Während Schüler in der Klasse schwitzen: Bildungsverwaltung gönnt sich Klimaanlage

Google Maps

In den Schulklassen tropft der Schweiß auf die sich wellenden Mathehefte. Die Fenster sind heiß genug zum Würstelgrillen. Während unsere Kinder in aufgeheizten Gebäuden gegart werden, setzt die Bildungsverwaltung auf angenehm kühles Raumklima – allerdings bei sich selbst.

Ganz Österreich nähert sich dem Siedepunkt. Der Grund: ein völlig neuartiges Phänomen namens Klimawandel, das die Republik nach kaum vier Jahrzehnten Vorwarnzeit eiskalt erwischt. Zu schnell für das heimische Schulsystem: zahlreiche Klassenzimmer verwandeln sich derzeit in pädagogische Airfryer.

Ein Wiener Vater versuchte kürzlich das Unmögliche: Gemeinsam mit anderen Eltern bot er der Schule an, auf eigene Kosten Ventilatoren für das Klassenzimmer seiner Tochter zu spenden.

Gegenüber Ö1 berichtet er vom darauffolgenden bürokratischen Spießrutenlauf. Schulen dürfen Geschenke nämlich nicht einfach annehmen, sondern brauchen eine Genehmigung. Doch die Schulverwaltung MA 56 nahm das Geschenk nicht an. Begründung: Ventilatoren seien „ineffizient“.

Auch Außenjalousien wurden abgelehnt, weil sie ja bekanntlich „nicht funktionieren“, zitiert der Vater die Behörde. Die Gesetze der Thermodynamik gelten in Wien offenbar erst, wenn das Magistrat eine Genehmigung für Schwerkraft, Schall und Wärme ausgestellt hat.

Das Resümee des Vaters im Interview: „Wenn ich die Schule frage: Darf ich euch einen Ventilator schenken? Und es sind schon drei Stellen der Stadt Wien zuständig, um diese Entscheidung zu treffen, dann ist da schon ein Problem da.“

Recherche

An dieser Stelle drängt sich eine Frage auf: Wie kommt eine Magistratsabteilung auf den Gedanken, dass Ventilatoren ineffizient sind und Jalousien keine Schatten werfen? Um diese Frage zu klären, hat unser Investigativ-Team keine Kosten und Mühen gescheut und das modernste Spionagewerkzeug der Welt gestartet: Google Maps.

Ein Blick auf das Dach der MA 56 liefert die Antwort. Dort findet sich…