„Unwillig zu arbeiten“: Tiroler ÖVP will Säuglingen die Mindestsicherung streichen

„Solidarität ist nicht länger tragbar“, so begründete die ÖVP-Tirol gestern ihren neuesten Vorstoß bei der Mindestsicherung. Laut dem Vorschlag sollen nur Personen die Mindestsicherung beziehen können, die willig sind zu arbeiten. Die ÖVP will deshalb Säuglingen und Kindern mit sofortiger Wirkung die Zahlungen streichen.

Erziehungsmaßnahme

„Kinder sollen lernen, dass man sich im Leben alles erarbeiten muss. Die Streichung der Mindestsicherung für die Jüngsten entlastet nicht nur das Budget, sondern ist zudem auch gut für die Wirtschaft“, rechtfertigt Wirtschaftsbund-Obmann Franz Hörl von der ÖVP den drastischen Schritt. „Studien haben gezeigt, dass die Kostenersparnisse durch Kinderarbeit eine positive Auswirkung auf das Wirtschaftswachstum haben.“

Auch Landeshauptmann Platter kritisiert die oft lasche Arbeitseinstellung der Tiroler Säuglinge. „Die Babys liegen den ganzen Tag nur faul im Kinderwagen, leben auf Kosten der Allgemeinheit und lassen sich von ihren Eltern durchfüttern“, so Platter. „Ich persönlich folge deshalb schon lange dem Prinzip „Leistung muss sich lohnen“, solange es nicht meine eigene Leistung ist, die sich für mich lohnt.“

Vorbild ÖVP

Dass es durch die Kürzungen zur Verarmung breiter Bevölkerungsschichten kommt, glaubt die ÖVP nicht. Sie empfiehlt Betroffenen, es einfach so zu machen wie ÖVP-Mitglieder: 10-15 Innenstadtwohnungen aufkaufen und das Geld für sich arbeiten lassen. Zudem empfiehlt die ÖVP, auf den Stör-Kaviar im Babybrei zu verzichten und stattdessen einfach normales „Hipp Moët & Chandon“ zu servieren.

(Michael Mingler)