Chronik

Frisör wird nicht fertig: The Makemakes sagen Song-Contest-Auftritt ab

Makemakes

Seit acht Tagen schon arbeitet der Frisör der „Makemakes“ an den Haaren der Bandmitglieder – doch jetzt steht fest: Die Zeit reicht nicht mehr, um die Frisuren der Musiker in eine fernsehtaugliche Form zu bringen. Die Band zog daher die Notbremse und sagte die Teilnahme am Song Contest kurzfristig ab.

„Leider bleibt uns nichts anderes übrig“, erklärt Sänger Dominic und wirft vor Wut den Fön an die Wand. „Wir schaffen es einfach nicht mehr, Schnitt und Fassung in unser Haar zu bringen“, schluchzt Bassist Markus und reißt sich dutzende Lockenwickler vom Kopf. Tränen vermischen sich mit Haargel, Haarspray und Pflegespülung und kullern dickflüssig die Wangen entlang.

Auf Twitter bekundeten zahlreiche Fans unter #katHAARstrophe ihre Anteilnahme. ORF-Chef Wrabetz ist zur Zeit Backstage und versucht, die Band zu beruhigen: „Klar sind sie enttäuscht, aber die Burschen wissen selbst genau: So wie sie jetzt aussehen, kann ich sie zur Hauptsendezeit nicht ins Fernsehen lassen. Dann wäre der Song Contest FSK18 und dürfte per Gesetz nicht vor 23:00 beginnen.“

Laut aktuellen Meldungen hat der Friseur heute Nachmittag im Gebiet zwischen dem Ohr und der Schläfe des Sängers einen Burn-Out erlitten. Die Band ist jedoch auf ihren Stammfriseur angewiesen und ein Auftritt ohne ihn unmöglich, wie der Manager betont: „Er war der einzige Friseur Österreichs mit der Fähigkeit, die Haare so zu gestalten, wie die Makemakes es wünschten.“

Trotz intensiver Suche konnte in ganz Wien kein Frisör gefunden werden, der mit den Musikern zusammen arbeiten wollte. Der Vorsitzende der österreichischen Frisörinnung verteidigt die ablehnende Haltung seiner Mitglieder in einer Aussendung: „Was die Band ‚The Makemakes’ unter dem Begriff ‚Frisur’ versteht, ist nicht mit dem Berufsethos unserer Zunft vereinbar.“

Der ORF musste nun kurzfristig Ersatz auftreiben und konnte in der Eile nur noch auf eine interne Lösung zurückgreifen: Österreich wird beim Song Contest nun von Peter Rapp vertreten, der die Titelmelodie der Brieflos-Show summen wird. Wolfram Pirchner begleitet ihn und pfeift dazu in eine leere Bierflasche. Die Buchmacher sehen Österreich nun wieder unter den Top 3.

Der Schock bei den Makemakes sitzt tief, denn die Vorbereitungen auf den großen Moment heute Abend waren enorm: „Monatelang waren wir im Proberaum und haben verschiedenen Dinge versucht: mal wild gelockte Haare, mal sanft gewellt. In jeder Probe haben wir die Zöpfe anders arrangiert, und jetzt das!“

Das Karriereende sei dies jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: „Jede Krise birgt eine Chance; wir planen bereits für die Zukunft. Unser großer Ziel ist Amerika. Wir wollen uns einmal dort frisieren lassen, wo schon die Rolling Stones frisiert wurden.“

Weiterlesen: Gericht gibt ihm Recht: Strache darf Südtirol mit „HC Rap“ am Song Contest vertreten

(Jürgen Marschal. Foto: ORF/Milenko Badzic)

4 Kommentare

4 Comments

  1. Peter Hofmueller

    07.06.2015 um 10:05

    Mehr als eine Kitsch Veranstaltung,dieser „hochgelobte“ „ESC“!

  2. Televoting

    28.05.2015 um 01:05

    Tja, deswegen gab es auch europaweit Null Punkte für Österreich, denn die Makemakes waren noch beim Friseur.

  3. Why did se chicken cross se road?

    26.05.2015 um 16:11

    Gehen die Makemakes zum Billa. Fragt sie die Verkäuferin, ob sie eine Kundenkarte haben. Sagen sie: Nein, wir sammeln keine Punkte.

  4. Ritschi

    23.05.2015 um 21:13

    Nix gegen Peter Rapp,

    aber lasst doch die Sängerknaben das Lied vom Heidenröslein singen, BIIIITTE !!!

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