Wer träumt nicht von einem Job im Back-Business? Doch die wenigen freien Stellen sind heiß begehrt, kaum jemand erfüllt die Anforderungen der Bäckereien. Wer es als Mehl-Millionär schaffen will, braucht nicht selten einen Abschluss in Yale oder Oxford und muss Familie und Freizeit für immer hinter sich lassen. Sind Sie bereit für die Aufgabe Ihres Lebens?
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1 Ihre Gehaltsvorstellung:
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1.100 brutto (mit Bereitschaft zur Unterbezahlung)
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1.100 brutto plus ein alter Kornspitz
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Wie das Wort schon sagt, stelle ich mir einfach nur vor, ich würde ein Gehalt bekommen
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2 Das will ich aus meinem Job in der Bäckerei mitnehmen:
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Eine Staublunge
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Eine Lunge voller Staub
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Geld (Spaß, eine Staublunge)
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3 Statt eines 13. und 14. Gehalts freue ich mich über:
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zwei Kaisersemmeln
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zwei Topfengolatschen (Selbstkostenbeitrag 80 Cent pro Stück)
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Kostenlose Windeln, damit ich nicht während der Schicht aufs Klo muss
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4 Um vier Uhr früh will ich:
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mich in einer tschernobylartigen Mehlwolke wachhusten
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mich gerade von meinem Chef mit einem steinharten Laib Brot züchtigen lassen
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pünktlich von einer 12-Stunden-Schicht als Uber-Fahrer gut gelaunt in der Bäckerei ankommen
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5 Sie fragen nach sieben Stunden Arbeit, ob sie mal eine kurze Klopause machen dürfen, ihr Chef sagt nein, wie reagieren Sie?
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Ich arbeite noch die restlichen 17 Stunden des Tages fertig und gehe natürlich erst dann aufs Klo.
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Ich nutze diese eine kleine Luftlücke, die in jedem Kornspitz eingebacken ist, als Pissoir.
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Ich pinkel mir selbst in den Mund, um für die Firma die Kosten für Leitungswasser zu senken
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6 Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?
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In der Karibik am Meer, als Leiche angespült von einer Welle, nachdem ich mich wegen Burnouts in die Donau geworfen habe.
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In zehn Jahren ist meine aktuelle Schicht noch nicht zu Ende, fragen sie mich in 20 Jahren wieder.
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Ich mach Karriere und schufte nicht mehr in einer Bäckerei, sondern in einer Brotmanufaktur.
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7 Betriebsräte sind:
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geistig abnorme Rechtsbrecher
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Schuld an 100 Milliarden Hungertoten unter Mao
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Super, aber bei uns nicht nötig, wir sind ja ein sympathischer Familienbetrieb, wer das anders sieht wird gefeuert
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das wahre Virus
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8 Das werde ich einmal am Totenbett bereuen:
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pro Stunde nur 397 statt 400 Tiefkühlsemmerln in den Ofen geschoben zu haben
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meinem Chef mit frechen Gehaltsforderungen den Urlaub an der Côte d'Azur versaut zu haben
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Am 16. Februar 2007 heimlich einen Marillenkrapfen genascht zu haben
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Während der Arbeit schmutzige, perverse Fantasien mit der Kollegin über die gemeinsame Gründung eines Betriebsrats gesponnen zu haben
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9 Mein Lebensmotto lautet:
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Bake fast, die young.
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Wer den Chef nicht ehrt, ist die Nougattasche nicht wert.
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Über Geld spricht man nicht, man hat es nicht.
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Bewerbungstest: Haben Sie das Zeug zum Bäcker?
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Ergebnis
Ja, Sie haben das Zeug!
Gratuliere! Geld, Freizeit und einfache Menschenwürde sind für Sie bloß nutzlose weltliche Dinge, die von dem geistigen Erlebnis ablenken, das man nur um 3 Uhr früh bekommt, wenn man sich unter den Argusaugen des besoffenen Chefs an einem Striezel die Finger Wund knetet. Die Backstube, in der Sie Abbitte leisten, ist Ihr asketisches Kloster, wo Sie durch Ihren Verzicht anderen helfen können, in ihrem Leben aufzusteigen - zum Beispiel dem Firmenleiter per Business-Class im Flieger nach Fuerteventura.


