Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist heute morgen in Wien gelandet und hat Asyl beantragt. Dies bestätigten mehrere Grenzbeamte am Flughafen gegenüber der Tagespresse.

Demnach landete er inkognito mit Sonnenbrille mit der ersten AUA-Maschine aus Moskau und begab sich sogleich zur Passkontrolle, wo er sich als politischer Flüchtling zu erkennen gab.

Laut Angaben des Beamten, der seinen Antrag entgegennahm, entschied sich Snowden für Österreich, weil ihn die Trägheit der österreichischen Justiz zutiefst beeindruckt habe: „Er meinte, hier fühle er sich vor den Kraken der US-Justiz sicherer als in jedem Entwicklungsland.“

Schon seit Jahren habe er mit großer Aufmerksamkeit beobachtet, mit welcher Leichtigkeit sich Karl-Heinz Grasser und seine Freunde einer rechtskräftigen Entscheidung entziehen würden. Doch vor allem die Länge der Asylverfahren sei der ausschlaggebende Faktor gewesen: „Österreich ist für ihn der Ort, an dem er alt werden will“, so der Beamte, der anonym bleiben will (Name der Red. bekannt, Anm.).

Innenministerin Mikl-Leitner gab sich gegenüber der Tagespresse zugeknöpft: „Ich kann lediglich bestätigen, dass ein US-Amerikaner am Flughafen Wien Asyl beantragt hat. Zum Schutz der Identität des Herrn Snowden kann ich aber im Augenblick nicht mehr bekannt geben.“ Mehrere dutzend Beamte seien nun mit der Bearbeitung des Falls betraut. „Mit einem Ergebnis des Asylverfahrens ist jedoch nicht vor 2022 zu rechnen“, kündigt die Ministerin an.

Zahlreiche Zeugen wollen Snowden mittlerweile dabei beobachtet haben, als er mit einer Immobilienmaklerin ein Eigentumshaus vor Wien besichtigte.