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Für Wahlanfechtung: Türkische Opposition fordert Top-Expertenteam aus Österreich an

Georg Hochmuth/APA/picturedesk.com

Um die türkische Opposition bei der angekündigten Wahlanfechtung zu unterstützen, will die EU die zwei erfahrensten Wahlanfechtungsexperten Europas in die Türkei entsenden: Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer.

Denn nach dem knappen Ergebnis im umstrittenen Erdogan-Referendum berichtet die Opposition von zahlreichen Ungereimtheiten beim Wahlvorgang. So sollen neben nicht abgestempelten Stimmzetteln auch alle stornierten Türkeiurlaube, Journalisten-Haftbefehle und sämtliche von Erdogan eingebrachten Beleidigungsklagen als Ja-Stimmen für das Präsidialsystem gezählt worden sein.

Anfechtungshilfe aus Österreich

„Wir sind sicher, dass es mit der Expertise der Herren Hofer und Strache gelingt, eine Wahlwiederholung zu erwirken, an deren Ende ein umso klareres Ergebnis für den ursprünglichen Wahlsieger stehen wird“, zeigt sich EU-Anfechtungskommissarin Floretta Säbelschneider zuversichtlich.

Schlüsselfaktor Auslandstürken

Überzeugt von einem Erfolg zeigt sich Anfechtungsleiter Norbert Hofer, dem vor allem der hohe Erdogan-Zuspruch unter den Auslandstürken Sorgen bereitet: „Diese Menschen sind schon Jahrzehntelang hier und fühlen sich trotzdem als Türken. Das ist traurig, aber ich kann das verstehen. Ich selbst lebe auch schon seit 46 Jahren in Österreich und fühle mich dennoch als Deutscher“, kommentiert er die Ausgangslage. Um dieses Problem zu beseitigen, sollen bei der Wahlwiederholung nun österreichische Briefwahlkuverts zum Einsatz kommen.

Neue Drohungen aus Ankara

Erdogan selbst sieht die Entsendung des rot-weiß-roten Expertenteams indes als weitere Provokation und droht mit Vergeltung.  Wenn Österreich nicht einlenke, dann werde er das Land mit der Mutter aller Nazivergleiche – der gefürchteten „Godwin-Bombe“ – vernichten. „Die werden noch wundern, was alles geht“,  polterte er bei einer Siegesrede in Ankara.

4 Kommentare

4 Comments

  1. MichaelvomSirius

    19.04.2017 um 16:35

    Falls es der Warheit entspricht, dass der Chef Red. gerade den Neubau eines modernen Redaktionsgebäudes inklusive Penthouse mit Infinitypool von Erdogan sponsern lässt, ist dieser Artikel eine Unverschämtheit.

  2. Skk

    19.04.2017 um 15:26

    Ich habe gehört sie sollen von einer neuen Größe im Dolmetscher-Buissness begleitet werden… Johann Überbacher ist vielleicht einigen bekannt.

  3. Cf

    19.04.2017 um 13:20

    Godwin bombe?

  4. wien54

    19.04.2017 um 10:57

    Leider sind die beiden nicht ausreichend vorbereitet. Um wirklich erfolgreich anfechten zu können, hätten sie ihre Leute schon in den Wahlkommissionen haben müssen, damit sie Anfechtungsgründe produzieren ;)

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