Wirtschaft

Fahndungserfolg: Finanzpolizei entdeckt Meth-Labor mit abgelaufenem Gewerbeschein

Gewerbeschein

Eigentlich hätte es für die Finanzpolizei ein ganz normaler Routineeinsatz in einem Labor im zehnten Wiener Gemeindebezirk werden sollen. Doch als die Finanzbeamten den Laborbetreiber aufforderten, seinen Gewerbeschein vorzuweisen, staunten sie nicht schlecht: Der Schein war seit drei Wochen abgelaufen. Das Labor, das zur Herstellung der Droge Meth genutzt wird, muss nun vorübergehend gesperrt werden.

Beamten unter Schock
Beamter Karl Schrupp steht der Schrecken noch ins Gesicht geschrieben: „In meinen 30 Dienstjahren gehört dieser Fall zu den Schockierendsten. Dieser Mann hat das Labor drei Wochen ohne Erlaubnis betrieben. Für manche ist die Marktordnung scheinbar nur ein Stück Papier.“

Betreiber rechtfertigt sich
Der Betreiber, in der Szene als „Heislberg“ bekannt, rechtfertigte sich, der aktuelle Gewerbeschein sei ihm in einen ätzenden Ammoniak-Behälter gefallen und zerfressen worden. „Vom Ammoniak zerfressen, von der Grow-Lampe verglüht, versehentlich mit einer Leiche einbetoniert. Solche Ausreden hören wir oft“, spricht Schrupp aus Erfahrung.

Labor vorerst geschlossen
Das Labor muss nun vorübergehend den Betrieb einstellen. Erst, wenn der Betreiber seine Gewerbeberechtigung gemäß § 94 Z. 10 für den Betrieb eines chemischen Labors erneuert hat, erhält „Heislberg“ den Schlüssel für sein Meth-Labor wieder zurück.

Nachbarn können es nicht fassen
Nachbarn wie etwa Pensionistin Henriette S. (87) sind erschüttert: „Seit Jahren gab es keine Probleme. Er hat immer nett gegrüßt, mir die Post raufgebracht und mich hin und wieder von seinem Meth probieren lassen.“ Nie ahnte sie, dass „Heislberg“ ohne gültige Gewerbeberechtigung arbeitete.

WKO-Präsident schockiert
Die Dreistigkeit des aktuellen Falls erschüttert selbst höchste Ebenen des Landes. WKO-Präsident Christoph Leitl sprach mahnende Worte: „Wenn Sie schon deppert genug sind, sich selbstständig zu machen, dann beachten Sie: Es ist völlig wurscht was Sie produzieren. Mikrochips, Designershirts, Schusswaffen, Drogen. Sie müssen sich dem Diktat der Wirtschaftskammer unterwerfen.“

Weitere Missstände?
Gegen Redaktionsschluss erreicht uns noch die schockierende Meldung, wonach das alarmierte Marktamt auf weitere Missstände im Meth-Labor stieß. „Bei der Produktion wurde ein unzulässiger Kochlöffel aus Holz verwendet“, heißt es. Außerdem gab es in den Mitarbeitertoiletten keine Papierhandtücher. Es wird davon ausgegangen, dass für den Weiterbetrieb massive Umbauarbeiten notwendig sind.

Bezahlte Anzeige: Wird Marcel Koller von Stronach abgekauft? Crowdfunding-Aktion soll Milliardär stoppen

Weiterlesen: Speziell für Hipster: Erster Drogenring bietet Fair-Trade-Koks

12 Kommentare

12 Comments

  1. Anonymous

    07.02.2016 um 22:23

    Besser die hätten die WKO geschlossen und das MET-Lab ausgebaut. Bekifft sind beide gleich, nur beim MET-Lab kommt kein Betrug heraus.

    • Anonymous

      07.02.2016 um 22:25

      Ach, METH heißt das Zeugs, kennt man ja nur vom Hörensagen, wenn man nicht in der WK und anderen schwarzen Einrichtungen arbeitet.

  2. Anonymous

    07.02.2016 um 22:09

    Wie kann bei denen der Gewerbeschein abgelaufen sein? Zuviel zu tun bei den Lieferungen zum Ballhausplatz und zu wenige Mitarbeiter, den Papierkram noch zu erledigen?

    Schließlich sind in unserer politischen Unklasse alle so belämmert, dass ich nur das vermuten kann.

  3. esefkaler

    16.11.2015 um 22:39

    Das nächste Problem scheint noch auf den Betreiber zuzukommen : das Arbeitsinspektorat. Keine Sicherung der Gasflaschen zu lange Arbeitszeiten (10.05 Stunden an mehreren Tagen ) keine natürliche Belichtung und kein verbündeter Betriebsrat. So geht’s nicht

  4. Flügelhorn

    16.11.2015 um 13:17

    Die Tagespresse ist die Beste! ?

  5. David

    16.11.2015 um 13:06

    Im Bezirk Neubau gibt es mobile Labors auf Rädern, für die ganz Umweltbewussten:
    http://www.vocativ.com/underworld/crime/bikes-new-mobile-meth-labs/

  6. khg

    16.11.2015 um 11:47

    Ich möchte darauf hinweisen, dass die Unschuldsvermutung nicht außer acht gelassen werden sollte….

    Darüber hinaus wird es schwer eine neue Gewerbeberechtigung zu erhalten, weil die Definition von wand von der Regierung noch ausständig ist. Momentan sind alle mit der Definition des Wortes Zaun beschäftigt… Eine Herkules Aufgabe…

    Von verdunkelungsgefahr, kann aber zum Glück nicht gesprochen werden, da sich das Labor im Keller befand und ohnehin nie Tageslicht hinein gefunden hat.

  7. Rosi

    16.11.2015 um 11:10

    Typisch Tagespresse, schreiben wieder mal nur die halbe Wahrheit. Eine erschreckende Entdeckung wurde völlig verschwiegen:
    Nachdem die Beamten den ersten Schock wegen des fehlenden Gewerbescheins verdaut hatten, wurde ein weiterer schwerer Mangel festgestellt: Es fehlte jegliche Spur einer Registrierkasse!

    • kplatz

      16.11.2015 um 11:14

      Stimmt! Von der Registrierkassenpflicht für Dealer wird überhaupt viel zu wenig berichtet!

  8. Georg

    16.11.2015 um 10:32

    LOL, genial.
    Aber einen Lektor braucht ihr ;-)

    • Wimpl

      16.11.2015 um 11:07

      Stimmt, sind schon einige Patzer drin…Der Artikel an sich wäre gar nicht so schlecht…

    • Briefträgerin

      16.11.2015 um 18:25

      Genau. Der Postillion kann das besser. Einiges stammt ohnehin von dort.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben