der brav zahlt? Ich würd mich wiiiiirklich freuen über deinen Beitrag, weil sonst muss deine Seele bis in alle Ewigkeit in der Hölle schmoren und Satan frisst dir jeden Tag zum Frühstück die Eingeweide raus, hihihi, na guuuuut, babaaaa!“

Hohe Kosten

Doch wozu braucht die Katholische Kirche überhaupt so viel Geld? Ein Priester führt uns durch die riesige Bibliothek der Erzdiözese St. Pölten und zeigt auf meterhohe Bücherregale, gefüllt mit Aktenordnern. „Anwaltskosten, Entschädigungszahlungen für die depperten Buben, die sich nicht in den Schoß der Kirche aufnehmen lassen wollten, also buchstäblich in meinen Schoß halt.“ 

Die Katholische Kirche gilt mit einem geschätzten Vermögen von 4,5 Milliarden Euro als Österreichs größter Grundbesitzer. Doch Kardinal Schönborn sieht darin keinen Grund, nicht noch mehr Besitz anzuhäufen. „Schon Jesus sagte, gebet den Armen. Und ich sag euch, wahrhaftig, die Arme unseres Lusters in der Diözese vertragen ruhig noch einige Kristalle.“

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Wenn die Arbeit gut ist, ist auch das Geld gut so sagt man… Wenn nicht, dann muss man es wohl eintreiben… oder jemandem was austreiben, oder so… Gut, dass der Papst emeritus so viele Exorzisten hat ausbilden lassen… Wobei ich mehr für einen globalen Massenexorzismus, kurz GMS via TV und Livestream wäre… Aber wo sind die Diener der 5ten und 11ten Stunde bitte diesbezüglich?… Bzw. das Resozialisierungsprogramm, kurz REP des ORF bitte, um die Menschlichkeit wieder von allen Dächern verlautbaren zu lassen, um wieder leichter zusammen stark sein zu können?…

Bearbeitet von Daniel Geb.

#Globaler Massenexorzismus, kurz #GMEX…

So ein Kreuz aber auch (Greiz nu amoi…)…

Was bin ich froh, dass die guten alten Zeiten schon lange vorbei sind…

GIS ist leider nicht ganz richtig, denn Gott hat mit der Kirche bekanntlich ja wenig am Hut…
es müsste eher katholischer Inquisitionsservice heissen, also KIS

Sie haben schon mitbekommen, dass die Bibel mittlerweile auf Neuhochdeutsch erhältlich ist und man sich die auch vorlesen lassen kann?… Bzw. wussten Sie, dass mehrheitlich die Leute in Österreich lesen und schreiben können (wenn auch nicht immer sinnerfassend… siehe Pisa Studie…) und dass somit die Teuflischsatanischen Sekten es seit langem sauschwer haben die Kirche zu unterwandern, jetzt wo die Leute schon seit Jahrhunderten wissen dass Gott ein liebender Gott ist und Jesus ein netter Kerl mit dessen Ideologie sich kein Unmenschentum rechtvertigen lässt wie damals mittels teuflischer Lügen behauptet?… Wenn ich jedoch im Koran lese wird mir schon nach 5… Mehr »

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