Inland

„Gibt Wichtigeres als die Homo-Ehe“: Brandstetter bricht Fidget-Spinner-Rekord

ÖVP / info.michaelheim-photographer.com, Depositphotos, Montage

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare erhält auch in Österreich immer stärkeren Zuspruch. Vizekanzler Brandstetter sieht darin allerdings keine Priorität – für ihn hat momentan ein viel wichtigeres Thema Vorrang.

„Endlich habe ich den Fidget-Spinner-Rekord des achtjährigen Justin Meierhuber gebrochen.“ Mit seinem sagenhaften durchgehenden Spin von 24 Stunden am Stück konnte sich Brandstetter nun endlich für die erste Fidget-Spinner-WM in St. Pölten qualifizieren. Viele sehen darin schon jetzt seinen wichtigsten Beitrag zur österreichischen Politik.

Stigmatisierte Sportart

Sein Desinteresse für das Thema „Homo-Ehe“ begründet Brandstetter damit, dass er keine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare mehr erkennen könne.

Viel alarmierender sei die Benachteiligung, mit der er selbst in Bezug auf seine sportliche Ausnahmeleistung zu kämpfen hat: „Es ist inakzeptabel, dass man als professioneller Fidget-Spinner immer noch nicht genügend Anerkennung bekommt, ja sogar dafür diskriminiert wird.“

Immerhin könne man ein Leben als Fidget-Spinner nicht aussuchen: „Man wird so geboren“, so Brandstetter.

Fidget-Spinning an erster Stelle

Tatsächlich wurde das YouTube-Video des Rekords nur zweimal auf Facebook geteilt – von Brandstetter selbst und von ÖVP-Chef Kurz, der nicht stolzer auf seinen Spezi sein könnte: „Mit dieser Leistung katapultiert Brandstetter Österreich international wieder ganz weit nach vorne. So beweist die ÖVP einmal mehr ihren Sinn fürs Wesentliche und ihre große Aufgeschlossenheit.“

Brandstetters Agenda sei momentan ganz auf seinen triumphalen Rekord angepasst – er müsse sich jetzt ausschließlich auf seine Fidget-Spinner-Karriere konzentrieren. Den nebensächlichen Themen wie der Ehe für alle, der Mietrechtsreform oder dem Sicherheitspaket nimmt sich einstweilen ein Ferialpraktikant des Parlaments an.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Vollholler-Basti

    20.06.2017 um 18:12

    …vorschlägt, steht schon im Plan A – manchmal noch nicht lesbar.
    Aber meine Fähigkeiten die Arbeitsleistung anderer umzudeuten und als meine auszugeben sind ja schon legendär- ich sage ja immer: arbeiten sollen die anderen Idioten- 100% Show ist das wahre!

  2. Gürtl

    20.06.2017 um 16:30

    Fidget-Spinning ist eine internationale Disziplin in der Politik. Kern hat diese herausfordernde Arbeit von der Sozialistischen Internationale mitgebracht. Er ist ungehalten, dass dies in dem Bericht nicht erwähnt wurde. Alles, was die ÖVP nun im Wahlkampf vorschlägt, steht schon im Plan A – manchmal noch nicht lesbar.

    • Belinda

      21.06.2017 um 10:12

      wieder einmal hat die ÖVP die Nase vorn. Und nicht nur die von Mikl-Leitner. Die SPÖ wird wohl nachziehen müssen, nach dem Motto: Spinner aller Länder vereinigt euch. Eigentlich vereint euch, weil das ja sonst ein sexistischer Aufruf zur internationale Massenkopulation sein könnte.

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