Damit Van der Bellen keinen Zugriff hat: Blümel geht mit Finanzministerium spazieren


Haus wird transportiert, daneben Blümel
Wenzel/BKA (M)

Bundespräsidenten hassen diesen Trick: Um dem Exekutionsbefehl des Verfassungsgerichtshof zuvorzukommen, ging Finanzminister Gernot Blümel heute kurzerhand mit dem Finanzministerium spazieren.

WIEN – Eigentlich sollte Bundespräsident Van der Bellen heute wichtige Unterlagen aus dem Finanzministerium holen. Doch als er in der Johannesgasse 5 mit Brecheisen, einem aus Zigaretten gebastelten Dietrich und einem Exekutionsbefehl auftaucht, starrt er verdutzt auf eine riesige Lücke.

„Suchen Sie des Ministerium?“, schreit ein Würstelstandbesitzer über die Straße und kratzt sich mit einer Bosna in der Hose. „Der Blümel is gerade damit im Burggarten spazieren gegangen.“ Van der Bellen zündet sich sieben Gauloises gleichzeitig an. „Ich halt die türkisen Trottel nimma aus.“

Kein Novum

Der Bundespräsident ist nicht freiwillig hier: Er folgt einem Aufruf des Verfassungsgerichtshofes. „Da Blümel selbst nicht in der Lage ist, die Mails zu liefern, muss der Präsident nachhelfen“, heißt es im Wortlaut.

„Dies ist kein Novum in der Geschichte der Republik, schon im März musste der Präsident dem Finanzminister die Schuhbänder binden, da der das nicht schaffte. Außerdem bringt Van der Bellen im Hause Blümel auch regelmäßig den Müll runter, weil Gernot keine Lust hat. Immer wieder kommt es auch dazu, dass der Finanzminister von seinem Balance Board fällt und orientierungslos am Rücken liegt wie eine Schildkröte, bis ihn der Bundespräsident wieder aufstellt.“

Blümel weist Kritik zurück

Wir treffen den Finanzminister kurz darauf vor der Kantine des Palmenhauses. Überraschenderweise steht er gerade auf beiden Beinen. „Ein Protein-Cappuccino-Smoothie für mich, was trinkst du?“, lächelt er das mehrgeschossige Gebäude neben ihm an. Es reagiert nicht.

Kritik, warum er ausgerechnet jetzt verschwunden sei, versteht Blümel nicht. „Jeder muss mal an die frische Luft und – ah, hey Schatzi, Schaaatzi!“ Blümel lacht und winkt seiner Frau, die ebenfalls zufällig auftaucht. „Die geht gerade mit dem Rocky Gassi“, sagt er und zeigt auf einen zwei Jahre alten Schredder.

Kanzler zufrieden

Das Parlament wird ignoriert, der Rechtsstaat mit Füßen getreten, die Medien mit Inseraten und Interventionen kontrolliert, die Verfassung als unverbindliche Empfehlung aufgefasst. Der Kanzler ist zufrieden. „Sie kennen mich, ich bin ein Demokrat. Schon als kleines Kind war ich gern in Griechenland auf Urlaub, der Wiege der Demokratie. Ich wurde für einen neuen Stil gewählt. Vom Volk! Nicht vom Parlament! Gefällt er Ihnen? Jo? Jo? Wie, Sie haben gedacht, ich hab mit ’neuem Stil‘ Reformen gemeint? Bei allem Respekt, aber das sind linguistische Spitzfindigkeiten. Sind Sie schon geimpft? No? No?“

Akten geliefert

Schließlich ist es dann doch soweit. „Puh, sind da wirklich alle Akten drinnen? Irgendwie riechts da nach dem Sobotka?“, seufzt Van der Bellen, während er die Lieferung entgegennimmt. „Na geh, bitte, nicht schon wieder…“ In den ÖVP-Kartons befindet sich nichts außer mehrerer Kothaufen. Blümel selbst versteht die Aufregung nicht, da er die Akten nur physisch nachreichen kann: „Wie Sie wissen, habe ich ja keinen Laptop. Was für E-Mails soll ich Elektronisch übermitteln? Was ist ein E-Mail? Was ist ein Elektronisch?“

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Darüber kann ich nicht Mal mehr lachen. Es ist peinlich, welche Dreistigkeiten wir über uns ergehen lassen. Aber Herr und Frau Österreicherin regen sich lieber über Astra Zeneca, den grünen Pass und den Dieselpreis auf.

Stimmt leider …

Ja genau Rudi. Mi stinkt das auch schon unpackbar an

Sorry Rudi disslike

Künftig sollte bei Interviews die erste Frage an alle Politiker der ÖVP lauten:
„In welcher Verfassung befinden Sie sich?“

Bearbeitet von Poet1980

Könnten Sie das bitte auf Sobotkisch übersetzen?

… wobei der/die Befragte bei seiner/ihrer Antwort natürlich nicht an die Wahrheitspflicht gebunden ist.

Dafür gilt jedoch auch bei nachweislicher Falschaussage die Unschuldsvermutung.

Eher die Unmutsverschuldung….

Eher die Ungustlvermutung…

Leute, Ihr macht einen tollen Job! Den realen Wahnsinn noch zu übertreffen – Gratulation! Mein Abo ist wirklich jeden Cent wert!

Jetzt verstehe ich: die ganzen Nullen hat der Gernull in der Wiener ÖVP untergebracht – und jetzt fehlen sie im Budget!

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