Chronik

Pizzeria Anarchia: 248 Polizei-Pressesprecher weisen Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit zurück

Polizei

Nach der Räumung der „Pizzeria Anarchia“ in Wien durch 1700 Polizisten reagierten die Behörden auf die anhaltende Kritik. Auf einer Pressekonferenz in der Wiener Stadthalle wiesen heute insgesamt 248 Pressesprecher der Polizei den Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit entschieden zurück.

„Es war unklar, wie viele Leute sich in dem dreistöckigem Haus befanden“, meinte einer der Sprecher. „Es hätten hunderte sein können.“ „Tausende. Zehntausende“, warf ein weiterer ein. „Diese Zinshäuser haben oft riesige Dachböden und weite Keller.“

Darüber, wie viele Polizisten nun tatsächlich an der Aktion beteiligt waren, herrschte Unstimmigkeit. Die Schätzungen der einzelnen Sprecher reichten von einigen Dutzend bis hin zu 12.500, der allgemeine Tenor schien sich jedoch auf etwa 1.700 Polizisten einzupendeln.

Die Intensität des Widerstands überraschte selbst hartgesottene Beamte: „In meinen zwölf Jahren bei der Polizei ist mir so etwas noch nicht untergekommen“, meinte einer. „In meinen fünfzehn Jahren ebenfalls nicht“, warf ein anderer ein. „Auch nach meinen 24 Jahren muss ich sagen: das ist eine neue Dimension“, so ein weiterer. Erst nach etwa 48 Minuten war jeder Sprecher zu Wort gekommen.

Die Sprecher wiesen außerdem auf einige Todesfallen hin, die ihnen die Hausbesetzer in den Weg gelegt hätten. Bei einer dieser Fallen handelte es sich um ein manipuliertes Megaphon, das auf „Atemlos“ von Helene Fischer einprogrammiert war. „Die werden immer skrupelloser.“

(Foto: LPD Niederösterreich)

15 Kommentare

15 Comments

  1. Xadara

    07.08.2014 um 08:19

    Wos mochtn da Gigl auf dem Foto?

  2. Ican Morris

    02.08.2014 um 23:16

    Schade, es wäre genial gewesen den Artikel von derstandard.at 1:1 zu kopieren.

  3. Eisbär

    01.08.2014 um 23:08

    der Einsatz erinnert mich stark an die Blues Brothers

    https://www.youtube.com/watch?v=2quc-iQ96R0

  4. Egon Erwin Quiche

    01.08.2014 um 14:02

    GRATULATION, liebe Redaktion!

    Ihr habt es sogar geschafft, eine andere Tageszeitung zu unterwandern –

    diese beiden Artikel

    http://derstandard.at/2000003680004/Fall-Josef-S-Unertraegliche-Berichterstattung
    http://derstandard.at/2000003797414/Richtervereinigung-wehrt-sich-gegen-mediale-Kritik-an-Justiz

    können doch nur von Euch stammen, oder?

  5. brigitta

    01.08.2014 um 11:51

    und die diensthunde – undercover in den brusttaschen mitgeführt – werden wieder nicht erwähnt!

  6. Belinda

    31.07.2014 um 14:53

    In meiner Kindheit haben wir oft Räuber und Gendarm gespielt. Dass Polizist und Punk derartige Dimensionen erreichen kann, habe ich mir nicht vorstellen können. Da ist das Orgien Mysterienspiel von Nitsch a Lercherlschaas dagegen.

  7. Thomas

    31.07.2014 um 10:50

    Die ganze Aktion war so sonderbar, dass jede Satire darüber fahl wirkt. Trotzdem, sollten die Besetzer wirklich, wie behauptet ernsthafte Verletzungen der Polizei in Kauf genommen haben, ist meine Sympathie immer noch bei den (viel zu Vielen) eingesetzten Polizisten, die für ihre inkompetenten Vorgesetzten und widerliche Immobilienfirmen den Kopf hinhalten müssen.

