Die Zeitungskrise macht auch vor der Schulzeitung „Spatzenpost“ nicht halt. Um endlich wieder mehr Leser anzulocken, will die „Spatzenpost“ ab sofort nackte Frauen auf Seite 3 abdrucken.

Spatzenpost neu

„Das – ist – sexy – Lena“, liest die Klasse 2B der Volksschule Kaltenleutgeben gemeinsam im Chor. Im Deutschunterricht wird heute erstmals die Beschreibung des Nacktmodels in der Spatzenpost durchgenommen. „Lena – präsentiert – am – Bären – fell – ihr – Holz – vor – der – Hütte.“

Eine Hand schnellt in die Höhe. „Frau Lehrerin, was ist Holz vor der Hütte?“ Geduldig klärt die Lehrerin die Kinder auf. Als Hausaufgabe sollen sie dann eine eigene Beschreibung für das Nacktmodel schreiben.

Nacktheit in Schule kein Problem

Verantwortlich für die Nackte in der Spatzenpost ist Chefredakteur Hans Fleckmann (53). Dass Volksschüler mit Nacktheit konfrontiert werden, findet er kein Problem: „Die Kinder kennen heutzutage nackte Frauenkörper ohnehin vom Urlaub am Strand, wo sie ja am Handy den ganzen Tag Gangbang-Pornos schauen“, erklärt er und nippt am Strohhalm aus einer Schulmilch.

Weitere Änderungen geplant

In der Spatzenpost-Redaktion plant man bereits weitere Änderungen, um wieder konkurrenzfähiger zu werden. „Von unseren 6-bis 10-jährigen Lesern überhaupt nicht angenommen wurde leider die neue Rubrik Kontaktanzeigen, sowie die Aktion Gratis-Vignette zum Abo“, gibt ein Redakteur zu.

Er kündigt aber zugleich eine neue Kolumne an: „Wir haben jetzt den Schani. Ein junger Kolumnist mit einer lustigen Krone am Kopf. Der Schani spricht Dinge an, die sich sonst niemand traut.“ Gleich in seinem ersten Text sorgt Schani für Aufregung und behauptet: „Es sind vor allem ausländische Schulkinder, die in die Kriminalität abdriften und beim Schaukeln mit dem Sessel erwischt werden.“

(Jürgen Marschal. Foto: Fotolia)