Gemeindewohnungen: So wurde still und heimlich halb Wiener Neustadt verklopft

wikipedia / C.Stadler/Bwag

Ein neues, goldenes Zeitalter bricht an. Wiener Neustadt verklopft fast drei Viertel seiner 2.192 Gemeindewohnungen. Am 1. September 2026 übergibt die Stadt ein Paket mit 1.242 Mieteinheiten an drei Investoren. Ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn zeigt: Das kann eigentlich nur gut gehen. 

In Österreich stehen Gemeindebauten unter Beschuss. Zwar nicht wirklich, so wie Innenminister Karner das gerne hätte, aber sprichwörtlich.

Kaum eine Partei will sich das Betongold entgehen lassen, egal ob Schwarz, Blau oder Rot – die Sozialwohnungen gehören „verklopft“, da ist man sich offenbar einig.

Die Logik ist sehr einfach: Die Stadt braucht Geld, also verkauft sie Wohnungen. Danach hat sie Geld und keine Wohnungen mehr. Problem halbiert.

Geheim-Deals

Wie viel Wiener Neustadt, das „Paris Osteuropas“, mit dem Deal einnimmt, ist derzeit noch ein gut gehütetes Geheimnis. Spannend wäre etwa, ob man über den legendären 594 Euro pro Quadratmeter liegt, die Karl-Heinz Grasser einst beim BUWOG-Verkauf für die Republik eifrig herausverhandelte.

Ebenso geheim ist, wer im Gemeinderat im Oktober 2025 dafür abgestimmt hat. Denn: Alleine hätte die ÖVP nicht genügend Stimmen gehabt. Hat die SPÖ mitgestimmt, oder doch die FPÖ, die sich derzeit auf den Donaustädter Bezirksvorsteher Nevrivy einschießt, weil er ebenso Gemeindebauwohnungen verklopfen möchte?