Politik

“Wollen uns nur mehr mit uns selbst beschäftigen”: Grüne ziehen sich aus Politik zurück

Fotokerschi.at / APA / picturedesk.com

31 Jahre nach ihrer Gründung geht eine Ära zu Ende: Die Grünen haben heute am Parteitag beschlossen, sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen. Sie wünschen sich mehr Zeit für sich selbst und wollen daher mit Oktober aus dem Nationalrat ausscheiden.

„Die Zeit in der Politik war sehr spannend“, erklärte Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek vor Parteimitgliedern. „Aber Korruption aufdecken, Sachpolitik betreiben, die Wähler repräsentieren: Das alles lenkt von den Dingen ab, die im Leben wirklich wichtig sind – wir selber, unsere eigenen Befindlichkeiten, und unsere internen Streitereien.“ Diesen wolle man sich zukünftig mit „voller Energie“ widmen.

Notwendige Trennung von Peter Pilz

Ein Listenplatz für Peter Pilz hätte wohl mehrere Mandate gebracht. „Daher mussten wir ihn leider abwählen“, so Lunacek. „Sie nennen es Kompetenz. Ich nenne es Ablenkung.“

Immerhin hätte der Enthüllungsexperte den Grünen in der Vergangenheit schon oft zu große Arbeit bereitet. „Sein ständiges Nachfragen hat uns immer wieder in Zugzwang gebracht. Damit ist jetzt Schluss.“ Bei einem gemeinsamen Trommelkreis mit anschließendem Bikram-Yoga wollen sich die Grünen wieder in Gleichklang bringen und zu sich kommen.

Julian Schmid soll als Pilz’ Nachfolger wieder mehr Ruhe in die Partei bringen. Dass die Grünen mit Peter Pilz ihren wichtigsten Enthüller verlieren, findet Lunacek nicht. „Auch Julian Schmid wird im Parlament einige große Dinge enthüllen und daher bei der nächsten Parlamentssitzung einen Striptease hinlegen.“

9 Kommentare

9 Comments

  1. Karl Erich

    07.08.2017 um 03:56

    Der grüne Jungabgeordnete und Listenplatz-Sieger Julian Schmid wird
    Peter Pilz bei weitem nicht ersetzen können, wie auch der schwarze
    Jungstrahlemann Sebastian Kurz den von ihm gestürzten Reinhold
    Mitterlehner nur in der Rhetorik, im Auftreten und im vagen Ankündigen
    überteffen wird.

    Der Unterschied: Während Julian Schmid von anfang an für die Grünen
    wenig bewirken wird, dürfte Sebastian Kurz es schon gelingen bei der
    kommenden NR-Wahl zu gewinnen, doch mit seinen sachpolitischen
    Defiziten und Lehrmeistern wie Schüssel, wird er nach einem
    schwarz-blauen Experiment des Sozialabbaues und der Desintegration
    seiner Partei und auch Österreich ein böses Erwachen bescheren.

  2. Fritz Menzl

    27.06.2017 um 00:07

    Kreissägenartige Geräusche aus dem Grab von Freda Meissner-Blau vernehmbar.

  3. asdf

    26.06.2017 um 17:07

    überscrift meh, artikel großartig!

  4. Prattenberg

    26.06.2017 um 15:26

    Ja, ganz meine Meinung: Wo bleibt die Satire?! Haben wir nicht ein Grundrecht auf Fake News?!
    Titel gut – Artikel erst recht.

  5. Josef

    26.06.2017 um 14:44

    Titel gut, Artikel mäßig

  6. Sascha

    26.06.2017 um 00:26

    Wäre das doch nur Realität, wie schön und einfach wäre das Leben …

  7. MKO

    25.06.2017 um 23:11

    ihr wart doch mal eine satire-seite ? wasn los mit euch ?

  8. Jak39

    25.06.2017 um 20:44

    Liebe TP, leider schon wieder ein Druckfehler: Die Grünen haben sich nicht aus der aktiven, sondern aus der PASSIVEN Politik zurückgezogen,

  9. Baba

    25.06.2017 um 18:37

    Der Artikel ist sowas von wahr und trifft präzise den Nagel auf den Kopf!
    Und das sage ich als – bisheriger – Grün-Wähler.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben