Die Tagespresse http://dietagespresse.com Österreichs seriöseste Onlinezeitung Thu, 18 Dec 2014 09:08:45 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=4.0.1 Längere Fahrzeiten durch Wintereinbruch: Wiener Linien rüsten U6 mit Schlafwagen aus http://dietagespresse.com/laengere-fahrzeiten-durch-wintereinbruch-wiener-linien-ruesten-u6-mit-schlafwagen-aus/ http://dietagespresse.com/laengere-fahrzeiten-durch-wintereinbruch-wiener-linien-ruesten-u6-mit-schlafwagen-aus/#comments Thu, 18 Dec 2014 09:04:42 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3652 Minusgrade und Schneefälle führen jeden Winter zu längeren Fahrzeiten und Verspätungen der Wiener U-Bahnen. Dieses Jahr reagieren die Wiener Linien bereits vor den ersten Schneefällen und statten die Linie U6 mit Schlafwaggons aus.

Eine Fahrt im Schlafwagen von Floridsdorf bis Siebenhirten soll zwischen 60 und 90 Euro kosten. Das Management ist überzeugt, dass die Wiener das Angebot annehmen: „Viele Fahrgäste zahlen gerne für bessere Leistung. Im Schlafwagen der U6 bieten wir erstklassigen Komfortservice: das Bordpersonal serviert die Ottakringer Dosen und Gratiszeitungen direkt ans Bett.“

Die U6 wurde ausgewählt, weil sie die längste und auch am meisten frequentierte U-Bahnlinie Wiens ist. Außerdem verbindet die U6 mit Meidling, dem Westbahnhof und Floridsdorf wichtige Standorte der städtischen Schattenwirtschaft – täglich pendeln hunderte Dealer mit der U6 zwischen ihren Arbeitsplätzen.

„Das Angebot des Schlafwagens richtet sich aber auch an Touristen oder Familien, die an Bord der U6 einmal so richtig entspannen wollen“, erklärt der Pressesprecher der Wiener Linien. „Deshalb bieten wir Tickets in Verbindung mit anderen Veranstaltungen an, die auf der Strecke liegen.“ Gemeint ist z.B. das Kombiticket Kulturgenuss, bei dem zusätzlich zum Schlafwagenticket auch noch die Lugner City besichtigt wird.

Bei einer ersten Testfahrt durch die Tagespresse überzeugten uns die Betten durch Komfort. Besonders nett: Der Schwarzkappler betrat den Schlafwagen mit Mütze und Pyjama, als so genannter „Sandmann“ verkleidet, und mit den Worten „Fahrkarten bitte und Gute Nacht allerseits.“

Pünktlich um 22 Uhr ziehen wir uns dann die Decke über den Kopf, der Zug rollt aus Floridsdorf hinaus und wir schließen unsere Augen. Nur 8 Stunden später erwachen wir schließlich ausgeruht in der Station Josefstädter Straße.

Zusätzlich zum Schlafwagen werden ab 2015 in allen U-Bahnlinien Bordrestaurants integriert. Das Catering übernimmt die Firma Do&Co, die Kebabs, Leberkässemmeln und Pizzaschnitten verkaufen wird.

Inzwischen verworfen wurde aber die Idee, in der U6 auch eine „Erste Klasse“ einzuführen. Die Nachfrage im High End Segment sei eher gering, wie ein Marktforscher im Auftrag der Wiener Linien verrät: „Unsere Umfrage ergab, dass nur 0,001% aller Millionäre die U6 in ihrer Urlaubsplanung vorgesehen haben. In der U6 eine Erste Klasse einzuführen, das wäre wohl in etwa so, wie wenn ich im Kalifat eine Intimissimi-Filiale eröffne.“

(Jürgen Marschal. Foto: Manfred Helmer/Wiener Linien)

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Entscheidung fix: Christian Wehrschütz moderiert Song Contest http://dietagespresse.com/entscheidung-fix-christian-wehrschuetz-moderiert-song-contest/ http://dietagespresse.com/entscheidung-fix-christian-wehrschuetz-moderiert-song-contest/#comments Wed, 17 Dec 2014 09:00:21 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3644 Was für ein Jahr für Christian Wehrschütz! Er darf den Eurovision Song Contest 2015 in Wien moderieren, wie der ORF heute bekannt gab. Damit darf er nach seiner Auszeichnung zum Journalisten des Jahres bereits den nächsten beruflichen Meilenstein feiern.

