Inserate: Jeder bewilligte Teilpensionist kostete bisher 2.900 Euro Werbung

Stellen Sie sich vor, Sie sind Manager einer Firma. Zur Bewerbung eines neuen Produkts, das zehntausende Käufer finden soll, lancieren Sie eine umfassende Marketingkampagne. Budget: 342.067,27 Euro. Ein halbes Jahr später haben sich 313 Interessenten gemeldet, 118 davon durften das Produkt tatsächlich kaufen.

In jeder normalen Firma wäre es nun an der Zeit, demütig den Hut und die nächste Bim zum AMS zu nehmen.

Zum Glück trug sich diese Geschichte nie so zu. Sie spielte sich nicht in der Privatwirtschaft ab, wo kein Stein auf dem anderen bleiben würde, sondern lediglich im Sozialministerium, wo unorthodoxes Vokabular wie „Performance-Standards“ seit der Monarchie gegen die Dienstvorschrift verstößt.

Weniger Gehalt, weniger Pension

Das Modell „Teilpension“ ist schnell erklärt. Ältere Menschen dürfen länger arbeiten. Dafür bekommen sie weniger Gehalt und greifen vorzeitig auf ihre eigene Pension zu, je nach Alter mit lebenslangen Abschlägen.

Quasi wie wenn McDonald’s einen kleineren Big Mac bewirbt, der dafür deutlich teurer ist. Eigentlich muss das ein Selbstläufer sein, dachte auch die Regierung, die bereits mit Einsparungen in Höhe von 200 Dezilliarden Millionen Euro kalkuliert hatte, noch bevor sich ein einziger Interessent gefunden hatte.

Mit Jahresbeginn wurde die Teilpension eingeführt, begleitet von einer zweimonatigen Werbekampagne des Sozialministeriums. Ein halbes Jahr später lagen laut Medienberichten 313 Anträge vor. Davon wurden 118 von der PVA bewilligt.