Heute Vormittag wurde der spektakuläre Raub von 7200 NFTs von Klimts „Der Kuss“ aus der Krypto-Wallet des Belvedere bekannt. Der Schaden belief sich laut Belvedere auf 13 Millionen Euro, laut letztem Preis von OpenSea auf 57 Euro, doch der immaterielle Schaden ist natürlich unbezahlbar.
Immerhin handelte es sich um mehrere tausend einmalige, unersetzliche JPEGs. Es war gewiss im Sinne Gustav Klimts, dass sein Jahrhundertwerk aus reiner Profitgier in kleine digitale Quadrate zerschnitten und als hochspekulatives Investitionsvehikel an Krypto-Bros verscherbelt wird. Um dieses wertvolle österreichische Kulturerbe zu schützen, hat die Tagespresse umgehend Ermittlungen aufgenommen.
Der Redaktion gelang es heute Vormittag, die entwendeten Meisterwerke auf der Darknet-Plattform „Wikipedia“ zu lokalisieren. Mit einem hochkomplexen Cyber-Angriff („Rechtsklick -> Bild speichern unter“) wurden die Dateien sichergestellt und mittels Photoshop wieder in 7.200 exklusive Kacheln zerschnitten.


Da sich die Kunstwerke nun in unserem Besitz befinden, richtet die Chefredaktion folgendes Ultimatum an die Museumsleitung des Belvedere: Wir fordern die Summe von 6,5 Millionen Euro (exakt die Hälfte des ursprünglichen Ausgabewerts). Die Übergabe erfolgt heute um Mitternacht in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen in einem Aktenkoffer vor dem Belvedere-Springbrunnen.
Kommen Sie alleine. Keine Polizei, keine Kunsthistoriker.
Sollte die Leitung unserer Forderung nicht nachkommen oder die Behörden einschalten, sehen wir uns gezwungen, das Zipfile und alle 7200 JPG-Dateien in den Papierkorb zu verschieben und diesen anschließend unwiderruflich zu leeren.
Um zu beweisen, dass das Werk in unseren Händen befindet und (noch) wohlauf ist, zeigen wir hier einen Ausschnitt des Ohrläppchen des küssenden Mannes:

Machen Sie keinen Blödsinn.
Die Tagespresse


