Wirtschaft

Konkurrenz für Gratiszeitungen: Cosy errichtet Entnahmeboxen in U-Bahn Stationen

Cosy Klopapier

Ab sofort bekommen die Gratiszeitungen „Heute“ und „Österreich“ Konkurrenz. An sämtlichen Wiener U-Bahn Stationen werden derzeit Entnahmeboxen mit gratis Klopapierrollen aufgestellt. Die Tagespresse war für eine Blattkritik vor Ort.

Heute, Österreich, Cosy

„Ich probier mal was Neues!“, meint die Angestellte Viktoria R., als sie auf dem Weg zur U-Bahn diesmal nicht zu „Heute“ oder „Österreich“ greift, sondern zu „Cosy“.

„Mmm. Schön weich, flauschig, und inhaltlich merke ich eigentlich kaum einen Unterschied.“ Zufrieden schmökert die junge Wienerin während ihrer Fahrt mit der U3 in ihrer Klopapierrolle. Auch Medienexperten haben inzwischen heraus gefunden: Eine Klopapierrolle enthält tatsächlich genau so viele Fakten wie die aktuelle Ausgabe von „Österreich“.

Wolfgang Fellner reagiert

Herausgeber Wolfgang Fellner ist verärgert über das Konkurrenzprodukt und will reagieren. „Ab sofort erscheint meine Zeitung 3-lagig!“, zeigt sich Fellner kämpferisch. „Das gute daran ist, dass ich jetzt wenigstens auch die Inserate dreifach abdrucken kann.“

Stadt Wien sorgt vor

Eine Studie belegt: Mehr als 87% der Wiener haben bisher nur deshalb zu Gratiszeitungen gegriffen, weil zu Hause gerade das Klopapier aufgebraucht war. Die neuen Aufstellboxen bringen aber nicht nur die Zeitungsherausgeber unter Druck, sondern auch die Wiener Linien, die unter der zunehmenden Vermüllung der U-Bahnen leiden.

„Aber wir haben da jetzt auch schon eine Lösung“, berichtet der Pressesprecher, als er mit seinen Arbeitshandschuhen behutsam eine Gratiszeitung vom Boden aufhebt. „Es gibt in den U-Bahnen jetzt auch Sackerl fürs Gackerl, wo man die Zeitungen fachgerecht entsorgen kann.“

(Jürgen Marschal. Foto: Montage)

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