„Diese Nachricht löst in mir eine intensive Empfindung von positiven Gefühlen aus“, bekannte der ORF-Journalist gegenüber der Tagespresse außergewöhnlich emotional. „Die eingehende Analyse der Faktenlage bringt mich zur Erkenntnis, dass dies der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere ist.“

Für Wehrschütz geht damit offenbar ein Traum in Erfüllung: „Seit Vollendung meines vierten Lebensjahrs erachtete ich die Moderation einer solchen Veranstaltung als Option mit Anziehungskraft“, fügte er hinzu, während er mit dem linken Mundwinkel kurz ein Lächeln andeutete.

Seine häufigen beruflichen Aufenthalte in der Ukraine will Wehrschütz gleich nutzen, um dort auf Flohmärkten nach einem passenden Anzug aus Sowjetzeiten zu suchen. Um das Thema des diesjährigen Song Contests – Toleranz – mit den journalistischen Schwerpunkten von Wehrschütz zu vereinen, wurde als Motto der Veranstaltung „Toleranz – Das ist ein Befehl!“ ausgewählt.

Mit der Wahl setzte sich Wehrschütz gegen die anderen Anwärter auf die Moderation, Lou Lorenz Dittlbacher und Rainer Pariasek, durch. Vor allem Pariasek konnte seine Enttäuschung nur schwer verbergen: „Jetzt hab ich ganz umsonst den Humboldt-Kurs ‚Englisch für Lernschwache und Sportreporter’ belegt.“

(Foto: tvthek.orf.at, Screenshot)

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Weihnachten abgesagt: Christkind kann gebuchten Club-Urlaub in Ägypten nicht mehr stornieren http://dietagespresse.com/weihnachten-abgesagt-christkind-kann-gebuchten-club-urlaub-aegypten-nicht-mehr-stornieren/ http://dietagespresse.com/weihnachten-abgesagt-christkind-kann-gebuchten-club-urlaub-aegypten-nicht-mehr-stornieren/#comments Tue, 16 Dec 2014 09:07:01 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3640 Diese Nachricht schockt Millionen Kinder: Weihnachten fällt aus! Der Grund: Das Christkind hat Ende Dezember bereits einen All-Inclusive Urlaub in Ägypten gebucht – und kann diesen nun nicht mehr stornieren.

„Sorry Leute, echt, aber die Stornogebühren wären 300 Euro“, rechtfertigt das Christkind die Entscheidung und blickt uns mit großen blauen Augen an. Gemeinsam mit zwei Freundinnen verbringt es Weihnachten am Strand von Sharm el-Sheikh und genießt die Anonymität im islamischen Ägypten.

„Niemand dort kennt das Christkind. Ich kann dort auf chillig am Strand liegen und mir die Flügel von einem Beachboy eincremen lassen“, erklärt das Christkind und merkt, dass unser Blick auf die Kondome fällt, die im gepackten Koffer zwischen Bikinis liegen: „Wir sind drei Single-Mädels, da heißt’s jeden Abend Party bis zum Vollgas!“

Dass sich das Christkind ausgerechnet an ihrem einzigen Arbeitstag im Jahr Urlaub nimmt, stößt vielen Steuerzahlern sauer auf. Aber vor allem die Kritik von Kirchenvertretern lässt die junge Frau mit den blonden Engelslocken nicht gelten: „Kein Mensch braucht mich mehr! Die Ausländer nehmen uns eh die Jobs weg, schauts euch diesen Ausgfressenen an von den USA, diesen Sankta Klaus oder wie der Typ heißt. Die Kinder wollen nur noch ihn!“

Schließlich gesteht das Christkind tatsächlich, längst die Lust am Job verloren zu haben: „Es ist so eine frustrierende Arbeit. Ich schleich mich heimlich in die Zimmer, bring allen Kindern Geschenke, und am Ende des Tages stauben die Eltern den Ruhm ab, weil sie vor den Kindern behaupten, dass es mich in Wahrheit gar nicht gibt.“

Inzwischen konnte zumindest ein Kompromiss erreicht werden: Das Christkind wird den Urlaub antreten, dafür wird Weihnachten am 24. März 2015 nachgeholt. Doch ob wirklich Grund zur Vorfreude besteht?

