Chronik

Tom Turbo bricht sein Schweigen: „Musste mich für eigene Sendung im ORF hochschlafen“

Tom Turbo

TV-Star Tom Turbo will nicht länger schweigen und packt aus: Er habe im ORF nur Karriere machen können, indem er sexuelle Beziehungen mit Sendungsverantwortlichen eingegangen ist. Das gesteht er in einem Exklusiv-Gespräch mit der Tagespresse.

Tom Turbo wirkt gebrochen, als wir ihn in einem Café in der Wiener Innenstadt treffen. Um nicht erkannt zu werden, trägt er eine schwarze Sonnenbrille, hat die Kapuze seines Sweaters tief ins Gesicht gezogen und sich eine Zigarette zwischen die Speichen geklemmt.

„Ich komme aus einer ziemlich ärmlichen Familie. Meine Mutter war Stützfahrrad, mein Vater war Rücktrittfahrrad. Aber ich wusste, ich wollte mehr vom Leben.“

Doch als Tom Turbo damals seine Idee für eine Rad-Detektiv-Serie präsentierte, machte man ihm am Küniglberg sofort die Aufnahmekriterien des ORF klar: „Entweder du wirst Mitglied bei einer Partei oder du schläfst mit den richtigen Leuten, haben sie mir gesagt.“

Aber die Schande und Scham einer Parteimitgliedschaft hätte er nicht ertragen, meint er. Herr Turbo hatte also nur mehr eine Wahl und ging sexuelle Kontakte mit Produzenten ein, um seine Sendung auf den Bildschirm zu bringen.

„Die Anmachversuche waren teilweise so plump, dass man nur den Kopf schütteln kann“, erzählt Tom Turbo. Ein Produzent habe ihm beim Casting sanft über die dicken Rad-Lippen gestreichelt und zwinkernd gefragt, ob er auch „Trick 69 beherrsche, und ihm mal seine Pumpe aufblasen könne.“

Der Einzige, der stets ehrlich zu ihm stand und von all dem nichts wusste, war sein Freund Thomas Brezina. Er ist es auch, der die Erlebnisse der Vergangenheit nun gemeinsam mit Tom Turbo in einem skandalösen Aufdeckerbuch verarbeitet, das ab Sommer erhältlich sein wird unter dem Titel: „Der Küniglberg des Grauens. Tom Turbos turbo-erniedrigendste Erlebnisse“.

Wir haken nach und wollen wissen, ob auch die aktuelle ORF-Führung in die Vorfälle verwickelt ist. Als Tom Turbo die Namen Wrabetz und Zechner hört, lenkt er vom Thema ab und spricht über das schöne Wetter. Doch die Tränen, die neben seiner Brille bis hinunter auf sein Licht kullern, sind uns Antwort genug.

Am Ende lässt Tom Turbo dann noch mit der größten Enttäuschung seines Lebens aufhorchen: „Was niemand weiß ist, ich hätte eigentlich Wiener Tatort-Kommissar werden sollen und habe beim Casting alle überzeugt. Aber danach wollte ich mit einem Produzent nicht mehr mit nach Hause kommen und am nächsten Tag kam der Anruf, dass Herr Krassnitzer die Rolle übernimmt.“

Wir fragen Tom Turbo, ob er mit diesen Geständnissen nicht seine Sendung im ORF riskiert, aber der Fahrraddetektiv meint, er habe mit diesem Sender ohnehin längst abgeschlossen und plant einen Neustart. „Ich habe heute ein Treffen mit ATV. Der Produzent ist überzeugt von meinen Tricks und meinte, ich soll ihm gleich mal was vorführen und hat mich gebeten, bei ihm zu Hause vorbei zuschauen. Dort liegt im Gang ein wenig Stroh rum, das ich ihm raustragen helfen soll.“

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(Jürgen Marschal. Foto: Luna Filmverleih/Montage)

36 Kommentare

36 Comments

  1. Hola!

    30.01.2016 um 23:11

    Eine Behauptung, die man öfter hört, als man ORF schaut. Man ist ja sonst schon blöd genug! Aber schön, dass der Boss pro Stunde über 3000 Euro bekommt: vom Staat!

  2. Hirnsaege

    05.04.2015 um 20:40

    Die eigentliche Frage ist doch: darf er noch bei der Vera auftreten und Betroffenheit abräumen?

  3. kaffeeheferl

    27.03.2015 um 11:38

    Endlich weiß ich was mit dem Stroh passieren soll. Es soll rausgetragen werden. :-)

  4. Sankt Pölten ist besser als Wien

    26.03.2015 um 11:31

    Bei uns in Niederösterreich ist das Hochschlafen von der Winzerkönigin bis zum Magistratsleiter ohnehin Usus. Nur mit kleinem Beidl und Parteibuch bist du wer.

  5. Ritschi

    25.03.2015 um 18:49

    Da Tom Turbo zwei Gummis hat, kann ohnehin nichts passieren.

  6. könig

    25.03.2015 um 14:54

    tolle couch im bild.. die kennen wir doch alle (;

    • Bernhard

      11.05.2015 um 12:34

      Ja, ist der „Sozialraum“ in meiner Firma. Dort interviewe ich immer meine Bewerberinnen. Hab den Raum fürs Interview vermietet.

  7. Ursula St.Enzel

    25.03.2015 um 09:14

    Soll sich nicht ins Hemd machen, die kleine Nutte; mir ist auch nichts anderes übriggeblieben – no pain, no gain!

  8. Blobfisch

    24.03.2015 um 20:41

    Die Geschichte eines Fahrrads das von einigen Fischen gefunden wurde.

  9. Beelzebub

    24.03.2015 um 17:38

    Der letzte Satz ist köstlich ;-)
    Genial!

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