„Die nächsten werden entscheidend“: Anschober verzichtet ab sofort auf Zeiträume


Anschober hält Schild
Alex Halada / picturedesk.com (M)

Der Kampf gegen Corona ist kompliziert, chaotisch, unübersichtlich. In Anbetracht der diffusen Corona-Lage will Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei Pressekonferenzen künftig auf exakte Zeitangaben verzichten, um die Bevölkerung nicht zu verwirren. Damit sind wohl endlich auch die letzten Klarheiten beseitigt.

WIEN – „Was sind schon ein Monat, eine Woche, ein Tag? Die Zeit ist ein Kreis!“, sagt Anschober und zieht an seiner Pfeife. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich Bücher von Heraklit. „Panta rhei! Das sind doch nur willkürlich festgelegte Punkte, die sich an den Bewegungen von irgendwelchen Himmelskörpern orientieren. Zeit existiert nur in unseren Köpfen! Zeit ist ein soziales Konstrukt!“

Anschober schaut drei Tage aus dem Fenster und springt dann plötzlich auf. „Ach so, darf ich euch was zu trinken anbieten? Kaffeetschi? Ui, draußen schneit’s, was haben wir denn eigentlich gerade für ein Jahrhundert?“

Unsicherheitsfaktor

Im Gesundheitsministerium sieht man die unklare Lage als Unsicherheitsfaktor für konkrete Zeitpläne, wie Chief Medical Officer Katharina Reich erklärt: „Wir haben dieses B117 lange unterschätzt, weil wir dachten, es handelt sich um die neue Bundesstraße, die Horn mit Langenlois verbindet. Erst seit dieser Woche wissen wir von der neuartigen Virusvariante. Wenn wir jetzt noch herausfinden, was ein Virus ist, sind wir sicherlich auf einem guten Holzweg.“

Gute Nachrichten

Immerhin hat Anschober heute auch gute Nachrichten: „Die Krise dauert nur mehr wenige Tage. Vorausgesetzt, Sie befinden sich auf der Venus, wo ein Tag 243 Erdentage dauert. Denn Zeit ist relativ.“ Er liest den Wikipedia-Artikel über die Relativitätstheorie und schiebt sich seine Brille auf die Nase. „Schon Albert Einstein hat trefflich angemerkt: ‚Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und der Lockdown – aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.‘“

Auf unseren Einwand, die Regierung kündigte ursprünglich ein Ende des Lockdowns für 18. Jänner an, reagiert Anschober nur lächelnd. „Wir haben nicht gesagt, welches Jahr. Nochmal ganz langsam: Zeit. Ist. Relativ. Wenn Sie sich nicht vom Fleck bewegen, so wie wir den ganzen Sommer, dann dauert ein Zeitpunkt bis in alle Ewigkeit.“

Anschober schaut auf seine Armbanduhr, die vor sieben Jahrhunderten stehengeblieben ist, schlüpft hektisch in seinen Lodenmantel und zieht sich eine Schnabelmaske an. „Oje, ich muss leider los, ich hab in genau 45 Minwochen und 30 Sekstunden einen Termin bei meinem Pestdoktor, auf zur Dienstkutsche!“

Gelassenheit

Die österreichische Bevölkerung nimmt die Änderung der Pandemiepolitik gelassen zur Kenntnis: „Wir müssen da alle zusammen als Nation unsolidarisch sein. Für mich persönlich ist’s egal, ob ich jetzt ein paar Tage oder Wochen oder Monate diese Maske am Kinn tragen muss“, so Simon Angerer aus Tirol. Selbst bei einer raschen Ausbreitung der Mutation fühlt er sich ob des heimischen Gesundheitssystems in guten Händen: „Wir sind eines der reichsten Länder der Welt, Österreich ist bitteschön immer noch eine Intensivstation der Seligen.“

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Ich war schon immer dafür auf willkürliche Jahreszahlen zu verzichten.
Die Welt wurde doch vor 5000 Jahren von Donald Trump, Kickl, Q Anon aus einer gechippten 5 G Blase erschaffen und von Bill Gates programmiert. Das habe ich in einem Buch von Christine A. aus dem Kaufhaus Österreich gelesen. Die hat das alles bestimmt NIEMALS abgeschrieben

Anschober ist eine klare Fehlbesetzung, warum hat ihn der Basti nicht schon längst durch Hofrätin Kommerzialrätin Ing. Dipl. Ing. Mag. DDDDr. Aschbacher ersetzt?

apropos, Anschober ist Absolvent einer Landeslehrerbildungsanstalt

Hat er doch eh schon. Die Trojanerin ist schon am Weken und zerstört das letzte Vertrauen in den Rudi.

Oje, da haste ein paar Titel vergessen! Ganz schlecht in Österreich.
Dkfm., MBA Dr.h.c. von der Lumumba University in Kinshasa.
Dann noch Gräfin von und zu durchlauchte Plagiatis.

Hoffentlich weist man im Bier und im Schnitzl auch bald Corona nach. Villeicht demonstrieren dann mehr Menschen, wenn die Betäubung langsam nachlässt und das Hirn langsam wieder zu ticken beginnt.

Im Schnitzel hochgradig wahrscheinlich. Im letzten Sommer war im „Falter“ zu lesen , dass drei Viertel aller Schweine in Intensivhaltung lungenkrank sind. Sollte aber trotzdem kein Problem sein, weil dieser Anteil durch Aquaplaning auf der Zunge ins Schleudern und damit in den Verdauungstrakt kommt, wo er wie die sonstige Nahrung fein säuberlich gepalten wird.
Die Info dazu wird aber so schnell von der medialen Bildfläche verschwinden wie im Fall der zweiten Anzeige der WKStA gegen die vorgesetzte Behörde (OStA Fuchs, Sektionschef Pilnacek).

Der Finger des Ministers schwebt über dem absouten Anderswo. Wir werden die Erde wohl evakuieren müssen…

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