Der Rechnungshof hat diese Woche einen 93-seitigen Bericht über die Wirtschaftskammer veröffentlicht. Die Plagiatsjäger der Tagespresse stießen bei einer Routineprüfung des Dokuments auf bedenkliche Parallelen. Zahlreiche Textpassagen dürften eins zu eins, aber ohne jede Quellenangabe, aus dem rhetorischen Standardrepertoire der WKO übernommen worden sein.
Der Rechnungshof geht hart mit der Kammer ins Gericht: 693 Körperschaften, rund 1.000 Organisationseinheiten, 1.200 Organe, 10.300 Funktionäre, ein völlig unzureichendes Personalcontrolling bei über einer halben Milliarde Euro Personalaufwand und Entschädigungen, bei denen der Begriff „Ehrenamt“ recht liberal ausgelegt wird. Kurz gesagt: Die WKO ist ein träger, intransparenter und überteuerter Apparat.
Doch: Genau diese Kritikpunkte richtet die WKO seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig an die Politik, die Verwaltung und die Arbeitnehmer. Ein detaillierter Textabgleich zeigt, wie dreist sich der Rechnungshof am geistigen Eigentum der Kammer bedient hat.


