Noch bevor er diesen Dienstag ins Wochenende startete, ließ Bürgermeister Michael Häupl mit einer Ankündigung aufhorchen: Im Zuge einer Verwaltungsreform wird eine Neustrukturierung der Wiener Bezirke erfolgen.

Demnach wird Wien statt in 23 nur mehr in zwei Verwaltungsbezirke aufgeteilt sein: Südlich der Donau werden alle Bezirke zum Bezirk „Wien“ zusammengelegt. Die düsteren Lande nördlich des Flusses werden zum Bezirk „Mordor“ fusioniert.

Historische Entscheidung

„Das Gebiet jenseits der Donau war allen richtigen Wienern schon immer fremd und unheimlich. Bis heute wagt es kaum jemand einen Fuß in diese gottverlassene Gegend zu setzen“, erklärt ein Rathaussprecher.

Viele, die es dennoch gewagt haben, kehrten nie zurück. Und jene die es doch hinaus geschafft haben, sind entweder dem Wahnsinn verfallen oder erzählten von schauderhaften Begegnungen mit Ork-ähnlichen Wesen, betrunkenen Trollen und aggressiven Kleingartenbesitzern, so der Sprecher weiter.

Ein Ring sie zu knechten

Die Entscheidung hat aber auch historische Gründe, wie Stadthistoriker Dr. Johann Rudi Reginald Tollkühn auf Nachfrage erklärt: „Im legendären Duell um Wien anno 2015 besiegte Fürst Häupl den Lord Strache.“

Doch Gerüchten zufolge streifte sich Strache in den Schicksalsbergen der Wachau vor kurzem den einen mächtigen Ring über, mit dem er nicht nur sich selbst knechten, sondern auch ganz Wien ins Dunkel treiben kann. Deshalb überlässt man ihm lieber gleich das ohnehin verlorene Gebiet, wo er bereits ein Büro im zukünftigen Bezirksamt bezogen hat.

Das zukünftige Bezirksamt von Mordor.
Das zukünftige Bezirksamt von Mordor. (Foto: Markus Schleininger/Flickr, Montage)

Schutzmaßnahmen

Um zu verhindern, dass Strache seine Diener von Mordor nach Wien schickt, will die Stadt sämtliche Brücken über die Donau sprengen. „Denn schon in der Weissagung unser Altvorderen hieß es: „Was die Götter durch Wasser getrennt haben, soll der Mensch nicht verbinden“, so der Historiker.

Was nach der Verwaltungsreform mit seiner Vizebürgermeisterin Vassilakou geschehen soll, richtet Stadtoberhaupt Häupl hingegen persönlich aus: „Die schick i wieder durt hin wo’s herkumman is‘. Zu ihre Pfeifenkraut rauchenden Hippie-Parteifreunde ins Auenland!“

(Alexander Lueger. Foto oben: Die Tagespresse)