Denn schon jetzt verrät das Christkind: „Die Kommerzialisierung geht mir auf die Nerven. Ich schenk dieses Mal nur selbstgebastelte Sachen.“ Die Kinder dürfen sich also auf Playstation aus Holz und Kastanien sowie Puppen aus Karton freuen.

(Jürgen Marschal. Foto: apr77, Montage)

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Novomatic-Gründer im Pech: Johann Graf verspielt Milliardenvermögen am eigenen Automaten http://dietagespresse.com/novomatic-gruender-im-pech-johann-graf-verspielt-milliardenvermoegen-eigenen-automaten/ http://dietagespresse.com/novomatic-gruender-im-pech-johann-graf-verspielt-milliardenvermoegen-eigenen-automaten/#comments Mon, 15 Dec 2014 08:59:35 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3630 Johann Graf steht vor den Trümmern seiner Existenz. Der Gründer des Glücksspielkonzerns Novomatic verspielte sein gesamtes Milliardenvermögen in einer einzigen Nacht an einem No-Limit Novomatic-Automaten im Admiral Spielpalast in der Meidlinger Hauptstraße in Wien.

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Sympathisch: Niki Lauda ist das Werbegesicht von Novomatic

Dies bestätigte Graf gegenüber Journalisten vor dem McDonald’s auf der Philadelphia-Brücke, wo er gerade mit einem unbekannten Mann einen zweistelligen Preis für seine Breitling aushandelte. „Ja, im Moment ist alles vorrübergehend weg“, gestand Graf. „Aber wenn ich nur ein paar Euro zusammenkratzen kann, hol ich das zehn mal wieder zurück. Ich spüre das.“

Eigentlich hielt sich Graf sonst immer von seinen Casinos fern. „Aber gestern Abend hat mich irgendwie die Lust gepackt, und ich muss sagen, es macht Spaß!“, erklärte der um 5,3 Milliarden Euro ärmere Unternehmer. „Auch, wenn ich jetzt etwas im Minus bin.“

Doch ein Blick auf sein Facebook-Profil offenbart, dass auch er langsam die Dramatik seiner Situation erkennt. „Liebe Freunde, es tut mir Leid. Ich wette, ich kann mich bessern“, schrieb er dort um vier Uhr früh. „Quote aktuell: 8,5.“

Fraglich ist nach wie vor, ob sein Vermögensverlust sein großherziges Engagement für die Dritte Welt reduzieren wird. So baute er etwa in Äthiopien eine Schule, zwei Sportplätze, und 13 Wettbüros.

Der Betreiber des Admiral Casinos, Ratko Dragic, darf sich nun zum Kreis der Milliardäre zählen. Laut Vertrag steht ihm zwar nur eine kleine Provision zu, doch die reicht aus, um ihn in die Forbes-Liste der Dollarmilliardäre zu katapultieren.

Trotz des Ungemachs zeigt sich Graf noch immer optimistisch, was seine Zukunft betrifft: „Schon im Jahr 2007 habe ich für schwere Zeiten vorgesorgt und in meinem Bankschließfach genug Aktien von dieser US-Bank, Lehman Brothers, deponiert. Wenn es denn hart auf hart kommt, werde ich diese verkaufen.“

(Jergitsch, Marschal, Huber. Foto oben: Novomatic, Montage. Foto unten: Novomatic.com, Screenshot)

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Neue EU-Verordnung: Hunde und Katzen müssen Warnhinweise für Tierallergiker tragen http://dietagespresse.com/neue-eu-verordnung-hunde-und-katzen-muessen-warnhinweise-fuer-tierallergiker-tragen/ http://dietagespresse.com/neue-eu-verordnung-hunde-und-katzen-muessen-warnhinweise-fuer-tierallergiker-tragen/#comments Fri, 12 Dec 2014 10:05:59 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3624 Die EU-Verordnung zur Kennzeichnung von Allergenen auf Speisekarten war offenbar nur ein erster Schritt. Jetzt arbeitet die Kommission bereits an einer Ausweitung der Regelung auf Hunde und Katzen, um auch Tierallergiker rechtzeitig zu warnen.

