Kärntner Krone-Leser erinnern sich noch an den Artikel, in dem die Adresse von Autorin Stefanie Sargnagel veröffentlicht wurde inklusive Hinweis, diese sei „willig“. Nach dem positiven Echo will die Kärntner Krone den Kurs jetzt fortsetzen und veröffentlicht ab sofort täglich Vergewaltigungsaufrufe anstelle des Kulturteils.

Die Änderung kommt bei den Lesern gut an. „Es gibt nichts besseres, als gemeinsam mit meiner Frau Gerti einen Melange zu trinken, das Krone-Kreuzworträtsel zu lösen, süße Tierbilder anzuschauen und die Vergewaltigungsaufrufe zu lesen“, sagt Helmut K. (67) aus Klagenfurt.

Unter dem Aufruf ist auch jeden Tag ein neuer Frauenwitz zu lesen. Heute etwa: „Wie viele Frauen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? 100, weil Frauen dumme Huren sind, haha.“ Helmut K. klopft sich lachend auf die Oberschenkel.

Neue Seite 3

„Sex sells“, lacht auch ein Redakteur der Kärntner Ausgabe der Kronen-Zeitung und sucht für die Nackte auf Seite 3 diesmal kein Model aus dem Archiv, sondern eine österreichische Kulturschaffende, „der man es mal so richtig besorgen sollte.“

Der Hass auf weibliche Künstlerinnern in der Krone-Redaktion ist groß: „Sie sind lustig, emanzipiert und sie nehmen uns Steuergeld weg, das wir viel dringender bräuchten.“ Die Krone fürchtet, dass ihre jährliche 200.000-Euro-Presseförderung gekürzt werden könnte.

Entschuldigung

Sargnagel entschuldigte sich inzwischen dafür, Steuergeld für eine Afrika-Reise verschwendet zu haben, und will die 750 Euro Förderung in Zukunft in Krone-Redakteur Richard Schmitt investieren: „Ich hab gehört, sein Leben ist nur etwa 750 Euro Wert. Ich werde es mir einfach kaufen.“