Politik

Schon wieder Kanzler mit abgebrochenem Jus-Studium: Tausende Studenten brechen ebenfalls ab

Außenministerium, SPÖ, Montage

Zuerst Werner Faymann, jetzt Sebastian Kurz. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre bekommt Österreich einen Bundeskanzler mit abgebrochenem Jus-Studium. Das macht sich bei den rechtswissenschaftlichen Fakultäten des Landes bemerkbar. Denn mittlerweile brechen hunderte Jus-Studenten täglich das Studium ebenfalls ab, da sie es für unnötig halten.

„Ineffizient“

„Das Jus-Studium ist ineffizient bei der Erreichung meiner Karriereziele“, konstatiert etwa Fridolin Meier (23), als er gerade seinen Studentenausweis vor der Linzer Kepler Universität anzündet. „Faymann und Kurz haben gezeigt: Ein Magister ist längst nicht mehr gefragt. In Österreich reichen Parteibuch, eine gute Beziehung zu Wolfgang Fellner und ein chronischer Stimmbruch, um es nach oben zu schaffen.“

Seine Kommilitonin Jessica-Denise Kohnfeld-Haagen (20) stimmt ihm zu: „Visionäre wie Mark Zuckerberg, Bill Gates, Steve Jobs und Werner Faymann haben alle ihr Studium abgebrochen. Das hat mir voll die Augen geöffnet von meiner Karriereplanung her.“

Ihre Berufsziele hat sie entsprechend angepasst: „Jetzt, wo ich mein Studium abgebrochen hab, heißt es: The sky ist the limit. Vielleicht werd’ ich Weltbankchefin, oder ich gründe so ein Start-up wie Facebook.“

Leere

Lokalaugenschein am Wiener Juridicum, das mittlerweile einer Geisterstadt gleicht. Wo sich bis vor kurzem unzählige Studierende tummelten und Rechtsstreitkeiten über die ideale Größe des Ralph-Lauren-Logos auf Kleidungsstücken führten, trifft man nur mehr alte Professoren. Einer von ihnen schiebt gerade seine Habilitation in einen Aktenvernichter, um zumindest noch seine Chance auf ein Nationalratsmandat zu wahren.

Parteibuch kein Ersatz

Doch Experten schlagen Alarm. „Ein Parteibuch kann das Studium nicht ersetzen“, warnt Claudia Huber vom AMS. „Arbeitgeber suchen heutzutage nach ganz anderen Kompetenzen. Etwa: Wann muss ich nach oben buckeln? Wann darf ich nach unten treten?“ Das AMS bietet bereits seit 27 Jahren entsprechende Weiterbildungskurse an.

13 Kommentare

13 Comments

  1. walter romas

    20.10.2017 um 14:29

    Die info ist nicht neu. Gut ausgebildete Menschen werden in den seltensten Fällen Politiker, sie werden meist mit „überqualifiziert“ oder „zu wenig parteitreu/zu innovative(eigene)Gedanken“ abgelehnt.

    Da sind Studienabbrecher, Taxifahrer und Zahnarzthelfer gefragt, bei denen ist auch das risiko, dass sie in die privatwirtschaft wechseln, bzw auf ihrem anschließenden Versorgungsposten Ärger machen geringer.

    Und bei 2000 Jus-Absolventen jährlich schadets auch nix, dass einige abbrechen um Politiker zu werden.

  2. Hugo

    19.10.2017 um 22:49

    Bei Streitigkeiten ist ein Rechtschreibfehler. Es steht Streitkeiten da.
    Ein Leser mehr ;)

  3. McAviti

    19.10.2017 um 22:40

    Ja, aber: Hat Kurz denn auch einen Taxischein?

  4. "Experte"

    19.10.2017 um 19:44

    D.h. im Klartext: Studienabbrecher sind prädestiniert als Spitzenpolitiker.

  5. Dr. S. Freud

    19.10.2017 um 18:29

    # harald ertl# höchste Zeit für eine Therapie!

    • haraldo der märchenerzähler

      19.10.2017 um 22:05

      bravo dr. s. freud…
      therapie schon hinter mir,
      war sehr aufschlussreich.
      grüsse in die berggasse, in ihre praxis…

  6. harald ertl, koblenz-lützel

    19.10.2017 um 18:04

    Bravo Ihr VP Juppies..
    Die alten Recken (Widhalm-Advokat aus Wolkersdorf)
    BK Dr Klaus,
    Dr Stefan Koren
    Dr Sixtus Lanner..
    Dr Mock Lois..

    Ihr Sebastians, Gio Hahns und andere Protagonisten…

    die Altvorderen (Inkl. Dr Schüssel) fragen sich.

    Fassade, oder?

    Potemkinsche „Vp dörfer“??

  7. Aktionsgemeinschaft leckt

    19.10.2017 um 17:42

    Hey,Jungs …warum ist es jetzt so ruhig in unserer WhatsApp-Gruppe….
    Hat keiner mehr lustige Bilder – Anne Frank nackt oder so…- zum verteilen beim nächsten JVP-Treffen ?
    Wir müssen unserem Neofeschisten doch eine gebührende Aufwartung machen.Kurz meinte Strache wäre auch gerne in unserer Gruppe ..da fühle er sich heimelig ;)

  8. I bins Oida

    19.10.2017 um 17:42

    Geh bitte, der Faymann war nie Student, der hat nicht einmal die Matura.

    • Bill

      20.10.2017 um 05:03

      Aber den Taxiführerschein.

  9. My2cents

    19.10.2017 um 15:08

    Ja das Recht auf ein faires Verfahren Art6 EMRK sollte wirklich in Frage gestellt werden. Sonst hilft man irgendwann noch einem Verbrecher aus der Patsche. Unschuldsvermutung Art6/2 ist generell auch ein Abzuschaffendes. Gott sei Dank passiert das wohl nun in Bälde Herr Gott sei Dank.

  10. Peter Hofmüller

    19.10.2017 um 14:37

    Böse ,sehr böse…..

  11. Gott sei Dank

    19.10.2017 um 14:28

    brechen alle vorher Möchtegernbetrüger das Jusstudiim ab. Schon während der Ausbildung muss jedem klar sein, dass er bestenfalls eine 50 %-ige Chance hat, keinen Verbrecher aus der Patsche helfen zu müssen. Was sagt uns das über diese dreckigen Leute?

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