Gasfund in Oberösterreich: Sollen wir uns von diesem Schurkenstaat abhängig machen?


Gewessler schaut besorgt auf Gasflamme
Depositphotos, Eva Manhart / APA / picturedesk.com (M)

Im oberösterreichischen Molln wurden riesige Mengen an Erdgas entdeckt. Die Regierung steckt nun in einer Zwickmühle: Will man einen Energiedeal mit einem radikalen Schurkenstaat eingehen, oder vertraut man weiterhin auf Lieferungen von verlässlichen Partnern wie Katar und Abu Dhabi?

MOLLN / LINZ – Ein rechtes Regime hält das Land im eisernen Würgegriff, Frauen gelten als Menschen zweiter Klasse, Errungenschaften der modernen Wissenschaft wie Impfungen, das Rad und Feuer werden abgelehnt: der Gottesstaat Oberösterreich ist mit europäischen Werten unvereinbar. Gleichzeitig werden unter der Erde der Gemeinde Molln 22 Milliarden Kubikmeter Erdgas vermutet – ein Dilemma in Zeiten der Energiekrise.

„Passt, von uns aus kann’s losgehen“, lächelt der oberösterreichische Beamte und malt mit einem Wochenblick-Kuli ein Smiley auf einen edlen Auf1-Bierdeckel, der mit repräsentativem Hakenkreuzmuster bedruckt ist. „Die Umweltverträglichkeitsprüfung verlief positiv.“

Gefährliche Abhängigkeit

Doch Energie-Experte Dietmar Klapsch warnt: „Bezieht Österreich Erdgas aus dem autokratischen Bundesland, macht es sich erpressbar. Das Regime Stelzer-Haimbuchner könnte die Gaslieferungen als Waffe gegen Wien einsetzen und im Gegenzug verlangen, dass Wien sich umbenennt in Wels-Ost, oder, dass der Railjet nicht mehr in Wien, dafür aber in Enns, Timelkam und Bad Inzucht stehen bleibt.“

Keine Alternative

Die zuständige Ministerin Leonore Gewessler versteht die Bedenken: „Wir führen diese Gespräche natürlich im vollen Bewusstsein, dass wir hier nicht in einer Demokratie sind.“ Betroffen starrt sie bei Attnang-Puchheim aus dem Fenster des Busses. Draußen zieht eine Kuhglocken-Demo gegen 5G, 4G und elektrischen Strom generell vorbei. An einer Kreuzung findet eine öffentliche Auspeitschung einer Impfärztin statt. Ein ganz normaler Dienstagvormittag in Oberösterreich.

„Ich hab irgendwie ein schlechtes Gefühl“, murmelt Gewessler, als sie aus dem Bus aussteigt, der endlich an seiner Endstation „Impfen ist Mord“ angekommen ist. „Ich vermisse die warme Sonne von Katar, diese Herzlichkeit, diesen Respekt vor den Menschenrechten. Aber wir können jetzt nicht wählerisch sein.“

Geld stinkt nicht

Bei der Endstation in der beschaulichen Gemeinde Impfen ist Mord am Attersee warten bereits Manfred Haimbuchner und Thomas Stelzer, beide in Tracht – alle anderen Kleidungsstile sind in Oberösterreich verboten. Sittenwächter patrouillieren mit 1,8 Promille durch die Straßen.

Gewessler muss die nationale weibliche Tracht, ein Dirndl und eine Bluse vom Desigual Ansfelden, anziehen. Dann darf sie endlich in das Regierungs-Bierzelt eintreten, wo gerade ein Wiener Journalist mit Bierkrügen ins Koma geprügelt wird.

„Der Wasserkopf Wien möge zwar stinken, aber das Geld aus Wien stinkt nicht“, erklärt Haimbuchner, der „Gaddafi von Wels“. Landeshauptmann Thomas „Hussein“ Stelzer nickt zustimmend. Ihr kleiner Gottesstaat hat eine große Zukunft vor sich. 

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62 Kommentare
  • Ich bin strikt dagegen, dass der Railjet auch in Bad Inzucht hält! Das könnte die reine bodenständige Abstammung rasch durcheinanderbringen, wenn plötzlich Fremde auftauchen…

    • Ich gehe davon aus, dass die Geschlechtsteile der Bad Inzuchtler aufgrund natürlicher Selektion nicht mehr mit Außenweltlern kompatibel sind.

        • Das kann Herr Kurz nicht beurteilen, da
          ER
          zu den massgeblichen effektiven Umwandlungen der Zeiten
          wechselnd
          Aussenminister
          Innenminister
          Familienminister
          Bundeskanzler
          war
          also das war halt zu viel.
          Da kann sich ja Keiner
          auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren.

        • Ja! Die SPÖ erinnert sich an ihre Anfangszeit, als die ärgsten Nazis in die SPÖ eintraten und dort herzlich willkommen geheißen wurden!
          Am 01.07.2011 wurde unter BK Faymann (SPÖ) durch die SPÖ-ÖVP Koalition ein menschenrechtswidriges und meiner Meinung nach auch verfassungswidriges Fremdenrecht beschlossen, das mich sehr an die Nürnberger Gesetze (Blutschutzgesetz) erinnert! Ich werde diese rassistische Partei nie mehr wählen!
          Wenn ihr mir nicht glaubt, googelt einmal: „Die SPÖ, die Fremden und Josef Cap“ (SPÖ)

    • Absulut Deiner Meinung.
      weil das Gefährt ja auch potentiell
      wieder zurück fährt.
      stell Dir Das mal vor
      und schlimmsten Falls
      ein Kreiverkehr ;)
      —>love to basislager

  • Wo bleibt die Satire? In Oberösterreich geht’s wirklich so zu und wenn die ÖVP eine Gemeinde umfärben will, dann geht’s noch ärger zu.

  • Es könnte schlimmer sein … statt im relativ tolerantem Traunviertel könnte das Gasvorkommen im radikalen Mühlviertel gefunden worden sein. DAS wär dann Granitsteinschädlhärte². In der Hauptstadt Mfg-Istan würde Gewessler noch nicht mal aus dem Bahnhof rauskommen ohne mit Felsspart, Quarz und Glimmer beworfen zu werden.

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