24.000 Dollar pro Laib: Joseph Brot überholt Bitcoin


Bäckerei
Depositphotos (M)

Die Märkte spielen verrückt. Der Kurs des weltweit gehypten Spekulationsobjekts „Joseph Brot“ zog nun sogar an Bitcoin vorbei. Erstmals wechselte heute in einer Wiener Filiale ein Laib Brot um 24.000 Dollar den Besitzer. 

NEUBAU – Blockchain war gestern, der neue Hype am Finanzmarkt heißt Breadcrumbs. Analysten sind bullish und überschlagen sich mit Kurszielen. „Wo wird der Preis in einem Jahr stehen? Bei 100.000 Dollar? Einer Million? Alles ist möglich“, sagt der Wiener Benjamin Pils, Finanzexperte und BWL-Student im 17. Semester, der laut eigenen Aussagen selbst langjährige Börsen-Erfahrung aufweist, die er sich in zwei Tagen auf Reddit, in der Investment Punk Academy und in der Dr. Gernot Blümel Abendschule angeeignet hat.  

Soeben hat Benjamin sein gesamtes Erspartes investiert. Für 400 Euro und den Wiener Philharmoniker seiner Großmutter bekam er heute bei Joseph eine halbe Scheibe Bio Roggenvollkornbrot. „Meine Altersvorsorge“, erklärt er stolz. „Leider war ich vorher ur hungrig und hab mir schon eine kleine Dividende gegönnt.“

Hype

Immer mehr Menschen verkaufen sogar ihre Häuser, um das Geld in ein Lachsbrötchen bei Joseph Brot anzulegen. Nicht nur Kleininvestoren, auch institutionelle Anleger springen auf den Zug auf: „Wir sind all-in gegangen und sehr bullish“, erklärt ein Manager der Erste Bank, der für die Zusammenstellung des neu aufgelegten MSCI_Core_Glutenfree_Fonds zuständig ist. „4.937 glutenfreie Tiroler Krustenbrote, kaufen, kaufen, kaufen, jetzt! Strong buy! Ist die Order durch? Yes! Möge Gott uns alle schützen, weil die Republik haftet mit 89 Milliarden dafür. Let’s fuck!“

Skepsis

Doch namhafte Bitcoin-Investoren wie der 11-jährige Japaner cock_chain_666 zweifeln nach wie vor, ob sich ein Umstieg lohnt. „Das ist schon hochriskant. Reale Anlagewerte sind eine Gefahr: Ein Haus kann abbrennen, ein Brot kann zum Schimmeln anfangen“, erklärt der Bitcoin-Billionär. „Da bleibe ich lieber konservativ und setze auf virtuelles Internetgeld, das täglich extrem schwankt und dessen Urheber niemand kennt. Nennt mich altmodisch, aber da fühl ich mich einfach sicherer.“

Blase?

Finanzexpertin Claudia Schmied warnt vor einer Blase: „Es wäre nicht das erste virtuell aufgeblasene Spekulationsobjekt aus Österreich, das untergeht.“ Sie erinnert an die gescheiterte Krypto-Währung „Jörg Haider 100er“, sowie den Wiener Gastro-Gutschein, die sich alle als Bauernfängerei und Pyramidenspiele entpuppten.

Sie empfiehlt, das Risiko zu streuen: „Ich empfehle Mischbrot, 80% Weizenbrot und 20% Roggenbrot vom Hofer, buy and hold, gerne auch zwei Wochen übers Ablaufdatum hinaus, alles andere ist der verzweifelte Versuch, den Markt zu schlagen.“

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Wieviel hat sich Joseph Brot diesen Tagespresse-Artikel wohl kosten lassen? 1/2 kg Bio-Mischbrot?

Tut mir leid, dass du dir jetzt kein Joseph Brot mehr leisten kannst. Zu Zeiten, wo sich das ein kleiner Skipper noch kaufen konnte, war es das beste Brot ever🥖

Ich warte, bis bei ebay eine angebissene Leberkässemmel mit dem Konterfei von Bastl und Gernot versteigert wird. Dann setz ich meine ganze Erbschaft ein!
Hoffentlich setzt der Sobotka nicht die Barschaft der Mock-Stiftung dagegen, powered by Novomatic.

Wie Basti und Gernull im Leberkäse verschmelzen und der Brüllaffe dazu betet ist eine himmlische Vorstellung.

Ja, das müsste wirklich Mal gesagt werden. Irgendwann werden sich viele wundern, dass Bitcoin gar keine richtige Währung ist 😁

In meiner Jugend haben wir in der Schule mit Schilling und Groschen Fitschigogerl gespielt. Aber jetzt ist Oberstufe eh nur mehr virtuell also reicht wahrscheinlich auch virtuelle Währung?

In sehr naher Zukunft wird die Corona-bedingte (Hyper-)Inflation im Galopp unser gleichsam fragiles wie fiktives kapitalistisches System zertrampeln und uns Preise bescheren, dass uns rd. € 19.600 (USD 24.000) für einen Laib Brot wie ein Geschenk erscheinen werden. ZB kostete im Mai 1923 in Deutschland ein Kilo Brot 470 Mark, im Juli 2.200 Mark und im Okt. 14 Millionen Mark. Im Nov. lag der Kilo-Brotpreis bei 5,600.000.000 (5,6 Mrd.) Mark. (Quelle Dt. WirtschaftsWoche Internet)
Ich kann mich daher der zitierten Finanzexpertin-Meinung nur anschließen: Kauft Brot!
Bald wird es heißen: Kaut Brot, aber langsam, um satt zu werden.

Eine Hyperinflation kommt nur von Krieg und Rüstung – siehe die 20er Jahre. Denn da wird das Verhältnis zwischen Angebot an Waren und Dienstleistungen und der Nachfrage dramatisch zu zweiterer verschoben. An dieses alte Marktgesetz muss man ausgerechnet die sogenannten Marktradikalen öfters erinnern.
Was ich daher von PESCO (und Wunderbastis Behauptung der Budgetneutralität) halte, dürfte so klar wie nachvollziehbar sein.

Zum Glück haben wir keine Mark mehr, dürfte eine ziemlich volantile Währung sein. Diese exorbirante Inflationskurve erinnert mich an das Marketingbudget der Regierung..

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