  8. googlehupf

    31.07.2014 um 09:12

    Der Fehler passierte schon im Vorfeld der Fußballspiels, nämlich als die Trainer von „FC Pizzeria Anarchia“ und „SK Johanna Mikl-Leitner“ über Kaderstärke und Spielerwechsel verhandelten.

    Die Zahl 19 wurde von Anarchia fälschlicherweise als Gesamtkaderstärke interpretiert, während Mikl-Leitner das richtigerweise als Spielerwechsel pro Minute erkannte.

    Eine einfache Rechnung zeigt das Ergebnis: 19 Spieler * 90 Minuten = 1710 Spieler.

    Jedenfalls wird der „SK Johanna Mikl-Leitner“ bei der FIFA Protest wegen zu wenig Gegenspielern einlegen. Das kommt nämlich einer Verhöhnung des Gegners gleich. Man vermutet auch, dass Anarchia den „SK Johanna Mikl-Leitner“ mit dieser Strategie finanziell in den Abgrund führen will.

  9. Somogyi

    30.07.2014 um 18:57

    Die Zahl stimmt nur bedingt. Es sind 422.
    Allerdings sind 55 trotz Urlaubssperre nicht aus dem Urlaub zurückgekommen. Der Rest (bitte selber ausrechnen) mußte streßbedingt nach dem Einsatz in den Krankenstand. 32 davon werden danach in Frühpension gehn.

  10. anonym

    30.07.2014 um 16:53

    Hier sich auf die Polizei einzuschießen finde ich nicht gut, auch wenn die Anzahl übertrieben war. Es hat tatsächlich Fallen gegeben, die schwere Verletzungen der Polizei zur Folge haben könnten. Die Hausbewohner waren gewillt die Polizisten zu verletzen.
    Die Praktiken des Vermieters hingegen dürfen gerne entsprechend kommentiert werden.

    • princo

      31.07.2014 um 07:31

      Volle Zustimmung!

  11. Jochen Höfenstock

    30.07.2014 um 14:23

    Wo ist hier die Satire?

  12. fdid66

    30.07.2014 um 13:18

    Ich finde das gut!
    Man könnte sich auch überlegen in 30er Zohnen mit einem größeren Polizeiaufgebot (denke 20 wäre mal ein guter Anfang) zu kontrollieren,
    da dort Schwerstverbrecher oft mit bis zu 37 km/h heran rasen. Das ist 2 Beamten nicht zuzumuten da rechtzeitig zu reagieren.

  13. Dr. Zonk

    30.07.2014 um 12:26

    Gerüchteweise wurden die Punks nicht durch Wasserwerfer oder körperliche Gewalt vertrieben, sondern durch den Einsatz der geheimen Spezialeinheit „Polizeichor Wien“, die zum Beginn der Räumung „Ein Stern der deinen Namen trägt….“ anstimmte. Der Chor wurde seinem Wahlspruch „In freier Stunde, ein heller Sang, schließt um uns ein festes, ein festes Band!“ mehr als gerecht, schon nach 5 Minuten taumelten verwirrte Punks, die sich die Hände an die Ohren pressten, aus dem besetzen Haus.
    Laut Auskunft eines bekannten Wiener Rechtsanwaltes mit Kontakten zu linken Szene wird aufgrund dieses Vorfalls eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen des Tatbestands der „Akustikfolter“ vorbereitet.

  14. Mond

    30.07.2014 um 10:57

    Die Polizei wollte mit den Anarchisten eine Show und die hat sie auch bekommen, da kann sich selbst die Staatsoper was abschauen bei derartigen Inszenierungen.

    Kommt davon wenn man mit dem Feuer spielt wie der Hauseigentümer, Haus kaputt und jetzt darf man den Aufwand auch noch bezahlen.

    Und das Ziel ist auch erreicht, der Gesetzgeber wird sich mit derartigen Hauseigentümern und deren Methoden beschäftigen müssen.

    Ironie der Geschichte, genau auf den Tag vor 100 Jahren begann der 1. Weltkrieg, es war ein würde Gedenkveranstaltung, Hochachtung allen beteiligten!

    m.

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