Schon bald müssen die vierbeinigen Lieblinge ein deutlich sichtbares Schild mit einem „H“ für Hund oder einem „K“ für Katze darauf tragen. Bei Verstößen drohen Haustierbesitzern saftige Strafen. Hamster, Mäuse und Meerschweinchen sind von der Regelung vorerst ausgenommen, doch auch für sie soll die Verordnung ab spätestens 2019 gelten.

Übergangsweise sollen Haustierbesitzer andere Menschen auch mündlich über ihr Haustier informieren dürfen. Dafür müssen sie jedoch vorher speziell geschult werden.

Die EU-Kommissarin für Konsumentenschutz, Věra Jourová, zeigt sich entschlossen, die Verordnung bald durchzusetzen: „Es reicht noch nicht, dass Allergiker im Restaurant darauf hingewiesen werden, dass die Bachforelle mit Petersilkartoffeln Fisch enthält. Auch Tierallergiker haben ein Recht darauf, rechtzeitig gewarnt zu werden.“

Sie schätzt, dass jedes Jahr 23 Millionen Europäer völlig unerwartet niesen müssen oder rote Augen bekommen, weil sie sich zu nah an ein Haustier herannähern oder es sogar versehentlich anfassen: „Diese Zahl wollen wir halbieren.“

Warnschilder für Hausstaubmilben schließt die Kommissarin aus. Kritiker vermuten hinter dieser Ausnahmeregelung jedoch massive Lobbying-Bemühungen der Nasensprayindustrie.

(Idee: Paule. Foto: jagodka, Montage)

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„Österreich“-Chef Fellner gewinnt Rechtsstreit: Republik Österreich muss sich umbenennen http://dietagespresse.com/oesterreich-chef-fellner-gewinnt-rechtsstreit-republik-oesterreich-muss-sich-umbenennen/ http://dietagespresse.com/oesterreich-chef-fellner-gewinnt-rechtsstreit-republik-oesterreich-muss-sich-umbenennen/#comments Thu, 11 Dec 2014 09:00:22 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3617 Wolfgang Fellner, Herausgeber der „Österreich“-Zeitung, kann endlich aufatmen. Nach jahrelangem Rechtsstreit mit der Republik wurden ihm endlich die Rechte am Namen „Österreich“ voll und ganz zugesprochen.

Im Urteilsspruch hält das Landesgericht fest, dass die weitere Nutzung des Namens durch den Staat „geschäftsschädigend“ wäre und damit zu unterlassen sei. Der Staat hat nun zwei Wochen Zeit, sich umzubenennen und den neuen Namen auf sämtlichen Schildern, Dokumenten, Gesetzestexten und Gebäuden abzuändern.

Bei einem Besuch der Tagespresse in der „Österreich“-Redaktion ist Fellner die Erleichterung sichtlich anzumerken. Seine Mitarbeiter schreit er heute sanfter an als üblich. Der Praktikant muss den Kaffee nicht aufwischen, den Fellner nach ihm warf, weil er zu wenig Zucker enthielt. Und seine Assistentin ist heute keine „depperte Schnepfn“, sondern lediglich eine „Schnepfn“.

„Ich bin sehr glücklich, dass dieser ewige Rechtsstreit beigelegt ist und ich meine Energie wieder voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren kann“, brüllt Fellner. „Eigentlich unfassbar, wie sich so ein Staat aufpudeln kann und versucht, so ein wichtiges Medium wie unseres am Aufdecken weiterer Exklusiv-Storys zu hindern.“

So habe „Österreich“ erst letzte Woche exklusiv und als erstes Medium den Winterschlussverkauf bei Peek & Cloppenburg aufgedeckt. Und nur dank der Investigativ-Recherchen seiner knallharten Journalisten weiß jetzt jeder, dass man bei Interspar alles, aber auch wirklich alles, für ein gelungenes Weihnachtsessen einkaufen kann.

„Das ist Qualitätsjournalismus in Reinkultur“, brüllt Fellner zufrieden, während er einen halbgerauchten Zigarillo in der Hand seines Innenpolitik-Chefs ausdämpft.

