Während in Deutschland ARD und ZDF diese Woche die Übertragungsrechte für Olympia verloren, gelang dem österreichischen TV Sender „Okto“ nun eine Sensation. Okto kaufte sich die Rechte für die nächste Schach-WM.

Gesamtes Budget investiert

„Wir freuen uns bereits jetzt auf viele langatmige Übertragungen bei der nächsten Schach-WM!“, zeigt sich Okto-Chef Christian Jungwirth begeistert. Der kleine sympathische Nischensender musste das gesamte Jahresbudget von 12 Euro investieren.

„Wir erhoffen uns durch die Übertragung der Schachspiele noch mehr Marktanteil in der für uns relevanten Zielgruppe der 69 bis 99 jährigen Pfeifenraucher mit Migrationshintergrund“, erklärt Jungwirth, der den kleinen Sender von einem Kleiderschrank in seiner Wohnung aus betreibt.

Rahmenprogramm garantiert

Okto will aber nicht nur die Spiele live übertragen, sondern zur Senderphilosophie passend auch ein geistig ansprechendes Rahmenprogramm bieten: „Als Analyse-Experten haben wir einen echten Habsburger engagiert, der die schwierigen Beziehungen zwischen den gegnerischen Königen und Damen behandeln wird.“

Außerdem gibt es nach den Spielen Diskussionssendungen. In der ersten Ausgabe besprechen ein Arbeitsrechtler und ein ÖVP-Politiker Gegenmaßnahmen, um das rasante Bauernsterben bei der Schwach-WM einzudämmen.

Andere Sender ziehen nach

Die österreichischen TV-Stationen reagieren unterschiedlich auf Oktos Vorstoß. Vom Küniglberg hört man, dass der ORF keine zusätzlichen Sportübertragungen plant, da Rainer Pariasek laut UN-Menschenrechtskonvention ohnehin nicht mehr als 50 Minuten pro Woche zu sehen sein darf.

(Jürgen Marschal. Foto: Mary Altaffer / AP / picturedesk.com, Montage)