„Bei uns kommt immer noch der Nikolo“: Herzinfarkt-Patient schickt Notarzt weg


Alter Mann neben Notarzt-Auto
Iris Hammelmann/Pixabay, Depositphotos, Montage

Aufregung heute im Hause der Wiener Familie Gruber. Als Vater Ludwig wie jedes Jahr kurz vor Weihnachten einen Herzinfarkt erlitt, tauchte ausgerechnet am 6. Dezember der Notarzt vor seiner Tür auf. Doch als Verteidiger des Brauchtums verscheuchte Herr Gruber den „Gstudierten in seinem depperten Kostüm“ wieder. Denn der einzige, der heute die Familie Gruber besuchen darf, ist der heilige Nikolaus.

WIEN – Das Leben als Wiener fordert seinen Tribut. Gegen 7 Uhr früh kollabierte der Familienvater und Vizepräsident des Simmeringer Modelleisenbahn-Vereins Ludwig Gruber (67) wie jedes Jahr im Advent. Auch heuer verstopften raue Mengen Punsch, Vanillekipferl und Martini Gansl lebenswichtige Herzkranzgefäße. Doch als Gruber nach kurzer Ohnmacht wiedererwacht, folgt der Schock.

Ungebetener Gast

„I hob glaubt, I reiß glei no an zweiten Herzkasperl dazua auf“, zürnt der gelernte Frühpensionist, nachdem er wieder zu sich kommt. „Über mir kniet der Notarzt, irgendso a Dr. Jovanovic, den hob i scho gfressen mit so an Namen! Daneben grinsen a Weib mit an Erste Hilfe Koffer und a Kameltreiber als Zivildiener. Quo vadis tu felix austria sog I do nur.“

Grubers Puls stieg daraufhin wie von Zauberhand wieder an. Laut Einsatzprotokoll habe sein Körper „solche Kabeln“ bekommen. Gruber ist daraufhin aufgesprungen und habe den Notarzt mit den Worten „Bei uns kummt am 6. immer no der Nikolo!“ aus seiner Wohnung vertrieben. 

Tradition

„Auch wenn die linken Emanzen rund um diese Greta gleich wieder rotieren: Der Wickerl und ich machen es immer noch so, wie es sich die Apostel in der heiligen Bibel vor 100.000 Jahren ausgedacht haben“, erklärt Ehefrau Gertraud. „Am 6. Dezember kommt ein alter türkischer Mann über die Balkanroute nach Österreich und verteilt Süßigkeiten an unsere Kinder. Buch Nikolo 2:14-17. So war es immer schon und so wird es immer bleiben.“

Dass der Nikolo Ausländer war, lassen die Grubers nicht gelten. „Damals gehörte laut Wickerlpedia Byzanz noch zum Habsburger Reich, also der Herr Nikolaus ist eindeutig ein Hiesiger.“ (Anm. der Red: Wickerlpedia ist die Info-Plattform von Ludwigs Kleingartenverein ‚Weltverschwörung Israel, die ungeschönte Wahrheit!!! e.V.‘)

Brauchtum zu ignorieren bringe laut Gruber nicht kalkulierbare Risiken mit sich: „Da Bua von am Orbeitskollegen hat 2016 kan Nikolo ghabt in Kindergarten, weil der angeblich ‚krank‘ war, seitdem is er im Dschihad.“

Abschied

Gegen 19:30 schickt uns Ehefrau Gertraud schließlich hinaus. „Bitte um Verständnis, jetzt beginnt die Zeit im Bild. Da möchte der Wickerl immer seine Ruhe, damit er sich über die GIS aufregen kann, bis er durch seinen täglichen Schlaganfall sanft in den Schlaf gleitet.“

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„gelernte Frühpensionist“
Man muss das mehrmals lesen um alles mitzukriegen, großartig!

??

muss weg geschickt werden, wenn man noch auf den Weihnachtsmann hoffen kann.

Ja super

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