Doch dann wird sein Gebrüll wieder ernst: „Wie kann man arbeiten, wenn irgendein Land glaubt, es kann sich einfach so nennen wie wir? So mir nichts dir nichts?“ Viele seiner Kunden – „also die Werbekunden“ – seien verwirrt gewesen. So habe das Möbelhaus Leiner erst letztens versehentlich ein sechsseitiges Inserat im Amtsblatt der Republik Österreich schalten lassen. „Da musste ich natürlich klagen“, kreischt Fellner bestimmt.

Zum Schluss des Interviews lässt er uns mit einem „Schleicht’s eich jetzt auße do, ihr Oaschlecha“ subtil wissen, dass es nun Zeit für uns ist, zu gehen. Das tun wir gerne, denn wir fühlen: Fellner hat mit seinem Lebenswerk, dem meistgelesenen Werbeprospekt des Landes, noch viel vor.

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(Foto: Facebook)

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Raddiebstähle in Wien erreichen neue Dimension: Riesenrad aus Prater gestohlen http://dietagespresse.com/raddiebstaehle-wien-erreichen-neue-dimension-riesenrad-aus-prater-gestohlen/ http://dietagespresse.com/raddiebstaehle-wien-erreichen-neue-dimension-riesenrad-aus-prater-gestohlen/#comments Tue, 09 Dec 2014 09:01:22 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3606 Gerade in der Vorweihnachtszeit treiben Raddiebe vermehrt ihr Unwesen. In der Nacht auf Dienstag wurde neben dutzenden Fahrrädern nun sogar das Riesenrad aus dem Prater gestohlen.

Johann Perner, Betreiber des Riesenrads im Wiener Prater, staunte nicht schlecht, als er wie jeden Morgen an seinem Arbeitsplatz ankam und die Lücke vorfand, wo sonst das Riesenrad steht. Sofort sah er sich die Bilder der Überwachungskameras an. Darauf zu sehen sind drei vermummte Männer mit Bolzenschneider: „Alles ging ruckzuck: sie kamen, nahmen das Rad und waren auch schon wieder weg.“

Da das Rad ohnehin schon mehr als 100 Jahre alt war, überlegte Perner anfangs, ob er den Fall überhaupt noch bei der Polizei melden soll. Denn selbst die Behörden lassen über einen Sprecher ausrichten: „In Wien wurden im letzten Jahr mehr als 26.000 Raddiebstähle angezeigt. Wir nehmen jede dieser Anzeigen ernst, können jedoch keine Prioritäten setzen. Egal, wie groß das Rad ist.“

Vorrang in den Ermittlungen haben vor allem teure Rennräder, Mountainbikes aus dem High-End-Segment, oder Räder, denen von ihren Besitzern menschliche Namen gegeben wurden. Ein älteres Rad wie es das Riesenrad war, steht ganz unten auf der Ermittlungsliste.

Ein Polizist, der mit dem Riesenrad-Fall betraut wurde, sieht ohnehin kaum Hoffnung und gesteht: „Die Aufklärungsquote der Polizei bei Raddiebstählen beträgt minus 4%.“ Das Minus rührt daher, dass während der Ermittlungen oft auch noch den Polizisten die Räder gestohlen werden.

Perner nahm die Ermittlungen deshalb selbst in die Hand und stieß tatsächlich auf der Auktionsplattform www.willhaben.at auf eine verdächtige Annonce. Doch für die Polizei besteht noch kein hinreichender Verdacht, da es sich genau so gut um das Riesenrad von jemand anderem handeln könnte. Pech für Perner: er hatte weder eine Nummer in das Rad graviert, noch einen Peilsender eingebaut. Ohne Beweis sind der Polizei die Hände gebunden.

UPDATE (10:06 Uhr):

Bei der Tat dürfte es sich um einen Lausbubenstreich handeln. Das Riesenrad wurde in einem Straßengraben neben der Autobahn Richtung Wolkersdorf gefunden. „Wahrscheinlich haben sich nur ein paar Betrunkene einen Spaß gemacht“, zeigt sich Perner erleichtert und sichert das Rad mit einem gerade gekauften Balkenschloss.

