Die Nachricht über die Einführung von Plastik-Studentenausweisen an der Uni Wien sorgt bei einem Studenten für besonders große Freude: Alois Scheyd (86). Denn der Publizistikstudent im 134. Semester darf damit bereits seine dritte Generation Ausweise erleben, nach Pergament und Papier.

„Dass ich das noch erleben darf“, seufzt Scheyd, dem auf den Bachelor nur mehr acht Prüfungen und vier Pflichtübungen fehlen. „Ich weiß noch, als sie bei uns im Jahre 1950 die Papierausweise eingeführt haben. Nur 256 Jahre später als die WU. Wie die Zeit vergeht!“

Scheyd, der nach seinem Bachelor-Abschluss erst mal ein Jahr arbeiten will bevor er mit dem Master weitermacht, freut sich. Denn sein alter Papierausweis enthält mittlerweile so viele Semestersticker, dass er bereits mehrere Kilo wiegt: „Mein Rücken kann das Gewicht kaum mehr tragen.“

Chaos

Doch ob er noch rechtzeitig seinen Plastik-Ausweis erhält, ist unklar. Denn wie ein Sprecher der Uni Wien bestätigte, könne die Umstellung von Papier auf Plastik angesichts des Organisationschaos bis zu 40 Jahre dauern. Scheyd ist besorgt, ob ihm dafür noch genug Zeit bleibt: „Wenn ich mein jetziges Tempo beibehalte, bin ich nämlich schon in 38 Jahren fertig.“