VW-Skandal weitet sich aus: Autos mit Luftballons statt Airbags ausgestattet


Luftballons bei VW

Die Vorwürfe sind vernichtend: Volkswagen soll bei seinen Dieselautos nicht nur die Abgaswerte manipuliert haben, sondern auch die Ausstattung. Bei zahlreichen Modellen wurden ab 2014 statt Airbags nur noch Luftballons eingebaut.

„Wir haben unseren Augen nicht getraut, als wir im Labor die neuen VW-Modelle mit einem Crashtest-Dummy am Fahrersitz gegen eine Wand krachen ließen“, erzählt ein Techniker der zuständigen US-Behörde. Dann zeigt er uns den roten Gummifetzen, der im vollkommen zerstörten Gesicht der Puppe klebt. Aus dem Armaturenbrett schnellte beim Aufprall kein rettender Airbag, sondern ein Luftballon.

Wobei: Schnell ging es in den wenigsten Fällen. Vielen Modellen ging beim Aufblasvorgang des Luftballons die Luft aus, der Motor begann zu stottern, sie mussten über den Vergaser immer wieder Luft holen und benötigten bis zu zehn Minuten, um die Luftballons vollständig aufzublasen.

Die Firma VW gestand die Vorwürfe inzwischen ein, weist jedoch darauf hin, „dass die Luftballons mit Konfetti gefüllt waren, was erstens den Aufprall deutlich abmildere, und zweitens das an sich tragische Ereignis eines Unfalles durch den bunten Konfettireigen humorvoll auflockere.“

Wie skrupellos der Konzern tatsächlich vorging, erzählt ein ehemaliger Ingenieur des Unternehmens, der die Manipulationen nicht mehr mittragen wollte: „Zuletzt wurden dem Vorstand sogar die Luftballons zu teuer und sie meinten, wir sollen einfach nur noch Lidl-Sackerln einbauen, oder Stroh, das beim Aufprall dem Lenker ins Gesicht geschleudert wird.“

VW weist den Vorwurf zurück, man habe deutsche Tugenden wie Zuverlässigkeit und Perfektion verraten und den Ruf einer ganze Branche zerstört. „Ja, wir haben manipuliert“, gesteht der zurückgetretene VW-Chef Winterkorn ein. „Aber wir haben zuverlässig, perfekt und mit deutscher Gründlichkeit manipuliert. Fiat oder Peugeot sind doch gar nicht in der Lage, auf so hohem Niveau zu manipulieren.“

In den USA drohen VW nun Strafzahlungen bis zu 18 Milliarden Dollar. Der Vorstand des Autokonzerns sieht darin keine Gefahr für das Unternehmen: Volkswagen will seiner bisherigen Strategie treu bleiben und die Strafe mit Falschgeld bezahlen.

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(Jürgen Marschal. Foto: Patryk Kosmider / Fotolia.com, Montage)


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pb

Diesel mit Vergaser …. nicht schlecht. Der Motor hat sicher keine NOx Probleme, weil er nämlich nichts verbrennt ;-)

Stefan Wagner
Teppiche nach Maß

So langsam kann einem der VW Konzern echt leid tun. Auch wenn getrixt wurde – VW baut nicht desto trotz gute Autos, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, möglichweise aber etwas am Kaufpreis.

Anna Nüm

Da bekommt die Frage „warum liegt hier eigentlich Stroh rum?“ eine ganz neue Bedeutung…

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