Inland

„Django“-Produzent gewinnt Rechtsstreit: Mitterlehner darf nur noch in Original Django-Zitaten sprechen

Django

„Es gibt bloß eins was wichtig ist: Dass man sterben muss.“ Mit diesen Worten betrat ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner heute das Parlament. Grund: Die ÖVP verlor vor dem Europäischen Gerichtshof einen Rechtsstreit mit den Produzenten des Filmes „Django“. Will Mitterlehner weiterhin „Django“ als Spitznamen verwenden, darf er in allen Reden nur noch Original-Filmzitate verwenden.

Zur Stunde lernt Mitterlehner die Drehbücher der Django-Reihe auswendig, denn jeder Satz, der nicht 1:1 aus den Original-Filmen stammt, kostet die ÖVP bis zu 120.000 Euro Abmahngebühr und könnte das Budget schwer belasten.

Das Urteil sorgte innenpolitisch bereits für Zündstoff, als Mitterlehner im Parlament Kanzler Faymann wegen der Steuerreform ermahnte und meinte: „Mir stinkt diese Rattenfalle hier! Du spuckst jetzt hübsch meinen Anteil raus, und zwar gleich!“ Die aufgebrachten SPÖ-Funktionäre drohten daraufhin mit dem Bruch der Koalition, aber Mitterlehner blieb hart und machte klar, dass er dies nicht dulden wird: „Falls sie es doch wagen, werden sie sich ’ne Bleientzündung holen. So ist es, Leute!“

Die neue Ausdrucksweise des ÖVP-Obmanns irritiert auch die eigene Partei, wie man uns beim Smalltalk im Buffet des Parlaments erzählt, welches Mitterlehner mit den knappen Worten „Einen Whiskey“ betritt.

Innenministerin Mikl-Leitner befürchtet einen brutalen Machtkampf in der ÖVP: „Diese neue Wortwahl vom Reinhold ist verrückt! Der Einzige, der so mit uns in der Partei reden darf, ist der Herr Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Aber der wird das nicht dulden!“

Als wir Mitterlehner auf die ihm ohnehin nicht wohlgesonnene ÖVP Niederösterreich ansprechen, erklärt er uns, was er von seinen Kollegen aus St. Pölten hält: „Alles Mistkerle! Einer verrät den anderen für einen Apfel und ein Ei!“

Intern fordern einige nun sogar die Ablöse von Mitterlehner als Obmann. „Wir müssen weg von diesem brutalen Django-Image“, meint ein PR-Berater der Volkspartei. „Wir brauchen ein neues, nettes, süßes Image.“

Sebastian "Dumbo" Kurz

Sebastian „Dumbo“ Kurz

Könnte damit Sebastian Kurz die Partei übernehmen? Die Anwälte von Disney bereiten bereits die Anklageschrift vor und erklären: „Sollte Herr Kurz ÖVP-Obmann werden, wird er sich wohl umgehend sein Sebastian ‚Dumbo’ Kurz Image verpassen.“ Die ÖVP sieht dies gelassen, wie der Pressesprecher erklärt: „Wir sehen da keine Gefahr. Ja, Herr Kurz wird von seinem Dumbo-Image Gebrauch machen. Aber all seine Reden werden in Zukunft ohnehin nur noch aus ‚Trööröööööö’ bestehen.“

Der ÖVP-Chef selbst lässt sich nicht von seinem Weg abbringen und wirkt stärker denn je. In der Parlamentsdiskussion spart er auch nicht mit Kritik an den eigenen Reihen: „Ihr werdet für ein bisschen Profit euren besten Freund an die Yankees verkaufen!“, warnt er WKO-Präsident Leitl wegen des TTIP-Freihandelsabkommens mit den USA. Dann beendet er seine Parlamentsrede, blickt noch einmal in Richtung des Team Stronach und winkt die Securities herbei: „So, und jetzt schafft die Toten weg!“

Weiterlesen: „Haserl mit Eiern?“: Misstrauischer Andreas Gabalier fordert Geschlechtsfeststellung des Osterhasen

Bezahlte Anzeige: Forscher finden Wundermittel gegen Affären bei Betriebsfeiern

(Jürgen Marschal. Fotos: Martin Juen, Montage. ÖVP, Disney, Montage.)

10 Kommentare

10 Comments

  1. Daniel Nimham

    06.03.2016 um 10:05

    Möchte nichts von Mitterlehner in Djangosprache hören. Und auch sonst nichts!

    • Abraham Nimham

      06.03.2016 um 10:07

      Völlige Zustimmung Vater. Aber auch vom anderen politischen Dreck wünsche ich dem Volk nichts als Ruhe, Stille, nichts zu hören, nichts zu sehen.

      Und würde keiner über den Dreck berichten, wäre er auch nicht präsent; somit sind die Medien der Grund, weshalb der Dreck überhaupt überleben kann.

    • Nathaniel, Natty, Bumppo

      06.03.2016 um 10:10

      Ob das wieder so ein typischer schwarzer Dreckspolitiker ist?

      • James Fenimore Cooper

        06.03.2016 um 10:12

        Ich kann meinen Prota- und Antagonisten garantieren, ja, all meinen Figuren und Vorbildern dafür: jeglicher Schmutz ist schwarz oder von ähnlich dunkler Farbe.

        • Der Waldläufer

          06.03.2016 um 10:16

          Aber rotbrauner Farbe ist Schmutz nie gewesen, denn wir Weiße waren und sind der dunkle Dreck, der Oberschmutz dieser Welt.

  2. Ka_Sandra

    07.04.2015 um 14:50

    Der Spaghetti-Western mutiert durch Mitterlehner also zum Knödel-Western. Wuchtel-Western würde auch nicht schlecht passen; er soll ja durchaus einen trockenen Humor haben.

    Die Gefahr, dass unser Austro-Django seine Rolle zu sehr verinnerlicht und nur mehr den harten Hund hervorkehrt („Leichen pflastern seinen Weg“), könnte der ÖVP aber tatsächlich zum Verhängnis werden. Wenn er nächstens beginnt, einen Sarg hinter sich herzuziehen, muss die ÖVP die Notbremse ziehen.

    Sebastian Kurz wäre dann sozusagen der Sargnagel – pardon, der Notnagel der ÖVP.

    „Törööööö“ ist übrigens nicht der Schlachtruf von Dumbo, sondern von Benjamin Blümchen. Aber auch dieser sympathische Dickhäuter hat durchaus eine Affinität zum Cowboyspielen, wie folgendes Video beweist.
    https://www.youtube.com/watch?v=9oNcq9myHsQ

  3. TG

    07.04.2015 um 14:05

    „Dann beendet er seine Parlamentsrede, blickt noch einmal in Richtung des Team Stronach und winkt die Securities herbei: „So, und jetzt schafft die Toten weg!““

    Grandios

  4. Anton Gsandtner

    07.04.2015 um 11:06

    Django – Wahlniederlagen pflastern seinen Weg …

  5. Belinda

    07.04.2015 um 10:40

    Der Django der etwas anderen Art:

    https://www.youtube.com/watch?v=l3FMaAu-Umw

    Vielleicht ein Vorbild für Wiens Bürgermeister?

    • kaffeeheferl

      07.04.2015 um 13:07

      Awesome! ^^

      Ob unser Michi ohne sein „No an Gspritzten‘ bitte!“-Kostüm auch so aussieht?

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This is the sidebar content, HTML is allowed.

Newsletter

Über diese Seite

Die Tagespresse ist eine österreichische Satireseite. Alle Artikel sind frei erfunden.

Copyright © Die Tagespresse Medienproduktion GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Nach oben