Gespannt blickt die Weltöffentlichkeit morgen auf Österreich: Werden wir es diesmal schaffen, eine gültige Wahl durchführen zu können? Für alle 6,3 Millionen wahlberechtigten Österreicher heißt es nun mehr denn je: Egal wo sie politisch stehen, wir müssen diese Wahl gemeinsam gewinnen!

Wahlbeisitzer gut vorbereitet

Bei der letzten Wahl hat die FPÖ die Schlampigkeit der Wahlbeisitzer noch kritisiert und als Mitgrund für eine Anfechtung gesehen. „Diesmal aber bereiten wir uns gut vor!“, berichtet ein Wahlbeisitzer. „Wir werden morgen fast nüchtern bleiben. Trinken beim Frühstück statt Wein nur Bier. Ich hab mir sogar extra einen Uhu von meinem Sohn geborgt, damit ich notfalls die Kuverts wieder zupicken kann.“

Egal welcher Partei man angehört, man will nun für Österreich zusammenhalten. „Zeigen wir diesen vom OSZE geschickten Wahlbeobachtern aus Burundi, Nicaragua und Nordkorea, dass sie sich keine Sorgen machen müssen um die Demokratie bei uns. Kämpfen wir für einen Sieg! Für eine gültige Wahl!“

Österreichische Werte hochhalten

Auch der Verfassungsgerichtshof zittert und bittet in einem internen Mail an alle Parteien, diese Wahl nicht mehr anzufechten. So heißt es in dem Schreiben: „Wir müssen uns jetzt auf österreichische Werte besinnen wie ‚Schludrigkeit‘, ‚Amateurhaftigkeit‘ und ‚Hob nix gseng!‘ Wenn wo ein Klebestreifen aufgeht, dann halten Sie bitte einfach die Pappen! Und wenn Sie ihre Wahlkarte nie bekommen haben, reagieren Sie ihren Frust im Internet lieber auf YouPorn ab, anstatt ein Mail an den ORF oder die FPÖ zu schreiben!“

Wie in guten alten Zeiten

Wehmütig denken viele zurück an die guten alten Zeiten, als Wahlen sogar noch gültig waren, obwohl die Hälfte der Wahlbeisitzer den Weg vom Wirtshaus ins Wahllokal nie geschafft hat.

„Glauben Sie, früher gab es keine Unregelmäßigkeiten?“, erzählt ein 72-jähriger Gemeinderat. „Gerade die Unregelmäßigkeiten haben unser Land doch am Laufen gehalten. Und sehen Sie sich das Resultat an: Österreich ist eines der reichsten und sichersten Länder der Welt!“

(Jürgen Marschal. Foto: luislouro/Depositphotos.com)