Denn eines hat er gelernt: Er wird in Zukunft mehr auf Sicherheit achten: „Natürlich war ich auch selbst Schuld. Das Rad stand da seit 1897 herum und nie ist was passiert. Ab heute aber werde ich es nicht immer an der selben Stelle herum stehen lassen, sondern mit nach oben in die Wohnung nehmen.“

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(Jürgen Marschal. Foto: Jebulon/Wikipedia, Montage)

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Illegaler türkischer Einwanderer mit 287 Tonnen Schokolade in Schubhaft genommen http://dietagespresse.com/illegaler-tuerkischer-einwanderer-mit-287-tonnen-schokolade-schubhaft-genommen/ http://dietagespresse.com/illegaler-tuerkischer-einwanderer-mit-287-tonnen-schokolade-schubhaft-genommen/#comments Fri, 05 Dec 2014 09:01:51 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3602 Die werden ja immer dreister! Ein illegaler Einwanderer aus der Türkei wurde heute am Grenzübergang Nickelsdorf aufgegriffen. Dabei hatte er Brisantes im Gepäck: insgesamt 287 Tonnen Schokolade stellten die Behörden im Kofferraum seines Autos sicher.

Der Verdächtige, der ohne Papiere reiste, sich selbst jedoch als „Nikolaus von Myra“ aus der Türkei bezeichnete, wurde ins Schubhaftzentrum Vordernberg gebracht.

Der Verdächtige verhielt sich während der Verhaftung äußerst unkooperativ und überheblich: „Erst fragte er uns, ob wir dieses Jahr alle brav waren und forderte uns auf, auf seinem Schoß zu sitzen“, berichtet Oberwachtmeister Werner Schwarzer (48).

Doch das war noch nicht alles: in einem unbeobachteten Moment schlich er sich in den Pausenraum der Polizeistation und legte den Beamten Erdnüsse in die Stiefel. „Das war eine versuchte Körperverletzung. Das hätte beim Anziehen höllisch wehgetan“, ist der Wachtmeister über die offene Feindseligkeit entsetzt. „In 25 Jahren als Polizist hab ich sowas noch nicht erlebt.“

Noch schockierender als die schiere Menge Schokolade dürfte jedoch das Motiv des Mannes sein: „Er behauptet, er wollte Nachts durch die Fenster klettern und die Schokolade allen Kindern in die Stiefel legen.“ Nur dem Kommissar Zufall ist es zu verdanken, dass dieser perverse Stiefelfetischist rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden konnte.

Die Schokolade wurde unterdessen nach Wien gebracht, wo sich mehrere dutzend Beamte an die ordnungsgemäße Vernichtung der Schmuggelware gemacht haben. Der Verdächtige wartet währenddessen auf seine Abschiebung in die Türkei.

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(Hinweis: teilweises Eigenplagiat. Foto: Plani, Montage)

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Ukraine und Russland beschließen Weihnachtsfrieden: 52 Tote http://dietagespresse.com/ukraine-und-russland-beschliessen-weihnachtsfrieden-52-tote/ http://dietagespresse.com/ukraine-und-russland-beschliessen-weihnachtsfrieden-52-tote/#comments Wed, 03 Dec 2014 08:59:49 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3597 Vertreter der Regierung in Kiew und prorussische Separatisten haben heute in Odessa einen bis Jahresende dauernden Weihnachtsfrieden beschlossen. Während der Vertragsunterzeichnung kam es in Folge feierlicher Gefechte zu 52 Toten.

„Es war ein emotionaler Moment“, erklärt ein Soldat mit Tränen in den Augen, da er bei den Friedenskämpfen mit Tränengas besprüht wurde. „Präsident Poroschenko und Rebellenführer Andrej Purgin haben unterschrieben und sich die Hände gereicht und gemeint: ‚Dieser Friede wird vier Wochen lang bestehen’“, erzählt er weiter, während er mit seinem Visier nach feindlichen Kämpfern sucht. „Es gibt also doch noch Weihnachtswunder!“

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht aber Lücken im Detail. „Laut Vertrag dürfen beide Seiten keine sogenannten schweren Waffen mehr verwenden. Wobei sie unter ‚schwer’ die Definition ziemlich offen auslegen und ausschließlich Bäume, Felsbrocken und Gegenstände über vier Tonnen dazuzählen. Weiterhin erlaubt sind leichte Waffen wie zum Beispiel Lenkraketen aus Aluminium.“

