„Dürfen nicht mehr tatenlos zusehen“: Schallenberg will jetzt tatenlos wegsehen


Schallenberg schaut bei Bildern aus Kabul weg
BKA (M)

Lang genug hat Österreich bei den Vorgängen in Afghanistan nur tatenlos zugesehen. Außenminister Alexander Schallenberg fordert jetzt einen radikalen Kurswechsel: Er will künftig nur noch tatenlos wegsehen. 

WIEN – Verzweifelte Menschen, die sich an Tragflächen von Flugzeugen festklammern. Ein Vater, der einem US-Soldaten sein Baby übergibt. Hinrichtungen durch die Taliban. Seit Tagen schockieren die Nachrichten aus Afghanistan die ganze Welt. 

„Ich kann da nicht mehr tatenlos zusehen. In dieser Situation braucht es schnelle, unbürokratische Hilfe“, sagt Schallenberg, steht entschlossen auf und schaltet den Fernseher aus. Statt Nachrichten aus Kabul hört man nur mehr das Zwitschern der Vögel vor dem Fenster. „Ah, schon viel besser. Schnell und unbürokratisch, perfekt.“

Wie jeden Tag nimmt Schallenberg am Weg ins Ministerium auch heute einen kleinen Umweg über den Zentralfriedhof. „Ich gehe einfach so gern über Leichen. Ich schätze mich glücklich, in der Politik mein Hobby zum Beruf machen zu dürfen.“

Der Minister wird kurz ernst. „Es kann doch nicht sein, dass man einfach in ein fremdes Land geht, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen, was glauben diese Menschen denn, wer sie sind? Alexander Schallenberg?“, seufzt der gebürtige Schweizer.

Christlich-sozial

In Zeiten der Not scheuen sich auch andere Teile der ÖVP nicht, im Sinne der christlich-sozialen Lehre zu helfen. Sobotka veranstaltete gestern im Parlament eine Gebetsstunde für alle, die unter den Nachrichten aus Afghanistan leiden. „Herr, wir bitten dich, erlöse uns von den Bildern aus Kabul.“ Sobotka findet in Zeiten wie diesen Halt in der Bibel: „Schon Jesus hat gesagt, wir brauchen in Afghanistan Hilfe vor Ort, um ein neues 2015 zu vermeiden, Matthäus 2, 20.“

Gespräche laufen

„Hilfe vor Ort“ – so lautet weiterhin die Maxime der ÖVP. „Und daher installieren wir Thomas Schmid bald als neuen Taliban-Chef. Gerald Fleischmann ist schon in Gesprächen. Leider sind die Taliban seinen Umgangston nicht gewohnt, drei Taliban-Pressesprecher in Kabul enthaupteten sich vor Angst selbst.“

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz zeigt sich offen: „Sie wissen, ich helfe gerne, es steht jedem Afghanen frei, mich zu kontaktieren, meinen IBAN finden Sie auf der Partei-Website, 49.000 Euro sind umgerechnet etwa 893 Schafe, gern auch via Paypal oder Patreon, danke.“

Freude über Spenden

Die Hilfe vor Ort kommt tatsächlich an. Neugierig packt eine Familie in Kandahar eine der Kisten aus. „Schaut, das funktioniert alles noch“, ruft die Mutter und zeigt ihren Kindern mehrere gebrauchte Laptops, Handys und Festplatten. Freudestrahlend hält die Tochter einen Laptop hoch, auf dem in großen, bunten Blockbuchstaben „Gernot Arbeit“ steht. 

Lassen Sie sich täglich über neue Artikel informieren.


43 Kommentare, 2.5k Shares
43 Kommentare
neuste
älteste top
Inline Feedbacks
View all comments

Ich verklage die Tagespresse, weil sie behauptet eine Satiere-Seite zu sein und hier „getarnt“ echte und warheitsgetreue Berichterstattung macht!!! Bin stolz Abonnent zu sein!!!

Ich kann die Realität nicht mehr von der Satire unterscheiden….

Und der Mahrer hätte keine Zeit für einen Job in Afghanistan?

Einer der schmerzhaftesten und furchtbarsten Artikel.
Danke für Eure Arbeit.

Choose A Format
Personality quiz
Series of questions that intends to reveal something about the personality
Trivia quiz
Series of questions with right and wrong answers that intends to check knowledge
Poll
Voting to make decisions or determine opinions
Story
Formatted Text with Embeds and Visuals
List
The Classic Internet Listicles
Countdown
The Classic Internet Countdowns
Open List
Submit your own item and vote up for the best submission
Ranked List
Upvote or downvote to decide the best list item
Meme
Upload your own images to make custom memes
Video
Youtube, Vimeo or Vine Embeds
Audio
Soundcloud or Mixcloud Embeds
Image
Photo or GIF
Gif
GIF format