Dickpic-Verbot: FPÖ muss Gruppenfotos künftig zensieren


FPÖ (M)

„Wer anderen Personen unaufgefordert ein Foto eines Schwanzes übermittelt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten zu bestrafen“ – dieser Gesetzesentwurf bringt die FPÖ in die Bredouille. Der Partei bleibt laut Experten keine andere Wahl, als alle Fotos ihrer Mit-Glieder künftig zu zensieren. 

WIEN – „Ein Beidl, noch ein Beidl, noch ein größerer Beidl“, der Grafikdesigner der FPÖ stöhnt, öffnet einen Energy Drink und bearbeitet die Gesichter des Parteiteams. „Und da ein ganz ganz kleines winzi mini Spatzi“, er verpixelt das Gesicht von Herbert Kickl mit genau einem Pixel.

Der Grafiker arbeitet derzeit rund um die Uhr. Alle offiziellen Pressefotos der FPÖ müssen an das kommende Dickpic-Verbot angepasst werden. Kein leichter Job in einer Partei voller Beidl. „Eigentlich ein ganz fescher Kampl“, lächelt der Grafikdesigner und betrachtet den verpixelten Kickl.

Der Parteichef gibt zu: „Ich hab fremden Frauen auf Telegram schon 300 Mal unaufgefordert Fotos von uns geschickt, aber es hat noch nie funktioniert, ich konnte noch niemanden damit überzeugen, uns zu wählen. Aber wer weiß, vielleicht hätte es ja beim 301. Mal funktioniert? Schade, wir werden es nie wissen.“ Der parteieigene Sender FPÖ TV übersiedelt auf YouPorn in die Kategorie „German Gangbang“.

Machtausübung

„Es geht den Tätern um Machtausübung“, erklärt Psychologin Rosa Lengauer. „Wer einer Frau ungefragt ein Foto eines steifen Kickls, eines hochrot erregten getaserten Vilimskys oder eines entblößten Nepps schickt, will ihr in Wahrheit signalisieren: Du kannst dich nicht wehren, ich dominiere dich, ich schick dir FPÖ-Fotos und FPÖ-Feuerzeuge wann ich will.“

Obwohl den Tätern in den meisten Fällen klar ist, dass sie in diesem Moment ihrem Opfer gegenüber übergriffig handeln, schwingt oft trotzdem die zumeist aussichtslose Hoffnung mit, dass die Zielperson so geringe Ansprüche hat, dass sie doch irgendwann im Rausch einmal schwach wird und FPÖ wählt.

Opfer, die Anzeige erstatten wollen, werden bei der Polizei meist gar nicht ernst genommen und mit einem FPÖ-Kugelschreiber vor die Tür geschickt.

Erregung

Noch vor der Ankündigung des Verbots gab es erste Bürgerbeschwerden bei den Behörden. Pensionistin Henriette etwa erzählt, einmal während dem Mittagessen nichts ahnend über ihre Facebook-Timeline gescrollt zu haben, als ein FPÖ-Inserat ihr gehörig den Appetit verdarb. Die 73-jährige beschreibt ihren ungewollten Kontakt mit den Bildern als hochgradig verstörend. 

„Das waren drei phallusförmige, völlig mit Venen übersäte, stark behaarte Gestalten“, beginnt Henriette zu schildern, „Einer war sehr klein und stoppelig, ein anderer war eher breiter und stand Stramm zum Gruße – ein Dritter hatte einen Gehstock, sein Hoden humpelte und er hatte so ein lustiges Runzeln auf der Eichel, das fast wie ein gespenstisches Lächeln aussah.“ Was sich durchzieht: Fast alle sind an der Wange beschnitten.

Henriette erstattet jetzt Anzeige gegen Unbekannt. „Diesen Menschen muss klar werden, dass das unaufgeforderte Zeigen solcher Obszönitäten, ob als Social-Media-Post, Inserat oder Postwurfsendung, Folgen hat.“

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