Gemeinden plötzlich begeistert: Regierung bezeichnet Asylwerber ab sofort als Skitouristen


Skitouristen
Happy receptionist worker standing at hotel counter

Endlich kann die Regierung die Gemeinden zur Mitarbeit bei der Lösung der Asylproblematik bringen. Dabei bedient sie sich aber eines rhetorischen Kniffs: Asylwerber werden vom Innenministerium ab sofort nicht mehr als „Kriegsflüchtlinge“, sondern als „Skitouristen“ bezeichnet. Seither rangeln sich die Gemeinden darum, wer am meisten Skitouristen unterbringen darf.

Bei einem Lokalaugenschein in der Pension „Sonnenschein“ in St. Anton am Arlberg in Tirol bietet sich uns ein idyllisches Bild: syrische Flüchtlingskinder bestreichen am Frühstücksbuffet eine trockene Semmel mit Nutoka, ein Ehepaar aus Aleppo sucht im Foyer seit einer halben Stunde nach WLAN-Empfang.

Skitourist Mahmoud B. zeigt sich im Gespräch mit der Tagespresse dankbar über die Gastfreundschaft: „Vor fünf Monaten musste ich noch Fassbomben ausweichen. Heute weiche ich nur mehr dem Hotelier aus, der mir dauernd Karten für seine Zirbenschnapsverkostung verkaufen will.“

Der Bürgermeister von St. Anton ist begeistert: „Es ist August, und wir sind ausgebucht. Das ist ein neuer Nächtigungsrekord. Dabei liegt nicht mal Schnee.“ Im Fernsehen hat er gehört, dass bis Jahresende zehntausende weitere Skitouristen das Land erreichen sollen: „Das ist grandios. Wir bauen bereits neue Hotels, um alle unterzubringen. Wir dürfen sie keinesfalls an die Schweiz verlieren!“

Der Bürgermeister hörte außerdem von vielen Skitouristen, sie wären wegen einer Organisation namens „IS“ hergereist. „Das ist wohl ein Reisebüro, IS steht offenbar für ‚International Skiing’ oder so. Wir Tiroler Touristiker sind ihr jedenfalls von Herzen dankbar.“

Auch Strache von der FPÖ ist zufrieden: „Wir können stolz sein auf unser schönes Land, so viele Touristen. Und die bleiben noch dazu nicht nur zwei Wochen, sondern meist länger!“ Um weitere Impulse für den Tourismus zu gewährleisten, hofft er auf keinen baldigen Waffenstillstand in Syrien.

An Brüssel richtet er dagegen kritische Worte: „Wir werden ganz genau darauf schauen, dass uns die EU-Bürokraten genug Skitouristen nach Österreich schicken. Wir lassen uns nicht von den anderen Ländern vom Teller fressen.“

Weiterlesen: Gelebte Nachhaltigkeit: Eva Glawischnig installiert Solarzellen auf dem Brett vor ihrem Kopf

(Foto: Kadmy/Fotolia)

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Ok, wärs bisschen mehr realistischer wärs lustiger. Aber so find ich das eher Banane.

aber so scheinheilig funktioniert das…

<3<3<3

selbst im weltweit bekannten wintersportgebiet rund um den neusiedlersee und die angrenzende pannonische tiefebene ist man hellauf begeistert. niessl und tschürtz überschlagen sich gegenseitig mit innovativen ideen. obwohl niessl schon einmal ein wintersportlicher durchbruch gelungen war – als er als ungebremster schlittschuhläufer im eis eines neusiedelerseearmes einbrach – lässt er sich nicht abhalten, sogar an den bau einer sprungschanze im haydnpark zu denken. und eine eislaufautobahn von eisenstadt bis oberwart. tschürtz hingegen ist von der idee eines grenzeinsatzes durch das bundesheer etwas abgerückt und befürwortet nun, dass die soldaten zum pistentreten für grenznahe langlaufloipen eingesetzt werden.

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