Paukenschlag beim Energieversorger EVN: Wie heute bekannt wurde, ist das Atomkraftwerk Zwentendorf seit fast vierzig Jahren in Betrieb. Der zuständige leitende Techniker hat von der Volksabstimmung im Jahr 1978 nichts mitbekommen und das Kraftwerk damals einfach in Betrieb genommen.

„Ja es stimmt, der Reaktor in Zwentendorf produziert seit 1978 Strom“, gesteht der Unternehmenssprecher der EVN Aufgefallen ist dies durch Zufall heute Vormittag im Rahmen einer der Führungen durch das AKW.

Ein im Kraftwerk anwesender Atomtechniker warnte die Teilnehmer der Tour, nicht zu nahe an den Atommüll heran zu gehen. „Da wurde uns plötzlich klar: Atommüll? Welcher Atommüll?“

Fehler bei interner Kommunikation
Der inzwischen kurz vor seiner Pensionierung stehende Atomtechniker beteuert allerdings, das Verbot der Nuklearenergie in Österreich nicht gekannt zu haben. „Volksabstimmung? Welche Volksabstimmung? Nein, hab ich nicht mitbekommen. Gab es da ein internes Memo oder so?“, zeigt sich der Techniker überrascht.

Zu Zwischenfällen sei es aber ohnehin nie gekommen, betont die EVN. „Unser Mitarbeiter hat uns versichert, dass er den Atommüll stets sachgerecht unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen entsorgt hat“, beschwichtigt der Sprecher. „Er hat den nuklearen Abfall niemals einfach nur in den Restmüll geworfen, sondern natürlich in die grüne Tonne.“

The Show Must Go On
Bei der EVN will man den Betrieb weiterhin aufrecht erhalten. „Studien haben gezeigt, dass ein niederösterreichisches Atomkraftwerk weniger Schadstoffe produziert als ein russisches Windrad“, heißt es. Außerdem hat man erst kürzlich keine Kosten und Mühen gescheut, um von renommierten Hollywood-Regisseuren einen Sicherheitsfilm zum Thema Kernenergie produzieren zu lassen.

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