Eine skurrile Verwechslung sorgte bei der finalen Etappe der diesjährigen Österreich Rundfahrt für Aufregung: Nur wenige Minuten vor dem Tour-Leader überquerte der ÖAMTC E-Bike-Pannenfahrer Martin A. mit seinem Dienstfahrrad irrtümlich die Ziellinie am Wiener Kahlenberg und wurde von zahlreichen Radsport-Fans und den anwesenden Medien versehentlich als Toursieger gefeiert.

Österreichischer Radsportverband relativiert
„Aufgrund des gelben Trikots fiel es niemandem auf, dass es sich bei dem Fahrer um keinen offiziellen Tour-Teilnehmer handelte“, äußert man sich seitens des Veranstalters zerknirscht. „Der Werkzeug-Anhänger am Fahrrad war für einen vermeintlichen Profifahrer natürlich ungewöhnlich. Aber wir dachten, es handelt sich hier einfach um eine neue Sparmaßnahme des Radteams.“

Das vermeintliche Siegerfahrzeug
Das vermeintliche Siegerfahrzeug

Aufregender Arbeitstag
Für den „Gelben Engel“ Martin A. war es der aufregendste Einsatz seines Lebens: „Es ist ja nicht außergewöhnlich, dass sich Leute, die auf Hilfe warten, freuen, wenn sie uns sehen“, schildert er. „Allerdings kam es mir schon etwas übertrieben vor, dass mir da am Straßenrand hunderte Menschen zujubeln, mich plötzlich zwei Frauen abbusseln und mir ein Pokal in die Hand gedrückt wird.“

„Als ich gefragt hab, ob ich ihnen Starthilfe geben kann, haben mich die Damen dann aber so komisch angeschaut. Und als ich dann noch einen Doping-Test machen sollte, wusste ich, dass hier etwas nicht stimmt.“

Doch wie gelangte Martin A. überhaupt auf die gut abgesicherte Strecke? „Kurz vor dem Start sah ich, dass das Kamera-Motorrad zu wenig Luft im Reifen hatte.“ Er wollte das Motorrad einholen, doch dieses hielt bis zum Ziel einen konstanten 3-Meter-Abstand, um den vermeintlich führenden Fahrer zu filmen. Erst nach der Ziellinie blieb es stehen und konnte von A. wieder auf Vordermann gebracht werden.

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