Für die ÖVP lautet das Motto auch in der Weihnachtszeit „Leistung muss sich lohnen“. Aus diesem Grund will die Partei nun die Verteilung von Geschenken durch Nikoläuse in den Kindergärten verbieten. Bereits im Kindesalter soll so verhindert werden, dass die Österreicher erschlaffen und dem Sozialstaat auf der Tasche liegen.

„Unsere Kinder sollen bereits von Beginn an lernen, dass es man sich im Leben alles hart erarbeiten muss“, begründet ÖVP-Chef Sebastian Kurz die umstrittene Forderung. „Auch ich selbst habe in meinen jungen Jahren mit anpacken müssen. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Sommerjob als Integrationsstaatssekretär. Nein, ich hab’s nicht leicht gehabt. Und schauen Sie, was aus mir geworden ist.“

Fluchtanreiz

Die ÖVP begründet das Nikolo-Verbot aber auch mit den Herausforderungen der Flüchtlingskrise. „Gratis Mandarinen und Erdnüsse sind ein wichtiger Pull-Faktor für illegale Migranten aus der Volksschule. Der Kindergarten darf auch für Wirtschaftsflüchtlinge aus Krabbelstuben nicht mehr so ein attraktives Zielland sein“, so Kurz.

Darüber, wie in den Kindergärten in den nächsten Jahren das Nikolausfest gefeiert werden soll, berät nun eine extra eingesetzte Arbeitsgruppe. Geplant ist angeblich, dass die Kinder bei stimmungsvollem Kerzenlicht für einen Euro Stundenlohn Adidas-Sneaker nähen sollen, um so auf die Herausforderungen als zukünftige Leiharbeiter vorbereitet zu werden. Die ÖVP will durch diesen Niedriglohnsektor außerdem den Wirtschaftsstandort Österreich für Investoren attraktiver machen.

(Michael Mingler. Foto: Günther Peroutka/picturedesk.com)