Die Lage in der Ukraine bleibt für Außenstehende weiterhin verwirrend. Die aktuellen Anti-Kriegs-Demonstrationen werden überschattet von Anti-Anti-Kriegs-Demonstrationen. „Wir Ukrainer und Russen sind eigentlich alle vom selben Blut. Wir müssen uns endlich versöhnen“, versucht ein bis an die Zähne bewaffneter Priester Einigkeit herzustellen. „Egal ob radikale Rechte, radikale Linke, radikale Gemäßigte. Was uns alle hier eint, ist das Radikale“, erklärt der radikal-radikale Friedensaktivist Juri G. „Wir müssen uns jetzt alle zusammentun und den Frieden durchsetzen. Notfalls auch mit Gewalt.“

Dass der Friedensvertrag ausgerechnet jetzt unterzeichnet wurde, ist kein Zufall. Weihnachten gilt in der Ukraine als zweithöchster Feiertag, gleich nach dem Tag der jährlichen Song Contest Übertragung.

ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz verfolgt die Geschehnisse aus der Distanz: „Ich versuch so nah wie möglich dran zu bleiben und zoom ab und zu auf Google Earth in die Ukraine hinein“, erklärt der ÖVP-Jungspund. „Aber mein Computer baut die Grafiken immer so langsam auf, ich seh eigentlich nicht all zu viel.“

(Jürgen Marschal. Foto: snamess, Flickr)

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Hypo-Bericht enthüllt Sicherheitspanne: Ahnungsloser Amateur gab sich monatelang als Finanzminister aus http://dietagespresse.com/hypo-bericht-enthuellt-sicherheitspanne-ahnungsloser-amateur-gab-sich-monatelang-als-finanzminister-aus/ http://dietagespresse.com/hypo-bericht-enthuellt-sicherheitspanne-ahnungsloser-amateur-gab-sich-monatelang-als-finanzminister-aus/#comments Tue, 02 Dec 2014 11:55:01 +0000 http://dietagespresse.com/?p=3591 Eine brisante Sicherheitspanne wurde heute im Bericht der Hypo-Kommission aufgedeckt: offenbar gelang es einem ahnungslosen Amateur, monatelang völlig unbemerkt als Finanzminister zu arbeiten. Das Fehlen jeder Kompetenz fiel scheinbar niemandem auf. Im August verschwand der Scharlatan, im Bericht lediglich als Michael S. bezeichnet, so schnell wie er gekommen war.

Doch wer ist dieser mysteriöse Michael S.? Mehrere Mitarbeiter des Finanzministeriums wollen sich noch gut an ihn erinnern können: „Der stolzierte einfach im Dezember 2013 ins Gebäude und bezog das Ministerbüro. Niemand hat sich etwas dabei gedacht“, erinnert sich eine Sachreferentin, die anonym bleiben möchte.

„Der war immer bei den Meetings mit dabei. Immer freundlich, aber etwas still und verschlossen“, bestätigte ein anderer Mitarbeiter. S. habe sich demnach nur sehr selten zu Wort gemeldet und versuchte so offenbar, nicht weiter aufzufallen. Dies dürfte auch erklären, wieso seine fehlende Eignung für den Posten als Minister jahrelang unbemerkt blieb.

Heute fehlt von Michael S. jede Spur. Die Polizei durchsuchte zwar die Wohnung seines Ziehvaters Erwin P. in St. Pölten, fand dort jedoch lediglich einen Mitarbeiterausweis für das Gemeindeamt von Hinterbrühl.

Das Finanzministerium gerät durch die Enthüllungen in gewaltigen Erklärungsnotstand – ist dies doch nicht der erste derartige Fall. Bereits 2008 gelang es der Raiffeisenbank, einen ihrer Mitarbeiter, Josef P., als Minister einzuschleusen und das Ministerium damit zu einer Dependance der Raiffeisen zu machen.

„Banken-Pepi“, wie P. noch heute genannt wird, nahm als Minister angeblich Einfluss auf die Gesetzgebung. Gerüchteweise ließ er sogar einen Bankomaten im Innenhof des Ministeriums aufstellen, an dem sich Bankmanager nach Belieben Steuergeld beheben konnten.

(Foto: Österreichisches Außenministerium, Montage)

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